4. The Idol (2023)
The Idol versprach eine düstere Satire über das Leben als Popstar, lieferte aber stattdessen etwas, das eher wie ein teurer Fiebertraum über die Musikindustrie wirkte – geschrieben von Menschen, die offenbar noch nie einem Popstar tatsächlich begegnet waren. Jede Folge schien vor allem darauf ausgelegt zu sein, zu schockieren, statt etwas zu hinterfragen, und häufte explizite Inhalte sowie bizarre Entscheidungen der Figuren an, die das Ganze weniger wie Gesellschaftskritik und mehr wie Ausbeutung im Gewand einer Prestige-Serie wirken ließen.
Die Serie verbrannte ihre Handlungsstränge so rücksichtslos, dass wichtige Plotpunkte innerhalb einzelner Folgen auftauchten und wieder verschwanden. Dadurch fragten sich die Zuschauer irgendwann, ob überhaupt jemand wusste, wohin das Ganze eigentlich führen sollte. Was eine pointierte Kritik an der Promikultur hätte werden können, wurde stattdessen genau zu dem oberflächlichen, selbstverliebten Chaos, das die Serie eigentlich entlarven wollte. | © HBO