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15 Filme, die heute fast vergessen sind

1-15

Michelle Baier Michelle Baier
Filme und Serien - September 8th 2026, 07:30 MESZ
The Wash

15. The Wash (2001)

The Wash kam 2001 als Kiffer-Komödie mit Buddy-Movie-Elementen in die Kinos. Darin spielen Snoop Dogg und Dr. Dre zwei Mitarbeiter einer Autowaschanlage, die in die Machenschaften rund um einen Raubüberfall geraten. Der Film wirkte allerdings eher wie eine Ausrede dafür, gemeinsam mit zwei Rap-Legenden abzuhängen, als wie eine wirklich durchdachte Geschichte. Die Handlung mäanderte zwischen chaotischen Erlebnissen am Arbeitsplatz und einem halbherzigen Krimi hin und her.

Viele Zuschauer hatten vermutlich eine deutlich lustigere oder zumindest zielgerichtetere Komödie erwartet. Stattdessen bekamen sie einen erstaunlich zurückhaltenden Film, der offenbar mehr daran interessiert war, möglichst viele Gastauftritte unterzubringen, als einen echten Spannungsbogen aufzubauen. The Wash geriet deshalb schnell in Vergessenheit – auch weil der Film nie so recht wusste, ob er lieber Friday oder Rush Hour sein wollte. | © Lions Gate Entertainment

The Crazysitter

14. The Crazysitter (1994)

The Crazysitter schickt eine jugendliche Babysitterin in eine Nacht voller Chaos, als sie durch Zufall zwischen Juwelendiebe, Auftragskiller und eine Leiche gerät, die einfach nicht dort bleiben will, wo sie hingehört. Beverly D’Angelo spielt die völlig durchgeknallte Titelheldin, die aus einem eigentlich ganz normalen Babysitter-Abend ein immer weiter eskalierendes Chaos macht, das von Minute zu Minute absurder wird.

Der Film steht vollkommen zu seiner eigenen Absurdität und versucht gar nicht erst, sich dafür zu rechtfertigen, wie weit er jede Situation über die Grenzen jeglicher Logik hinaus treibt. Wer nachts zufällig beim Zappen im Kabelfernsehen darauf stieß, dürfte sich vermutlich gefragt haben, ob er gerade einen kompletten Fiebertraum erlebt. | © Republic Pictures

My Boyfriends Back

13. Mein Freund, der Zombie (1993)

Mein Freund, der Zombie macht aus einer typischen Teenager-Romanze kurzerhand eine waschechte Zombie-Komödie. Im Mittelpunkt steht ein Highschool-Schüler, der bei dem Versuch stirbt, seine Angebetete zu beeindrucken – und anschließend von den Toten zurückkehrt, um sie zum Abschlussball auszuführen.

Der Film zieht seine absurde Ausgangsidee konsequent durch und behandelt die Probleme einer Beziehung mit einem Untoten genauso ernst wie jedes andere Hindernis in einer Teenie-Komödie. Was zunächst wie ein billiger Gag hätte wirken können, entwickelt sich dadurch zu einer überraschend charmanten Geschichte darüber, wie weit Menschen aus Liebe zu gehen bereit sind.

Das Ganze funktioniert vor allem deshalb so gut, weil der Film seine eigene Verrücktheit niemals selbstironisch kommentiert oder sich dafür entschuldigt. | © Touchstone Pictures

Wild Hearts Cant Be Broken

12. Das Herz einer Amazone (1991)

Das Herz einer Amazone erzählt die Geschichte eines Teenager-Mädchens, das während der Großen Depression von zu Hause wegläuft, um sich einer reisenden Show anzuschließen. Dort stürzt sie sich mit Pferden von rund zwölf Meter hohen Plattformen in Wasserbecken.

Die Stunts sind echt, die Liebesgeschichte wirkt glaubwürdig, und Gabrielle Anwar verkörpert ihre Rolle mit voller Hingabe: Ihre Figur weigert sich, ihre gefährliche Karriere wegen ihrer Erblindung aufzugeben. Disney produzierte den Film als Familienunterhaltung, doch die körperliche Gefahr und die raue, ungefilterte Atmosphäre verleihen ihm deutlich mehr Gewicht als den meisten Live-Action-Filmen des Studios aus dieser Zeit.

