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  • Filme und Serien

15 Filme, die erst schlecht starten und dann richtig gut werden

1-15

Michelle Baier Michelle Baier
Filme und Serien - September 18th 2026, 07:30 MESZ
Pacific Rim Uprising

15. Pacific Rim: Uprising (2018)

Pacific Rim: Uprising setzt zu Beginn auf die völlig falschen Dinge und konzentriert sich auf Jake Pentecosts Vaterprobleme und eine ziemlich hanebüchene Verschwörung rund um einen Konzern, obwohl das Publikum eigentlich wegen riesiger Roboter gekommen ist, die riesige Monster verprügeln. Die erste Hälfte ertrinkt in Erklärungen und Charakterdrama, das sich komplett von dem entfernt, was den ersten Teil so gut gemacht hat.

Doch dann brechen die Kaiju erneut durch, die Jaeger bewegen sich plötzlich so, als würden tatsächlich tonnenschwere Maschinen durch die Gegend stampfen, und auf einmal erinnert sich der Film daran, warum überhaupt jemand ein Ticket gekauft hat. Das Finale liefert genau die groß angelegte Roboter-Action, die eigentlich schon ab der ersten Minute hätte stattfinden sollen. | © Universal Pictures

The New Mutants 2020

14. X-Men: New Mutants (2020)

X-Men: New Mutants verbrachte Jahre in der sogenannten Development Hell – und die erste Hälfte zeigt ziemlich genau, warum die Studios den Film immer wieder auf Eis legten. Die Mischung aus Horror und Superheldenfilm wirkt zunächst völlig unentschlossen, mit Jump-Scares, die nicht zünden, und Mutantenkräften, die unfertig aussehen.

Doch sobald die Figuren aufhören, sich gegenseitig ihre tragischen Hintergrundgeschichten zu erklären, und anfangen zusammenzuarbeiten, funktioniert plötzlich etwas. Das abgelegene Klinikgebäude zahlt sich endlich aus, als es zum Schauplatz eines erbitterten Kampfes wird, und die Dynamik dieser unfreiwilligen Ersatzfamilie trifft deutlich härter als jeder noch so erzwungene Schreckmoment. | © 20th Century Studios

Miami Connection

13. American Streetfighter (1987)

American Streetfighter beginnt wie die Sorte Low-Budget-Actionfilm, bei der man das Gefühl bekommt, dass die Macher noch nie zuvor einen Film gesehen haben. Die Dialoge klingen, als wären sie durch drei verschiedene Sprachen übersetzt worden, während die Kampfszenen eher an ein Laientheater erinnern. Die Handlung dreht sich um eine Rockband, die gleichzeitig Kampfsport betreibt – weil das irgendjemandem im Jahr 1987 offenbar vollkommen logisch erschien.

Doch etwa zur Hälfte beginnt dieses kompromisslose Festhalten an der eigenen völlig absurden Vision plötzlich für den Film zu arbeiten. Was zunächst wie völlig unfähiges Filmemachen wirkt, entwickelt sich durch pure, ungefilterte Begeisterung zu etwas, das erstaunlich viel Spaß macht.

Das Finale liefert genau die Art von absurden Actionsequenzen und aufrichtig vorgetragenen Reden über Brüderlichkeit, bei denen man plötzlich versteht, warum dieser Film zum Kultphänomen geworden ist. | © Drafthouse Films

Cropped Jupiter Ascending

12. Jupiter Ascending (2015)

Jupiter Ascending beginnt damit, dass Mila Kunis Toiletten schrubbt, und stolpert sich anschließend durch rund 40 Minuten verwirrender Weltraumpolitik, bevor der Film plötzlich die Kurve kriegt. Die Wachowskis werfen einfach alles auf die Leinwand: fliegende Rollschuh-Stiefel, gentechnisch veränderte Wolfsmenschen und Eddie Redmayne, der sich dermaßen genüsslich in seine Rolle hineinsteigert, als wäre es seine letzte Mahlzeit. Irgendwann beginnt diese hemmungslose Absurdität tatsächlich zu funktionieren.

Sobald man akzeptiert hat, dass in diesem Film die Erde als Immobilienbesitz eingestuft wird und Bienen königliche Abstammung erkennen können, entwickelt der ganze opernhafte Weltraum-Irrsinn plötzlich einen eigenen Unterhaltungswert. Der Film hört irgendwann auf, Sinn ergeben zu wollen, und beginnt stattdessen, seinen eigenen absurden Wahnsinn einfach zu genießen. | © Warner Bros. Pictures

Godzilla King of the Monsters

11. Godzilla II: König der Monster (2019)

Godzilla II: König der Monster ertränkt seine erste Stunde in einem menschlichen Familiendrama, nach dem niemand gefragt hat, während die riesigen Monster frustrierend lange im Hintergrund bleiben. Die Familiengeschichte wirkt wie bloßes Füllmaterial, die Dialoge sind so subtil wie ein Schritt eines Kaiju, und jede Szene ohne Monster zieht das Tempo des Films quälend in die Länge.

