Sein Weg führte von Take That, zu einer Solokarriere bis zum selbstkritischen Blick auf die eigene Karriere.
Heute feiert Robbie Williams Geburtstag – und mit ihm ein Künstler, der wie kaum ein anderer für die Extreme des Popgeschäfts steht: euphorischer Erfolg, tiefe Krisen, radikale Offenheit und ein erstaunlicher künstlerischer Überlebenswille.
Geboren 1974 in Stoke-on-Trent, wuchs Williams in einfachen Verhältnissen auf. Früh zeigte sich sein Drang nach Aufmerksamkeit, Bühne und Anerkennung – aber auch eine Verletzlichkeit, die ihn sein ganzes Leben begleiten sollte. Berühmt wurde er sehr jung, und genau darin lag von Anfang an die Gefahr.
Von Take That auf die eigenen Füße
Als jüngstes Mitglied von Take That wurde Robbie Williams Anfang der 1990er-Jahre zum Teenie-Idol. Der Erfolg war gigantisch, der Druck ebenso. Während die Band makellosen Pop verkörperte, passte Williams mit seinem rebellischen Wesen immer weniger ins Konzept. 1995 folgte der Bruch – öffentlich, chaotisch, schmerzhaft.
Was danach kam, ist Popgeschichte. Als Solokünstler entwickelte sich Robbie Williams zu einem der größten Entertainer Europas. Seine Songs waren ironisch, verletzlich, größenwahnsinnig und selbstkritisch zugleich. Er sang über Ruhm, Einsamkeit, Intimität, Depression und Selbsthass – oft mit einem Augenzwinkern, manchmal schonungslos offen.
Parallel dazu kämpfte er mit Suchtproblemen und psychischen Erkrankungen. Williams machte diese Kämpfe nie zum PR-Gag, sondern sprach immer wieder offen darüber. Gerade diese Ehrlichkeit schuf eine ungewöhnlich enge Verbindung zu seinem Publikum.
Ein affiges Biopic
Ein ungewöhnlicher Schritt in der Aufarbeitung seines Lebens ist der Film Better Man. Statt einer klassischen Darstellung entschied man sich für ein radikal anderes Konzept: Robbie Williams wird im Film von einem computeranimierten Affen verkörpert.
Diese ungewöhnliche Entscheidung ist mehr als ein Gag. Sie spiegelt Williams eigenes Selbstbild wider – das Gefühl, im Showbusiness oft wie ein dressiertes Tier betrachtet worden zu sein, beobachtet, bewertet, bejubelt und fallen gelassen. Der Affe steht für Entfremdung, Selbstironie, aber auch für die tiefe Menschlichkeit hinter der Maske des Entertainers. Gerade dadurch wirkt der Film erstaunlich ehrlich, berührend und konsequent.
Robbie Williams ist kein Popstar der makellosen Oberfläche. Er ist laut, widersprüchlich, eitel, verletzlich – und genau deshalb relevant. Seine Karriere zeigt, dass Erfolg nicht vor inneren Kämpfen schützt, aber Offenheit helfen kann, sie zu überleben.
Zum Geburtstag feiern wir nicht nur Hits und ausverkaufte Stadien, sondern einen Künstler, der den Mut hatte, sich selbst immer wieder öffentlich infrage zu stellen – und trotzdem weiterzumachen. Und jetzt machen wir alle mal gemeinsam den Rausschmeißer-Song schlechthin an: Angels.