Prasselnder Regen am Fenster, eingekuschelt in eine Decke auf dem Sofa und dazu der passende Film - so wird aus einem grauen Wochenende ein perfekter Tag. Hier sind 15 stimmungsvolle Filme, perfekt gemacht für Schmuddelwetter.
Im Jahr 2016 ist niemand ins Kino gegangen, um A Cure for Wellness zu sehen - und das ist eine Schande, denn der Film ist auf die bestmögliche Art völlig durchgeknallt. Ein Wall-Street-Manager wird losgeschickt, um seinen Chef aus einem Schweizer Wellness-Heilbad zurückzuholen, und landet am Ende in etwas, das eher einem Body-Horror-Fiebertraum gleicht. Allein die Aal-Szene trennt die Spreu vom Weizen unter den Zuschauern. Gore Verbinski hat echtes Studio-Geld für etwas so Seltsames ausgegeben, und diesen vollen Einsatz muss man einfach respektieren. | © 20th Century Fox
Guillermo del Toro hat für diesen Film ein ganzes Herrenhaus bauen lassen, und das merkt man jeder einzelnen knarzenden Diele an. Crimson Peak wird zwar unter Horror verbucht, ist aber eigentlich eine Gothic Romance mit Geistern, die blutfarbenen Ton durch die Wände sickern lassen. Mia Wasikowska wandert in Kostümen durch diese Flure, die eigentlich einen eigenen Eintrag im Abspann verdient hätten. Dieser Film belohnt alle, die Atmosphäre mehr schätzen als Jump-Scares - und er entschuldigt sich zu keiner Sekunde für diese Entscheidung. | © Universal Pictures
Was wäre, wenn die Stadt, in der du lebst, jede Nacht neu gebaut würde, während du schläfst? Das ist die Prämisse von Dark City - ein Film, der ein Jahr vor Matrix in die Kinos kam und das Thema der manipulierten Realität wohl mit noch mehr Stil umsetzte. Rufus Sewell verbringt den Film damit, herauszufinden, wer er eigentlich ist, während blasse Fremde, genannt „die Fremden“, Gebäude wie Möbelstücke verrücken. An den Kinokassen ging der Film damals völlig unter und fand sein wahres Publikum erst Jahre später auf Video. | © New Line Cinema
Eine Familie verbannt sich selbst an den Rand des Waldes, und der Wald beginnt prompt, sie zurückzudrängen. The Witch baut Grauen aus dem Verhalten von Ziegen und Kerzenschein auf, anstatt auf Dinge zu setzen, die plötzlich aus der Dunkelheit springen. Anya Taylor-Joy feierte hier ihr Debüt vor amerikanischem Publikum, lange bevor jeder ihren Namen kannte. „Möchtest du ein Leben voller Köstlichkeiten?“ wurde zwar zum Meme, aber im Kontext des Films jagt einem die Zeile immer noch einen eiskalten Schauer über den Rücken. | © A24
Tim Burton hat eine Kurzgeschichte, die jeder aus der Schulzeit kennt, in ein visuell absolut umwerfendes Kunstwerk verwandelt. Johnny Depp spielt Ichabod Crane als zartbesaiteten Ermittler statt als Schullehrer - ein ziemlich eigenwilliger Ansatz im Jahr 1999, der sich aber voll ausgezahlt hat. Der Nebel, die blau-graue Farbpalette, Christopher Walkens spitze Zähne als Hesse - all das macht den Film zu einem Halloween-Klassiker, zu dem die Leute immer wieder zurückkehren. Sleepy Hollow musste nie gruselig sein, um unvergesslich zu bleiben. | © Paramount Pictures
Brandon Lee starb während der Dreharbeiten zu The Crow, und dieser Schatten verlässt den Film zu keiner Sekunde. Die regenüberströmte Rachegeschichte fühlt sich an, als wäre sie im Inneren eines blauen Flecks gedreht worden - voller industriellem Schmutz und schwarzem Eyeliner. Eric Dravens Make-up und sein Trenchcoat begründeten eine ganz eigene Ästhetik, die die eigentliche Handlung überdauerte. Den Film heute anzusehen bedeutet, einer Performance zuzuschauen, die durch ein tragisches Unglück unfreiwillig zum Denkmal wurde. | © Miramax
Eine Mutter hält ihre Kinder vom Sonnenlicht fern, fest davon überzeugt, dass sie an einer seltenen Lichtallergie leiden. Allein diese Prämisse sorgt dafür, dass sich The Others absolut beklemmend anfühlt, noch bevor überhaupt etwas Übernatürliches passiert. Nicole Kidman spielt ihre Rolle so extrem angespannt, dass jedes Knarren im Haus wie eine Bedrohung wirkt. Der Plot-Twist funktioniert so gut, weil der Film zu keinem Zeitpunkt schummelt, um dorthin zu gelangen. | © Dimension Films
Zwei Männer verlieren auf einer abgelegenen Insel den Verstand, und Der Leuchtturm gibt auch dem Zuschauer zu keiner Sekunde das Gefühl, noch ganz bei Sinnen zu sein. Robert Pattinson und Willem Dafoe verbringen den Grossteil der Laufzeit damit, sich anzuschreien, zu trinken und langsam das Zeitgefühl zu verlieren. Die Schwarz-Weiss-Aufnahmen lassen den Nebel und das Nebelhorn wie eigene Charaktere wirken, die einen persönlichen Groll hegen. Am Ende ist man sich nicht mehr sicher, was eigentlich wirklich passiert ist - und genau das ist der Punkt. | © A24