Doch dann treten die Titanen endlich in voller Wucht auf – und plötzlich erinnert sich der Film daran, worum es eigentlich gehen sollte. Das Finale liefert genau die gewaltigen, bombastischen Monsterkämpfe, für die man eingeschaltet hat, und lässt einen fast vergessen, wie lange man darauf warten musste. | © Warner Bros. Pictures

Click

10. Klick (2006)

Klick beginnt wie eine weitere typische Adam-Sandler-Komödie: Ein Workaholic und Architekt entdeckt eine Universalfernbedienung, mit der er sein eigenes Leben steuern kann. Dazu gibt es den erwartbaren derben Humor und eine klassische Wunschfantasie. In der ersten Hälfte wirkt die Komik allerdings größtenteils erzwungen und setzt stark auf Sandlers bekannte kindische Art und offensichtliche Gags.

Doch dann verändert sich etwas: Die Fernbedienung beginnt, Jahre aus dem Leben seiner Figur vorzuspulen, ohne dass er selbst Kontrolle darüber hat. Plötzlich wird aus der Komödie eine überraschend berührende Geschichte über verpasste Momente und Reue. Was zunächst wie eine belanglose Komödie wirkt, entwickelt sich zu einem Film, der sich sein emotionales Ende tatsächlich verdient. | © Sony Pictures

Frozen 2

9. Die Eiskönigin II (2019)

Die Eiskönigin 2 verbringt ihre erste Stunde mit unnötig komplizierter Mythologie und neuen Songs, die man schon bald wieder vergessen hat und die einen die Einfachheit des ersten Teils vermissen lassen. Die Handlung verheddert sich in Elementargeistern und längst vergangenen Verfehlungen, während Elsa verwirrt durch einen Wald irrt und selbst nicht so recht zu wissen scheint, was sie eigentlich mit ihren Kräften anfangen soll.

Doch dann bricht der Damm – im wahrsten Sinne des Wortes und auch im übertragenen. Plötzlich erinnert sich der Film daran, wie man spektakuläre Bilder und echte Emotionen miteinander verbindet. Als Elsa schließlich aufhört, alles erklären zu wollen, und sich stattdessen einfach auf das Chaos einlässt, findet der Film zu seiner Stärke zurück: pure visuelle Magie. | © Walt Disney Studios Motion Pictures

Mortal Kombat movie

8. Mortal Kombat (2021)

Die erste Stunde von Mortal Kombat fühlt sich an, als würde man jemand anderem dabei zusehen, wie er ein Videospiel schlecht spielt. Holprige Dialoge und eine austauschbare Auserwählten-Geschichte, die genau das ignoriert, was Fans eigentlich sehen wollten, machen den Einstieg unnötig zäh.

Doch dann kommt das Turnier ins Spiel und der Film erinnert sich plötzlich daran, worum es eigentlich geht: brutale übernatürliche Kämpfer, die sich auf möglichst kreative Weise gegenseitig auseinandernehmen. Sub-Zero lässt das Blut seiner Gegner gefrieren, Scorpion taucht mit seinem Höllenspeer auf und plötzlich sind die völlig überdrehten Fatalities all das Warten wert.

Am besten funktioniert der Film, wenn er aufhört, sich selbst erklären zu wollen, und stattdessen einfach Kano Witze reißen lässt, während anderen die Wirbelsäule herausgerissen wird. | © Warner Bros. Pictures

The Greatest Showman

7. The Greatest Showman (2017)

The Greatest Showman beginnt mit Musicalnummern, die kalkuliert wirken, und Figuren, die vor allem dafür da zu sein scheinen, im richtigen Moment die gewünschte Emotion auszulösen. Die erste Hälfte bemüht sich so sehr darum, inspirierend zu sein, dass sie vergisst, sich diese Gefühle überhaupt zu verdienen. Die Geschichte von P. T. Barnum wird dadurch zu einer ziemlich austauschbaren Underdog-Geschichte.

Doch rund um die Szenen im Zirkuszelt verändert sich etwas. Plötzlich entwickeln die Songs eine echte Energie, statt nur künstlich gute Laune erzeugen zu wollen. Auch die spektakuläre Inszenierung wird dem eigenen Anspruch endlich gerecht. Was zuvor erzwungen wirkte, fühlt sich plötzlich wie das große, chaotische Fest an, das der Film von Anfang an sein wollte. | © 20th Century Fox

Venom 2018

6. Venom (2018)

Venom verbringt die erste Stunde mit einer langweiligen Origin-Story über einen investigativen Journalisten und böse Konzernexperimente. Doch in dem Moment, in dem Tom Hardy anfängt, sich in seinem Kopf ausführlich mit dem Symbionten zu unterhalten, verändert sich alles.

Der Film hört auf, ein ernsthafter Superheldenfilm sein zu wollen, und wird stattdessen zu etwas weitaus Seltsamerem: einer Buddy-Komödie über einen Mann und seinen mordlustigen außerirdischen Parasiten, die sich darüber streiten, ob sie Menschen essen sollten und wer Motorrad fahren darf.

