Am Todestag von Charles M. Schulz erinnern wir an den Schöpfer der Peanuts und seine zeitlose Menschlichkeit.
Am Todestag von Charles M. Schulz erinnern wir uns an einen Künstler, der mit wenigen Linien und klaren Worten mehr über das Menschsein sagte als viele dicke Bücher. Schulz starb am 12. Februar 2000 – einen Tag, nachdem der letzte neue Peanuts-Comic erschienen war. Ein Abschied, so leise und konsequent wie sein Werk.
Stilles Leben mit lautem Echo
Geboren 1922 in Minneapolis, war Schulz niemand, der mit seinen Geschichten neue Welten erschaffen wollte, er zeichnete das Alltägliche: Unsicherheit, Hoffnung, Scheitern, kurze Momente des Glücks. Aus diesen scheinbar kleinen Gefühlen entstanden die Peanuts, eine der einflussreichsten Comicserien des 20. Jahrhunderts, die über fünf Jahrzehnte hinweg täglich erschien.
Schulz arbeitete fast vollständig allein: Text, Zeichnungen, Figuren – alles kam aus einer Hand. Diese künstlerische Kontrolle verlieh den Peanuts ihre einzigartige, intime Tonlage
Charlie Brown und Snoopy – Philosophie im Comicformat
Im Zentrum seines Schaffens steht Charlie Brown: freundlich, unsicher, beharrlich scheiternd – und gerade deshalb zutiefst menschlich. Um ihn herum Figuren, die Archetypen sind und doch individuell wirken: Lucy mit ihrer Härte, Linus mit seiner Kuscheldecke und seinem Glauben, Snoopy als Fantasie gewordene Flucht aus dem Alltag. Schulz nutzte Kinderfiguren, um über das zu sprechen, was ihn selbst umgab: Einsamkeit, Sinnsuche, Religion, Depression und Hoffnung.
Was viele LeserInnen erst spät erfuhren: Schulz litt selbst über Jahrzehnte an Depressionen und Selbstzweifeln. Diese innere Schwere floss direkt in seine Arbeit ein. Die Peanuts sind deshalb nie bloß "niedlich" – sie sind ehrlich. Schulz zeigte, dass Verletzlichkeit kein Makel ist, sondern Teil des Lebens. In einer Zeit, in der mentale Gesundheit kaum thematisiert wurde, schuf er Raum für genau diese Gefühle.
Gesellschaftliches Engagement und Haltung
Charles M. Schulz war niemand, der das direkte, politische Statement wagte, doch sein Werk war eindeutig wertebasiert. Er setzte sich für Toleranz, Mitgefühl und Zivilcourage ein – auch gegen Widerstände. So bestand er auch gegen den Einwand von Verlegern und Herausgebern darauf, schwarze Figuren selbstverständlich in die Peanuts aufzunehmen, und thematisierte Religion, Krieg, Schuld und Moral, ohne zu moralisieren. Seine Haltung war humanistisch: Jeder Mensch verdient Würde, auch – und gerade – im Scheitern.
Ein missachteter, letzter Wunsch
Als Schulz an den Folgen einer Krebserkrankung starb, endeten die Peanuts endgültig. Er hatte festgelegt, dass niemand die Serie nach ihm fortführen dürfe. Diese Entscheidung unterstreicht seine Haltung zur Kunst: authentisch, persönlich, unteilbar. Mit seinem Tod endete kein Franchise – sondern ein Gespräch, das er über Jahrzehnte geführt hatte.
Daher kritisieren viele alte Fans auch, dass selbst nach seinem Tod und seinem unmissverständlichen Wunsch zum Trotz neue und andere Versionen der Peanuts produziert und veröffentlicht wurden, wie Charlie Brown sagen würde: "Ach du Schande."