David Fincher jagt den Zodiac-Killer über zweieinhalb Stunden lang und liefert dem Zuschauer am Ende doch keine Verhaftung. Zodiac interessiert sich mehr für den Tribut, den eine krankhafte Obsession fordert, als für den Nervenkitzel der Jagd. Jake Gyllenhaals Charakter, ein Karikaturist, verwandelt sich in einen Mann, der nicht aufhören kann, aus winzigen Beweisschnipseln Schlüsse zu ziehen. Der Film vertraut darauf, dass das Publikum diese Frustration aushält, anstatt sie am Ende bequem aufzulösen. | © Paramount Pictures
Lisbeth Salander fährt auf einem Motorrad ins Bild, gepierct und voller Wut, und der gesamte Film ordnet sich sofort um sie herum neu an. Unter der Regie von David Fincher wird aus Verblendung ein düsterer schwedischer Kriminalfall, der sich noch ein Stück fieser und persönlicher gibt. Rooney Mara spielt Lisbeth wie jemanden, der bereits beschlossen hat, dass die Welt ihr absolut nichts schuldet. Die Ermittlung ist fesselnd, aber Lisbeth ist der Grund, warum man noch heute über den Film spricht. | © Columbia Pictures
Drei Stunden lang hört es in Gotham nicht auf zu regnen, und irgendwie spielt das dem Film voll in die Karten. Robert Pattinson spielt Batman als einen Mann, der kaum noch die Fassung bewahrt - mehr Detektiv als Schläger, der sich in einer spärlich beleuchteten Wohnung Notizen zusammenkritzelt. Die Morde des Riddlers wirken wie aus einem Krimi und nicht wie aus einem Cartoon, was dem Ganzen eine Schwere verleiht, die die meisten Comic-Verfilmungen überspringen. Es stellt sich heraus, dass ein langsames, durchnässtes und elendes Gotham genau das war, was die Figur gebraucht hat. | © Warner Bros. Pictures
Zwei Mädchen verschwinden an Thanksgiving, und Hugh Jackmans Charakter beschließt, dass die Polizei zu langsam arbeitet. Was folgt, ist kein Thriller, der auf Plot-Twists setzt, sondern einer, der aus purem Grauen, langen Verhörszenen und einem Keller besteht, bei dem das Hinsehen immer schwerer fällt, je länger der Film dauert. Jake Gyllenhaal spielt den Detektiv wie jemanden, der im Papierkram ertrinkt, während ein Vater in etwas abgleitet, das noch schlimmer ist als Trauer. Niemand verlässt Prisoners mit einem guten Gefühl - und genau das war schon immer die Absicht. | © Warner Bros. Pictures
Dreißig Jahre nach dem Original hat endlich jemand einen Grund gefunden, in diese Welt zurückzukehren - und es hat sich gelohnt. Ryan Gosling spielt einen Blade Runner auf der Jagd nach einem Geheimnis, das alles erschüttern könnte, was er über seine eigene Identität zu wissen glaubt. Dabei streift er durch orangefarbene Staubstürme und das überschwemmte, in Neonlicht ertränkte Las Vegas. Roger Deakins hat den Film so gedreht, dass man jedes einzelne Bild einrahmen und an die Wand hängen könnte. Nur wenige Fortsetzungen strahlten je eine solche filmische Gelassenheit aus und weigerten sich so konsequent, sich zu beeilen. | © Warner Bros. Pictures
Leonardo DiCaprio verbringt den Großteil von Shutter Island damit, das Verschwinden einer Patientin in einer Psychiatrie für kriminelle Geisteskranke zu untersuchen - und irgendetwas an diesem Ort geht einfach nicht auf. Martin Scorsese setzt voll auf Nebel, Stürme und eine Filmmusik, die einen zu warnen scheint, noch bevor überhaupt etwas auf der Leinwand passiert. Die Anstalt selbst wird zu einem eigenen Charakter, voller steinerner Korridore und verschlossener Stationen, die sich im Laufe seines Aufenthalts regelrecht zu verändern scheinen. Das Ende wirft ein völlig neues Licht auf alles Vorherige - ein Kunststück, das nur wenigen Plot-Twists so glaubwürdig gelingt. | © Paramount Pictures
Eine Stadt, in der es ununterbrochen regnet, gibt die Stimmung vor, noch bevor die eigentliche Handlung überhaupt in Fahrt kommt. Morgan Freeman und Brad Pitt jagen einen Mörder, der die sieben Todsünden in Tatorte verwandelt, von denen einer akribischer inszeniert ist als der andere. Der Schmutz an jeder Wand und der ständige Nieselregen lassen die Ermittlung wirken, als fände sie im Inneren von etwas Verrottendem statt. Diese eine Box in der Schlussszene hat das Verständnis einer ganzen Generation darüber verändert, wie ein Filmende funktionieren kann. | © New Line Cinema
Prasselnder Regen am Fenster, eingekuschelt in eine Decke auf dem Sofa und dazu der passende Film - so wird aus einem grauen Wochenende ein perfekter Tag. Hier sind 15 stimmungsvolle Filme, perfekt gemacht für Schmuddelwetter.
Prasselnder Regen am Fenster, eingekuschelt in eine Decke auf dem Sofa und dazu der passende Film - so wird aus einem grauen Wochenende ein perfekter Tag. Hier sind 15 stimmungsvolle Filme, perfekt gemacht für Schmuddelwetter.