Hardy geht so vollkommen in diesem absurden Konzept auf, dass seine völlig durchgeknallte Performance aus dem Film, der leicht zu einem weiteren austauschbaren Marvel-Abklatsch hätte werden können, tatsächlich richtig gute Unterhaltung macht. Der abrupte Wechsel im Ton funktioniert vor allem deshalb, weil der Film endlich seine eigene Stimme findet, sobald er aufhört, sich für seine völlige Absurdität zu entschuldigen. | © Sony Pictures

Shazam

5. Shazam! (2019)

Shazam! verbringt die erste Hälfte damit, pflichtbewusst seine Origin-Story abzuarbeiten, und hangelt sich durch Pflegefamiliendrama und Mobbing-Szenarien, die eher nach lästiger Pflicht als nach sinnvoller Vorbereitung auf die eigentliche Geschichte wirken. Der Ton schwankt zwischen ernsten Familienthemen und Superheldenkomödie, ohne dabei wirklich seinen Rhythmus zu finden. Dadurch fühlt sich fast jede Szene ein wenig deplatziert an.

Doch in dem Moment, in dem Billy Batson seine Kräfte mit der unbeschwerten Neugier eines Teenagers ausprobiert, fügt sich plötzlich alles zusammen. Aus Dingen wie Handys aufladen und Bier kaufen werden einige der lustigsten Superheldenmomente der vergangenen Jahre. Der Film erinnert sich daran, dass es verdammt viel Spaß machen sollte, ein Kind mit göttlichen Kräften zu sein. | © Warner Bros. Pictures

The Mist

4. Der Nebel (2007)

Der Nebel beginnt wie ein ziemlich gewöhnlicher Stephen-King-Monsterfilm: fragwürdige CGI-Kreaturen, vorhersehbare Horror-Momente in einer Kleinstadt und alles, was man von einem klassischen Creature Feature erwarten würde. Doch dann kommt der religiöse Fanatismus ins Spiel – und plötzlich sieht man Menschen, die sich wegen ihrer Überzeugungen gegenseitig zerfleischen, während draußen tentakelbewehrte Kreaturen lauern.

Frank Darabont macht aus dem Stoff, der leicht als vergessenswerter B-Movie hätte enden können, eine wirklich verstörende Geschichte über die menschliche Natur unter extremem Druck. Und das Ende trifft einen wie ein Güterzug – rückblickend wirkt dadurch plötzlich alles, was zuvor passiert ist, notwendig. | © Dimension Films

Nicolas cage national treasure

3. Das Vermächtnis der Tempelritter (2004)

Das Vermächtnis der Tempelritter beginnt wie eine Billigversion eines Dan-Brown-Romans – inklusive hölzerner Schauspieler und Verschwörungstheorien, die wirken, als wären sie auf einer Serviette notiert worden. Nicolas Cage spult Erklärungen über verborgene Karten und die Gründerväter der USA mit der Begeisterung eines Mannes herunter, der gerade seine Einkaufsliste vorliest.

Doch sobald die eigentliche Schatzsuche beginnt, wird aus all dem absurden Vorgeplänkel plötzlich die perfekte Grundlage für immer aufwendigere Raubzüge und historische Rätsel, die erstaunlich gut funktionieren. Der Film hört auf, sich für seine Albernheit zu entschuldigen, und zieht die Absurdität einfach konsequent durch – bis hin zum Diebstahl der Unabhängigkeitserklärung. | © Walt Disney Pictures

Upgrade

2. Upgrade (2018)

Upgrade beginnt als etwas holpriger Rachethriller mit einer ziemlich albernen Ausgangsidee: Ein Computerchip verwandelt einen gelähmten Mann in eine menschliche Kampfmaschine. Die erste Hälfte wirkt, als würde der Film unbedingt edgy sein wollen. Die hölzernen Dialoge und die vorhersehbare Handlung lassen das Ganze zunächst ziemlich billig wirken.

Doch dann setzen die Actionszenen ein und plötzlich wird aus der absurden Idee die größte Stärke des Films. Wie der Chip während der Kämpfe die Kontrolle übernimmt, sorgt für eine seltsame, ruckartige Choreografie, die Gewalt auf einmal gleichzeitig verstörend und erstaunlich innovativ wirken lässt. | © Universal Pictures

Cropped Rogue One A Star Wars Story

1. Rogue One: A Star Wars Story (2016)

Rogue One verbringt seine erste Stunde damit, viel zu viele Figuren auf viel zu vielen Planeten einzuführen, ohne jemandem genug Zeit zu geben, wirklich Bedeutung zu entwickeln. Das Tempo zieht sich durch endlose Erklärungen rund um die Pläne des Todessterns, während das Ensemble kaum Chemie entwickelt und die Motivationen der einzelnen Figuren oft unklar bleiben.

Doch dann kommt Scarif – und plötzlich erinnert sich der Film daran, dass er eigentlich ein Kriegsfilm sein soll und nicht bloß die Vorbereitung darauf. Die Schlacht am Strand und Vaders Massaker im Korridor verwandeln all die zuvor verstreuten Einzelteile in das brutalste Star Wars, das es bis dahin gegeben hat. | © Walt Disney Studios Motion Pictures

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