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15 Schauspieler, die Gott oder den Teufel gespielt haben

1-15

Michelle Baier Michelle Baier
Entertainment - August 17th 2026, 12:30 MESZ
Harvey Stephens in The Omen

15. Das Omen (1976)

Für Das Omen brauchte es einen Kinderdarsteller, der aufrichtig unheimlich wirken konnte, ohne sich dabei zu sehr anzustrengen – und Harvey Stephens lieferte genau diese stille Bedrohlichkeit. Sein Damien wirkt nie wie ein Kind, das versucht, böse zu spielen. Stattdessen verleiht Stephens ihm eine beunruhigende Ruhe, durch die sich jede Szene auf eine Weise falsch anfühlt, die allein das Drehbuch niemals hätte erzeugen können. Die Darstellung funktioniert vor allem deshalb so gut, weil sie den Eindruck vermittelt, dass sich hinter ganz normalen Momenten aus der Kindheit etwas Unmenschliches verbirgt. | © 20th Century Fox

James Craig in All That Money Can Buy

14. Der Teufel und Daniel Webster (1941)

James Craig spielt den Teufel in Der Teufel und Daniel Webster als redegewandten Geschäftsmann und verwandelt die Faust-Geschichte in eine Moralgeschichte über die Gier Amerikas während der Großen Depression. Der Film gewann einen Oscar für seine Filmmusik, doch Craig stiehlt mit seiner Darstellung als Lucifer jede Szene, indem er die Verdammnis wie das beste Geschäft aussehen lässt, das man sich nur wünschen könnte. Er verkauft das Böse mit dem Charme eines Gebrauchtwagenhändlers, der selbst vollkommen von seinem Produkt überzeugt ist. Die Darstellung funktioniert vor allem deshalb so gut, weil Craig einen nie vergessen lässt, dass der größte Trick des Teufels darin besteht, Korruption vernünftig und sogar verlockend erscheinen zu lassen. | © RKO Pictures

Vincent Price in The Story of Mankind

13. The Story of Mankind (1957)

The Story of Mankind besetzt Vincent Price als Teufel in einem kosmischen Gerichtsdrama, in dem er mit Ronald Colmans himmlischem Anwalt darüber streitet, ob die Menschheit es verdient hat, weiterzuleben. Price bringt dabei seine gewohnt theatralische Bedrohlichkeit ein und argumentiert, dass die Menschheit die Vernichtung verdient habe. Als Beweise führt er historische Tyrannen und Katastrophen an – in einem übernatürlichen Gerichtsverfahren, das kaum größer ausfallen könnte.

Der Film versucht, die gesamte Geschichte der Menschheit in eine überladene Allegorie zu packen, inklusive prominenter Gastauftritte, bei denen Stars unter anderem Napoleon und Shakespeare verkörpern. Price holt aus seiner teuflischen Rolle das Beste heraus, selbst während der Film an seinen eigenen übertriebenen Ambitionen zu zerbrechen droht. | © Warner Bros.

The Green Pastures

12. The Green Pastures (1936)

The Green Pastures besetzte Rex Ingram als „De Lawd“ und verlieh der Rolle eine stille Würde, die in weniger fähigen Händen leicht zur Karikatur hätte werden können. Der Film von 1936 basiert auf Marc Connellys mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetem Theaterstück über afroamerikanische volkstümliche Interpretationen von Geschichten aus dem Alten Testament. Ingrams Darstellung trägt die gesamte Inszenierung mit seiner zugleich eindringlichen und sanften Präsenz. Dabei gelingt ihm ein schwieriger Balanceakt zwischen dem volkstümlichen Erzählstil und echter spiritueller Tiefe. Ingram lässt Gott zugleich nahbar und majestätisch wirken, ohne dass seine Darstellung jemals herablassend oder übertrieben theatralisch wirkt. | © Warner Bros.

