Die Welt kannte sie als die Mutter aus Kevin – Allein Zuhause, doch O'Hara war und ist so viel mehr.
Für viele von uns wäre ein Weihnachten ohne Kevin – Allein zu Haus nicht vorstellbar. Der Film rund um Kevin McAllister und seinen Kampf gegen zwei Einbrecher samt saw-esker Fallen ist eine so wichtige Tradition, dass die Figuren darin selbst ein liebgewonnener Teil von Weihnachten wurden. Am 30. Januar hat uns ein Teil dieser imaginären Ersatzfamilie jedoch für immer verlassen.
Catherine O’Hara ist tot
Die kanadisch-amerikanische Schauspielerin, Komikerin und Drehbuchautorin Catherine Anne O’Hara ist am Freitag im Alter von 71 Jahren in Los Angeles verstorben. Mit ihr verliert die Film- und Fernsehwelt eine außergewöhnliche Künstlerin, deren Humor ebenso scharf wie warmherzig war und die Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern geprägt hat.
O’Hara wurde am 4. März 1954 in Toronto, Kanada, geboren und wuchs in einer großen Familie auf. Früh zeigte sich ihr Talent für Schauspiel und Komik. Ihren künstlerischen Durchbruch erarbeitete sie sich in der legendären Improvisations- und Sketch-Comedy-Szene von Second City, wo sie Teil einer kreativen Generation wurde, die die moderne Comedy nachhaltig veränderte. Schon dort fiel sie nicht nur als Darstellerin, sondern auch als Autorin durch ihren feinen Sinn für Timing, Charakterzeichnung und Sprachwitz auf.
In den 1970er- und 1980er-Jahren machte sie sich durch ihre Arbeit in Fernsehformaten einen Namen und erhielt früh Anerkennung für ihre Leistungen hinter und vor der Kamera. Diese Phase legte den Grundstein für eine Karriere, die sich über mehr als fünf Jahrzehnte erstrecken sollte.
Von Delia Deetz bis Kate McAllister
Internationale Aufmerksamkeit erlangte O’Hara spätestens Ende der 1980er-Jahre, als sie in Beetlejuice die exzentrische Delia Deetz verkörperte. Die Rolle zeigte bereits ihre besondere Fähigkeit, schräge Figuren mit Tiefe und Menschlichkeit zu versehen.
Unvergessen bleibt jedoch vor allem ihre Darstellung der Kate McCallister in Kevin – Allein zu Haus und dessen Fortsetzung Allein in New York. Als Mutter des kleinen Kevin wurde Catherine O’Hara für Millionen Menschen weltweit zu einem festen Bestandteil der Weihnachtszeit. Ihre Figur war nicht nur komödiantisch, sondern auch emotional glaubwürdig – eine Mutter zwischen Chaos, Schuldgefühlen und unbedingter Liebe. Diese Rolle machte sie zu einem Publikumsliebling und prägte das Familienkino der 1990er-Jahre nachhaltig.
Ein späterer Karrierehöhepunkt folgte mit der Rolle der Moira Rose in der preisgekrönten Serie Schitt’s Creek. Mit überzeichnetem Stil, einzigartiger Sprache und großer emotionaler Tiefe schuf O’Hara eine der denkwürdigsten Comedy-Figuren des modernen Fernsehens. Für diese Leistung wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und von Kritik wie Publikum gleichermaßen gefeiert.
Darüber hinaus war sie in vielen weiteren Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, darunter Mockumentaries, Animationsfilme und anspruchsvolle Serienformate. Ihre Vielseitigkeit – von Slapstick bis Tragikomödie – blieb bis zuletzt ihr Markenzeichen.
Engagement gegen Krebs und für die LGBTQ+-Community
Abseits der Leinwand nutzte Catherine O’Hara ihre Bekanntheit, um gesellschaftliche und soziale Anliegen zu unterstützen. Sie engagierte sich über Jahre hinweg für Organisationen, die sich der Krebsforschung widmen, sowie für Projekte, die obdachlosen Familien und benachteiligten Menschen helfen. Spenden, Benefizauftritte und öffentliches Engagement waren für sie keine PR-Aktionen, sondern Ausdruck persönlicher Überzeugung.
Auch als Unterstützerin von Diversität und Gleichberechtigung genoss sie großen Respekt. Insbesondere ihre Verbundenheit mit der LGBTQ+-Community und ihre Arbeit an Produktionen, die Vielfalt selbstverständlich und respektvoll darstellten, machten sie für viele Menschen zu einer wichtigen Identifikationsfigur.
Abschied einer imaginären Mutter und echter Hollywood Ikone
Die Nachricht vom Tod Catherine O’Haras löste weltweit große Betroffenheit aus. Kolleginnen und Kollegen aus Film und Fernsehen würdigten sie als Ausnahmetalent, als kreative Partnerin und als warmherzigen Menschen. Besonders bewegend fielen die Reaktionen jener aus, die viele Jahre mit ihr zusammengearbeitet hatten und von einer tiefen persönlichen Verbundenheit sprachen.
Auch ihr Filmsohn Macaulay Culkin, erinnerte öffentlich an sie und beschrieb sie nicht nur als Kollegin, sondern als wichtige Bezugsperson. Zahlreiche weitere Schauspielerinnen, Schauspieler und Kreative teilten Erinnerungen, Fotos und Dankesworte.
Fans auf der ganzen Welt reagierten mit Trauer, aber auch mit Dankbarkeit. In sozialen Netzwerken erinnerten viele daran, wie sehr Catherine O’Hara ihr Leben begleitet habe – als Teil von Kindheitserinnerungen, Familienabenden und liebgewonnenen Filmtraditionen.
Catherine O’Hara hinterlässt ein beeindruckendes Werk und ein Vermächtnis, das weit über Preise und Rollen hinausgeht. Sie war eine Künstlerin, die Humor nie als bloßen Selbstzweck verstand, sondern als Mittel, Menschlichkeit sichtbar zu machen. Ihre Figuren waren überzeichnet und doch wahr, komisch und zugleich berührend.
Wir Gedenken ihrer jetzt, aber ganz sicher auch zu Weihnachten, wenn wir uns einer langegehegten Tradition wieder besonders bewusst werden und dabei zusehen, wie O'Hara auf humoristisch großartige Art ihren Sohn Kevin – Allein zu Haus vergisst.