Es ist einer dieser seltenen inspirierenden Filme, die einem nichts vormachen wollen: Sie zeigen ehrlich, wie schwierig das Leben tatsächlich werden kann – und wie viel Kraft es braucht, trotzdem weiterzumachen. | © Walt Disney Pictures

Cropped Chances Are 1989

11. Ein himmlischer Liebhaber (1989)

Ein himmlischer Liebhaber baut seine gesamte Handlung auf einem der wohl denkbar kompliziertesten romantischen Szenarien auf: Eine Frau verliebt sich in ihren wiedergeborenen Ehemann, der nun im Körper eines deutlich jüngeren Mannes lebt und sich an nichts aus seinem früheren Leben mit ihr erinnert.

Cybill Shepherd und Robert Downey Jr. schaffen es tatsächlich, dieses metaphysische Liebesdreieck charmant wirken zu lassen, statt zutiefst unangenehm – selbst dann, wenn die ohnehin schon komplizierte Geschichte zunehmend verworrener wird. Der Film zieht seine ungewöhnliche Idee konsequent durch und nimmt seine eigenen Regeln über Seelen, Schicksal und die Frage, ob wahre Liebe selbst den Tod und den vollständigen Verlust aller Erinnerungen überdauern kann, vollkommen ernst.

Was leicht zu einer verstörenden Katastrophe hätte werden können, entpuppt sich stattdessen als eine eigenwillige kleine romantische Fantasy-Geschichte, die darauf vertraut, dass sich das Publikum auf ihre übernatürliche Absurdität einlässt. | © TriStar Pictures

Heart and Souls

10. 4 himmlische Freunde (1993)

4 himmlische Freunde nimmt die Idee eines Mannes, der von vier Geistern heimgesucht wird, und macht daraus überraschenderweise keine Gruselgeschichte, sondern eine warmherzige Geschichte. Robert Downey Jr. wird nacheinander von den verschiedenen Geistern besessen und muss dadurch unter anderem in die Rolle eines Lounge-Sängers und einer weinerlichen Mutter schlüpfen. Dabei kann er seine völlig entfesselte Energie zeigen – lange bevor er als Iron Man weltberühmt wurde.

Der Film zieht seine zunächst völlig absurde Idee konsequent durch und schafft es trotzdem, echte Emotionen für Figuren zu erzeugen, die buchstäblich tot sind. Heart and Souls gehört zu den Filmen, die für ein zynisches Publikum fast schon zu aufrichtig wirken, gleichzeitig aber so ungewöhnlich sind, dass sie nie wirklich zum Mainstream passen. | © Universal Pictures

Pow

9. Powder (1995)

Powder erzählt die Geschichte eines Albino-Teenagers mit übernatürlichen Fähigkeiten, der nach einem Leben in völliger Isolation erstmals mit der Außenwelt in Kontakt kommt. Der Film nimmt seine paranormale Ausgangsidee vollkommen ernst und führt die Geschichte zu Momenten, in denen Sean Patrick Flanerys Figur telekinetische Kräfte und eine Art emotionale Telepathie zeigt. Dadurch wirken seine Fähigkeiten weniger wie typische übernatürliche Filmtricks und eher wie spirituelle Erfahrungen.

Regisseur Victor Salva inszeniert die entsprechenden Szenen bewusst mit dem Ziel, tief zu berühren, statt mit spektakulären Effekten zu beeindrucken. Besonders eindringlich wird es, wenn Powder andere Menschen buchstäblich spüren lässt, was ihre Opfer durchmachen.

Der gesamte Film bewegt sich auf einer ganz eigenen Wellenlänge: Entweder erreicht er die Zuschauer emotional – oder er lässt sie vollkommen kalt. Viel Raum für etwas dazwischen bleibt kaum. | © Hollywood Pictures

Cropped raising arizona 1987

8. Arizona Junior (1987)

Arizona Junior macht aus einer eigentlich simplen Entführungsgeschichte eine der herrlich durchgeknalltesten Komödien der Coen-Brüder. Nicolas Cage und Holly Hunter spielen ein verzweifeltes Paar mit Kinderwunsch, das ein Baby von einem Möbelmagnaten entführt, der gerade Vater von Fünflingen geworden ist.

Der Film springt mühelos zwischen Slapstick-Verfolgungsjagden, wilden Traumsequenzen und überraschend gefühlvollen Momenten über den Wunsch nach einer eigenen Familie hin und her. Gleichzeitig sprechen die Figuren allesamt, als wären sie direkt einem besonders wortreichen Western entsprungen.