Emily Watson in Breaking the Waves

11. Breaking the Waves (1996)

Breaking the Waves verlangt Emily Watson eine Darstellung ab, in der sie eine Frau spielt, die Gott so bedingungslos ergeben ist, dass sie sich selbst zugrunde richtet, um die Seele ihres gelähmten Ehemanns zu retten. Watson lässt Bess aufrichtig gläubig wirken, statt sie einfach als psychisch krank darzustellen – selbst als die Figur immer verzweifeltere und erniedrigendere Dinge tut, von denen sie glaubt, dass Gott sie dazu auffordert. Die Darstellung funktioniert vor allem deshalb so gut, weil Watson nie mit einem Augenzwinkern aus der Rolle fällt oder den Eindruck vermittelt, Bess liege falsch, wenn sie Gottes Stimme hört. Sie geht vollkommen in der verdrehten Logik ihrer Figur auf, sodass sich der brutale letzte Akt des Films anfühlt, als würde man dabei zusehen, wie der Glaube eines Menschen gegen ihn selbst eingesetzt wird. | © October Films

Whoopi Goldberg in A Little Bit of Heaven

10. Kein Mittel gegen Liebe (2011)

Kein Mittel gegen Liebe besetzt Whoopi Goldberg als Gott in einer der wohl gnadenlos kitschigsten Krebs-Dramödien überhaupt. Der Film begleitet Kate Hudsons Figur durch ihre unheilbare Krankheit, während Goldbergs göttliche Präsenz ihr spirituelle Ratschläge gibt, die eher nach Kalendersprüchen als nach echtem Trost klingen. Alles rund um Goldbergs Darstellung scheint darauf ausgerichtet zu sein, mit möglichst manipulativen Szenarien Tränen beim Publikum zu erzwingen. Die eigentliche Tragödie besteht darin, einer talentierten Schauspielerin dabei zuzusehen, wie sie versucht, ein Drehbuch zu retten, das sowohl Glauben als auch Sterblichkeit wie Material für eine kitschige Grußkarte behandelt. | © Millennium Entertainment

Harvey Keitel in Little Nicky

9. Little Nicky – Satan Junior (2000)

Little Nicky – Satan Junior zeigt Harvey Keitel als Satan – einen mürrischen, bodenständigen Familienvater aus der Hölle, der klingt, als wäre er gerade von einer Baustelle in Brooklyn gekommen. Die Besetzung funktioniert vor allem deshalb so gut, weil Keitel seine gewohnte Intensität in eine Rolle einbringt, die leicht zu einer belanglosen Comedy-Figur hätte verkommen können. Er nimmt die familiären Probleme des Teufels mit derselben Ernsthaftigkeit, die er auch in einem Scorsese-Film an den Tag legen würde. Adam Sandler darf den liebenswerten, tollpatschigen Sohn der Finsternis spielen, doch Keitel erdet die völlig absurde Prämisse, indem er seine Figur niemals mit einem Augenzwinkern kommentiert. Der Film floppte gewaltig, aber Keitels Darstellung bleibt auf die richtige Art und Weise herrlich seltsam. | © New Line Cinema

Alanis Morissette in Dogma

8. Dogma (1999)

Dogma besetzt Alanis Morissette als Gott – und gerade weil diese Wahl so unerwartet ist, funktioniert sie erstaunlich gut. Kevin Smith hätte sich für eine donnernde Stimme oder eine mystische Erscheinung entscheiden können, stattdessen lässt er die kanadische Singer-Songwriterin flüsternd sprechen und auf einer Parkbank Handstände machen. Ihr Auftritt dauert vielleicht drei Minuten, doch Morissette verkörpert göttliche Autorität als etwas Sanftes und leicht Verspieltes statt als donnernde Allmacht. Es ist eine dieser Besetzungsentscheidungen, die auf dem Papier völlig absurd klingt, aber plötzlich vollkommen logisch erscheint, sobald man sie auf der Leinwand sieht. | © Lions Gate Entertainment

