Der Wrestler und Schauspieler mit lesbischer Mutter, der gegen toxische Männer kämpft: Dave Bautista wird 57

Au dem Wrestling-Ring auf die große Leinwand – Dank harter Schale und feinfühligem Kern.

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Als Drax der Zerstörer feierte Bautista seinen Durchbruch auf der großen Leinwand. | © Disney

Heute, am 18. Januar, feiert Dave Bautista seinen Geburtstag. Der ehemalige Wrestling-Superstar wird 57 Jahre alt und steht exemplarisch für eine der bemerkenswertesten zweiten Karrieren der Unterhaltungsbranche: den glaubwürdigen Wandel vom gefeierten Muskelprotz im Ring zum respektierten Charakterdarsteller im Kino.

Von der Straße in den Ring

Dave Bautista wurde 1969 in Washington, D.C. geboren und wuchs unter schwierigen sozialen Bedingungen auf. Gewalt, Armut und Perspektivlosigkeit prägten seine Jugend. Schon früh musste er lernen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Bevor er überhaupt an Sport oder Schauspiel dachte, arbeitete er unter anderem als Türsteher und Sicherheitsmann – Erfahrungen, die ihn nachhaltig formten.

Erst relativ spät entdeckte Bautista das professionelle Wrestling für sich. Nach intensivem Training schaffte er den Sprung zur WWE, wo er unter dem Ringnamen Batista rasch zum Publikumsliebling wurde.

An der Spitze der Wrestling-Welt

In den frühen 2000er-Jahren avancierte Bautista zu einem der größten Stars der WWE. Mehrfacher World Champion, zentrale Figur großer WrestleMania-Events und bekannt für seine explosive Kraft – Batista verkörperte den Archetyp des dominanten Power-Wrestlers. Doch trotz Ruhm und Erfolg blieb er innerlich unzufrieden. Er suchte nach einer Herausforderung jenseits des Rings und spürte, dass seine Zukunft nicht allein im Wrestling liegen würde.

2010 verließ er die WWE zunächst, kehrte zwar zwischenzeitlich zurück, richtete seinen Fokus jedoch zunehmend auf die Schauspielerei.

Der mutige Wechsel nach Hollywood

Der Übergang vom Wrestling zum Film ist berüchtigt – viele scheitern daran, ernst genommen zu werden. Dave Bautista wählte bewusst einen anderen Weg: Statt sich auf Actionklischees zu verlassen, nahm er Schauspielunterricht, akzeptierte Nebenrollen und arbeitete an seiner Ausdrucksstärke.

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Dave Bautista bewies in den letzten Jahren seine gewaltige Wandlungsfähigkeit. | © Constantin Film

Der internationale Durchbruch gelang ihm 2014 mit der Rolle des Drax in Guardians of the Galaxy. Anders als viele erwartet hatten, überzeugte Bautista nicht nur physisch, sondern mit trockenem Humor, Timing und emotionaler Tiefe. Die Rolle machte ihn weltweit bekannt – und öffnete Türen zu anspruchsvolleren Projekten.

In den folgenden Jahren bewies Bautista eindrucksvoll, dass er mehr ist als ein Actionstar. Besonders seine Rolle im Science-Fiction-Drama Blade Runner 2049 brachte ihm großes Kritikerlob ein. Auch in Filmen wie Dune zeigte er Präsenz, Nuancen und die Bereitschaft, sich in Ensembleproduktionen unterzuordnen.

Bautista selbst betont immer wieder, dass er nicht als "der nächste Actionheld" wahrgenommen werden wolle, sondern als ernstzunehmender Schauspieler – ein Anspruch, den er mit Bedacht verfolgt.

Klare Haltung und die LGBTQ+-Community

Abseits der Leinwand ist Dave Bautista für sein deutliches soziales Engagement bekannt. Er setzt sich lautstark für Tierrechte, insbesondere gegen Tierquälerei und für den Schutz von Hunden ein. Zudem engagiert er sich für LGBTQ+-Rechte, spricht offen über seine lesbische Mutter, seine Liebe zu ihr und kritisiert toxische Männlichkeitsbilder und Gewaltverherrlichung – ein bemerkenswerter Kontrast zu seinem äußeren Erscheinungsbild.

Bautista nutzt seine Reichweite bewusst, um auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen, und zeigt dabei eine reflektierte, empathische Seite, die viele überrascht.

Mehr als Muskeln und Rollenbilder

Am heutigen 18. Januar feiern Fans nicht nur den Geburtstag eines ehemaligen Wrestling-Champions, sondern den eines Mannes, der sich neu erfunden hat. Dave Bautista steht für Disziplin, Selbstkritik und den Mut, mit Erwartungen zu brechen. Sein Weg vom Ring ins Kino ist kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit und klarer Werte.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....