Cage liefert dabei eine seiner zurückhaltendsten frühen Darstellungen ab, was das Chaos um ihn herum irgendwie nur noch wilder wirken lässt. Raising Arizona folgt der Logik eines Zeichentrickfilms, vergisst dabei aber nie, seine Figuren ernst zu nehmen und ihnen echtes Herz zu verleihen. | © 20th Century Fox

Big Trouble in Little China

7. Big Trouble in Little China (1986)

Big Trouble in Little China wirft so ziemlich jedes klassische B-Movie-Element in einen Mixer und erschafft daraus etwas, das gleichzeitig völlig lächerlich und erstaunlich ernsthaft wirkt. Kurt Russell spielt einen Trucker, der mitten in einen uralten mystischen Krieg unter den Straßen von San Franciscos Chinatown gerät. Der Film nimmt sich dabei nicht eine Sekunde Zeit, um zu klären, ob er eigentlich Komödie, Actionfilm oder übernatürliches Abenteuer sein möchte.

John Carpenter inszeniert das Ganze, als würde er den teuersten Grindhouse-Film aller Zeiten drehen – mit spektakulären Kung-Fu-Kämpfen, Zauberern mit leuchtenden Augen und Dialogen, die klingen, als hätte sie jemand ausschließlich aus alten Western gelernt.

Am Ende droht der Film förmlich unter seiner eigenen Absurdität zusammenzubrechen – und genau das macht seinen Charme aus. | © 20th Century Fox

Brainstorm

6. Brainstorm (1983)

Brainstorm versprach dem Publikum die Möglichkeit, durch ein revolutionäres Aufnahmegerät die Erinnerungen und Sinneseindrücke anderer Menschen selbst zu erleben. Doch hinter der Science-Fiction-Idee verbarg sich letztlich eine Geschichte über Verlust und die Gefahren einer Technologie, die immer weiter geht.

Der Science-Fiction-Thriller von Douglas Trumbull wurde vor allem durch den tragischen Tod von Natalie Wood während der Dreharbeiten überschattet. Dadurch wirkt der Film im Rückblick zugleich unvollendet und auf beinahe unheimliche Weise passend zu seinen eigenen Themen. Die Geschichte stellt die Frage, was passiert, wenn sich menschliches Bewusstsein aufzeichnen und wieder abspielen lässt – und entwickelt sich dabei zunehmend zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit. Das wirkt besonders eindringlich, wenn man weiß, dass einer der Stars die fertige Fassung des Films nie sehen konnte.

Bis heute erinnern sich viele Menschen eher an die Tragödie rund um die Produktion als an den Film selbst. Ausgerechnet das steht jedoch im Widerspruch zu dem, was Trumbull mit Brainstorm eigentlich erreichen wollte. | © MGM/UA Entertainment Co.

Sneakers 1992

5. Sneakers – Die Lautlosen (1992)

Sneakers – Die Lautlosen ist wohl einer der cleversten Heist-Filme, über den heute kaum noch jemand spricht. Vielleicht liegt das auch daran, dass er genau zu der Zeit erschien, als das Publikum langsam genug davon hatte, Hackern dabei zuzusehen, wie sie dramatisch auf Computertastaturen herumtippen.

Robert Redford führt ein Team aus Sicherheitsexperten an, die in Gebäude und Systeme einbrechen, um deren Sicherheitsvorkehrungen auf die Probe zu stellen. Doch als ein Auftrag schiefläuft, geraten sie an ein Gerät, mit dem sich angeblich jede Verschlüsselung der Welt knacken lässt.

Das Ensemble sorgt dabei für jede Menge Abwechslung: Dan Aykroyd liefert paranoide Verschwörungstheorien, Sidney Poitier gibt den besonnenen Gegenpol und River Phoenix spielt den jungen Hacker, der tatsächlich weiß, was er tut.

Sneakers ist einer dieser seltenen Tech-Thriller, bei denen die Menschen hinter der Technologie wichtiger sind als die Gadgets selbst. | © Universal Pictures

The Game

4. The Game – Das Geschenk seines Lebens (1997)

The Game – Das Geschenk seines Lebens stürzt Michael Douglas in einen Psychothriller, in dem nichts so ist, wie es scheint – nicht einmal die Geschichte selbst. Was zunächst mit einem mysteriösen Geburtstagsgeschenk für einen wohlhabenden Mann beginnt, entwickelt sich schnell zu einer ausgeklügelten Verschwörung, bei der man nie weiß, was tatsächlich passiert, was nur inszeniert ist oder ob hinter allem etwas noch viel Unheimlicheres steckt.