Elizabeth Hurley in Bedazzled

7. Teuflisch (2000)

Teuflisch gibt Elizabeth Hurley die Rolle des Teufels und lässt sie ihn wie eine glamouröse Trickbetrügerin spielen, die viel zu viel Spaß an ihrem Job hat. Sie stolziert in einer Reihe immer absurder werdender Outfits durch jede Szene und verwandelt Brendan Frasers Wünsche in aufwendig inszenierte Streiche, die am Ende irgendwie immer mehr ihr als ihm zugutekommen. Der Film funktioniert vor allem deshalb, weil Hurley sichtlich Freude daran hat, die Böse zu spielen. Sie verleiht ihrer Figur eine spielerische Boshaftigkeit, durch die sich jeder ihrer hinterhältigen Tricks fast wie ein Flirt anfühlt. Die meisten Schauspieler setzen beim Teufel auf Bedrohlichkeit oder Erhabenheit – Hurley hat dagegen einfach Spaß an der Rolle. | © 20th Century Fox

Gabriel Byrne in End of Days

6. End of Days – Nacht ohne Morgen (1999)

Gabriel Byrne spielt in End of Days – Nacht ohne Morgen den Teufel, als würde er gerade für einen düsteren Wirtschaftsthriller vorsprechen. Er verleiht der Rolle eine ruhige Bedrohlichkeit und kalkulierte Intelligenz, die leicht in völlig übertriebene Theatralik hätte abrutschen können. Der Film schickt ihn in einen apokalyptischen Showdown mit Arnold Schwarzeneggers ehemaligem Polizisten, doch Byrne wirkt nie so, als würde er im selben kitschigen Actionfilm wie alle anderen mitspielen. Sein Teufel erinnert eher an einen gefährlichen Geschäftsmann als an ein hysterisch lachendes Monster, wodurch der religiöse Horror ganz anders wirkt als in den üblichen effektreichen Inszenierungen. Gerade der Kontrast zwischen Byrnes bodenständiger Darstellung und der absurden Prämisse des Films macht seinen Satan so einprägsam. | © Universal Pictures

Jack Nicholson in The Witches of Eastwick

5. Die Hexen von Eastwick (1987)

Die Hexen von Eastwick macht aus Jack Nicholson genau die Art von Teufel, die in einer Kleinstadt in Neuengland auftaucht – mit einem Grinsen, das Ärger verspricht, und dem Charisma, das alle dazu bringt, ihn trotzdem haben zu wollen. Sein Daryl Van Horne ist weniger ein klassischer, feuer- und schwefelspuckender Teufel als vielmehr der Typ Freund, der dich zu schlechten Entscheidungen überredet und sie dabei wie den größten Spaß deines Lebens aussehen lässt. Nicholson kostet jeden lüsternen Moment und jedes durchgeknallte Lachen voll aus und spielt Satan als wohlhabenden Exzentriker, der zufällig übernatürliche Kräfte besitzt und keinerlei Grenzen kennt. Die Darstellung funktioniert vor allem deshalb so gut, weil es wirkt, als hätte Nicholson endlich eine Figur gefunden, die mit seiner eigenen manischen Energie mithalten kann. | © Warner Bros.

Robert De Niro in Angel Heart

4. Angel Heart (1987)

Robert De Niro spielt in Angel Heart Louis Cyphre, einen mysteriösen Auftraggeber, der den Privatdetektiv Harry Angel engagiert, um einen verschwundenen Schlagersänger im New Orleans der 1950er-Jahre aufzuspüren. Der Name selbst ist kaum verhülltes Wortspiel, doch De Niro verkörpert die Rolle mit einer derart ruhigen Bedrohlichkeit, dass das Offensichtliche plötzlich wirklich unheimlich wirkt. Er lässt seine Fingernägel lang wachsen, spricht mit bedächtigem Flüstern und schält hartgekochte Eier mit einer Präzision, die selbst alltägliche Handlungen bedrohlich erscheinen lässt. Die Darstellung funktioniert vor allem deshalb so gut, weil De Niro dem Publikum gegenüber nie mit einem Augenzwinkern verrät, wen er tatsächlich spielt. | © TriStar Pictures

