Dadig bekannte sich schuldig, elf Frauen nachgestellt und sie teilweise bedroht zu haben – das Problem dabei sieht er nur bedingt.
Bereits Ende letzten Jahres berichteten wir über den Fall des US-Influencers Brett Dadig, der wegen der Belästigung von 11 Frauen angeklagt war.
Zwischen Hitler-Vergleich und "Gottes Assassin"
Der selbsternannte Flirt-Coach sprach in seinen Videos und Podcasts nicht nur "wahrer Männlichkeit” und jeder weiblichen Person, die er kennenlernte, als “absolute Traumfrau”, und er verglich sich, nachdem sein fragwürdiges Verhalten erstmals publik wurde, auch mit Hitler und drohte Frauen, die ihn verschmähten, unter anderem damit, dass er “Gottes Assassin” sei.
Laut Anklage habe Dadig über einen längeren Zeitraum hinweg mehrere Frauen online belästigt, beleidigt und bedroht. Die Vorwürfe reichen von aggressiven Nachrichten und öffentlichen Beschimpfungen bis hin zu realen Nachstellungen, dem Aufsuchen von Arbeitsplätzen und dem Veröffentlichen privater Informationen inklusive der Drohung einem seiner Opfer den Kiefer zu brechen.
Der Podcast des Angeklagten erleichterte die Ermittlungsarbeit
Seinem Unverständnis darüber, warum die Frauen ihm nicht zu Füßen lagen und wie er sich dafür "rächte", machte er in seinem Podcast Luft, was es für Ermittler und Staatsanwaltschaft recht einfach machte, ihn als Schuldigen zu überführen.
Die Aussagen der Frauen deckten sich teils lückenlos mit dem was Dadig erzählte, da wo er bewusst Dinge ausließ, konnten die Opfer die eigenen Aussagen untereinander stützen und bestätigen.
Bis zu 55 Jahre Haft oder 2,75 Mio. Dollar Strafe
Für Dadig selbst schien der Fall allerdings nicht ganz so klar zu sein. Vor Gericht betonte er, noch nie zuvor verurteilt worden zu sein und ließ durch seinen Anwalt verlauten, dass er ein mental gesunderCollege-Absolvent mit einer ihn liebenden, unterstützenden Familie sei, die sich um seine Gesundheit sorgen würden.
Dennoch plädierte er am 31. März auf schuldig in 11 der 14 Anklagepunkte und wartet nun auf den Urteilsspruch, der am 9. Juli festgelegt werden soll. Der Richter betonte, dass für die Anklagepunkte, zu welchen Dadig sich schuldig bekannte, insgesamt eine Haftstrafe von bis zu 55 Jahren zu erwarten sein könnte oder er mit einer Geldstrafe von bis zu 2,75 Millionen US-Dollar rechnen müsste.