David Fincher baut den gesamten Film auf der Idee auf, dass Paranoia und Luxus eine geradezu perfekte Kombination ergeben. Je mehr der Protagonist an seinem eigenen Verstand und seiner Umgebung zweifelt, desto schwerer fällt es auch dem Publikum, zwischen Realität und Täuschung zu unterscheiden.

Das Ende kann den gesamten Film entweder retten oder zunichtemachen – je nachdem, ob man den finalen Twist für schlüssig hält oder einfach für einen billigen Trick, um die Geschichte irgendwie aufzulösen. | © PolyGram Filmed Entertainment

Strange Days

3. Strange Days (1995)

Strange Days entführt das Publikum ins Los Angeles des Jahres 1999, wo Menschen sich berauschen, indem sie die Erinnerungen und Erlebnisse anderer über illegale Gehirnaufzeichnungen miterleben. Kathryn Bigelow entwirft daraus einen düsteren Cyberpunk-Albtraum, in dem es um rassistische Spannungen, Polizeigewalt und eine Technologie geht, die weniger futuristisch als vielmehr erschreckend invasiv wirkt.

Der Film nahm damit Jahre vor dem Aufstieg der sozialen Medien vorweg, wie süchtig machend digitale Voyeurismus werden könnte. Was damals noch wie eine dystopische Zukunftsvision wirkte, erscheint heute fast schon unheimlich aktuell.

Viele Zuschauer schreckten jedoch vor der Laufzeit von zweieinhalb Stunden und der düsteren Vorstellung einer nahen Zukunft zurück. So geriet Strange Days trotz seiner visionären Ideen zunehmend in Vergessenheit. | © 20th Century Fox

Cropped event horizon 1997

2. Event Horizon – Am Rande des Universums (1997)

Event Horizon – Am Rande des Universums nimmt die klassische Ausgangssituation einer Rettungsmission im Weltraum und macht daraus etwas, das eher wie ein Spukhausfilm mit Science-Fiction-Anstrich wirkt. Das Raumschiff selbst wird dabei zum eigentlichen Bösewicht: Es ist in eine Dimension gereist, die die Figuren nur als eine Art Hölle beschreiben können – und hat deren Einfluss mit zurückgebracht.

Paul W. S. Anderson setzt beim Horror vor allem auf praktische Effekte und drastischen Body Horror, der stellenweise wirklich verstörend wird. Besonders die späteren Szenen, die für die Kinofassung gekürzt werden mussten, gingen dabei an die Grenzen des Erträglichen.

Der Film zieht seine Idee konsequent durch: Hier geht es um ein Raumschiff, das buchstäblich in der Hölle war – und etwas von dort mit zurückgebracht hat. | © Paramount Pictures

Dark City 1998

1. Dark City (1998)

Dark City entwirft eine Welt, in der Erinnerungen jede Nacht neu geschrieben werden und die Sonne niemals aufgeht. Der eigentliche Kniff besteht jedoch darin, dass der Film diese ungewöhnliche Idee nicht einfach als cleveres Gedankenspiel präsentiert, sondern ihr von Anfang an eine enorme Dringlichkeit verleiht.

Rufus Sewell erwacht ohne jede Erinnerung in einer Badewanne – neben ihm liegt eine tote Frau. Von da an versucht er herauszufinden, was mit ihm passiert ist, und entdeckt dabei nach und nach, dass seine gesamte Realität ein gewaltiges Laborexperiment ist, das von blassen Außerirdischen in Ledermänteln kontrolliert wird.

Der Film zieht seine Mischung aus Film Noir und Science-Fiction konsequent durch und erschafft eine Welt, die wie der düstere Cousin von Blade Runner wirkt – einer, der etwas zu viel Philip K. Dick gelesen hat.

Was Dark City von anderen Mindfuck-Thrillern unterscheidet, ist die persönliche Ebene der Geschichte: Selbst als die Handlung immer größere, geradezu kosmische Ausmaße annimmt, bleibt das Rätsel für die Hauptfigur zutiefst persönlich. | © New Line Cinema

1-15

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