Morgan Freeman

3. Evan Allmächtig (2007)

Morgan Freeman kehrte in Evan Allmächtig als Gott zurück, doch diesmal fühlte sich die göttliche Komödie eher wie eine teure Sonntagsschulstunde als wie echte Unterhaltung an. Der Film lässt Steve Carell eine Arche im Vorort von Virginia bauen – was auf dem Papier deutlich lustiger klingt, als es sich über die gesamte Laufzeit voller biblischer Wortspiele und familienfreundlicher Botschaften tatsächlich spielt. Freeman bringt dieselbe warme Autorität mit, die er bereits in Bruce Allmächtig hatte, doch selbst seine Präsenz kann diese Fortsetzung nicht retten, die gute Absichten mit tatsächlichem Humor verwechselt. Die Szenen rund um den Bau der Arche werden schnell eintönig, und am Ende wirkt der ganze Film wie eine sehr teure Erinnerung daran, dass sich ein Erfolg nur selten wiederholen lässt. | © Jimmy Kimmel Live / YouTube

Morgan Freeman in Bruce Almighty

2. Bruce Allmächtig (2003)

Bruce Allmächtig brauchte einen Gott, der nahbar statt einschüchternd wirkt – und Morgan Freeman zu besetzen, war dafür wohl eine der naheliegendsten Entscheidungen, die Hollywood je getroffen hat. Seine Stimme strahlte bereits durch jahrelange Sprecher- und Erzählerarbeit diese warme Autorität aus. Hier darf er jedoch mit göttlicher Macht spielen, ohne dabei seine Erhabenheit zu verlieren. Freeman erklärt die Allmacht Gottes mit derselben Selbstverständlichkeit, als würde er jemandem zeigen, wie man einen Reifen wechselt, und lässt das Übernatürliche dadurch völlig alltäglich wirken. Die Darstellung funktioniert vor allem deshalb so gut, weil er nie mit einem Augenzwinkern darauf hinweist, wie perfekt diese Besetzung eigentlich ist. | © Universal Pictures

Al Pacino in The Devils Advocate

1. Im Auftrag des Teufels (1997)

Al Pacino verwandelt Satan in einen charmanten, redegewandten Anwalt aus Manhattan, der seinen Job ein bisschen zu sehr liebt – und seine Darstellung ist genauso durchgeknallt, wie das klingt. Im Auftrag des Teufels lässt ihn in langen Monologen über freien Willen und Versuchung philosophieren, während er durch eine Anwaltskanzlei stolziert, die im Laufe des Films buchstäblich immer höllischer wird. Pacino stürzt sich so vollkommen in den theatralischen Wahnsinn seiner Rolle, dass er einen Film über einen übernatürlichen Anwaltsstreit wie das Normalste der Welt wirken lässt. Wenn der Teufel schließlich seine Maske fallen lässt, ist vor Pacinos Darstellung keine Kulisse mehr sicher. | © Warner Bros.

1-15

Gott oder den Teufel zu spielen, gehört wohl zu den anspruchsvollsten Rollen, die ein Schauspieler übernehmen kann. Wer sich an solche Figuren wagt, hinterlässt dabei fast immer einen bleibenden Eindruck. Diese 15 Schauspieler verkörperten die ultimativen Kräfte des Guten und Bösen auf der Leinwand – und einige von ihnen hatten dabei offenbar so viel Spaß wie selten zuvor an einem Filmset.

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Gott oder den Teufel zu spielen, gehört wohl zu den anspruchsvollsten Rollen, die ein Schauspieler übernehmen kann. Wer sich an solche Figuren wagt, hinterlässt dabei fast immer einen bleibenden Eindruck. Diese 15 Schauspieler verkörperten die ultimativen Kräfte des Guten und Bösen auf der Leinwand – und einige von ihnen hatten dabei offenbar so viel Spaß wie selten zuvor an einem Filmset.

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