Die neue weibliche Stärke: Ronda Rousey wird 39

Wo andere nur Nasen brechen, bricht Rousey mit Klischees und alten Rollenbildern.

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Ronda Rousey hat sich noch nie an altbackene Rollenbilder gehalten. | © Facebook / Ronda Rousey

Heute wird eine Frau 39 Jahre alt, die den Kampfsport – und das Bild von Stärke im Allgemeinen – nachhaltig verändert hat. Sie stellte sich nicht nur ihren Gegnern im Oktagon, sondern Klischees, Vorurteilen und veralteten Rollenbildern: Ronda Rousey.

Disziplin und Durchbruch

Ronda Rousey wurde am 1. Februar 1987 in Riverside, Kalifornien, geboren. Ihre Kindheit war geprägt von Herausforderungen: Sprachprobleme, frühe Verluste in der Familie – und zugleich eine Mutter, die ihr den Weg in den Leistungssport ebnete. AnnMaria De Mars, selbst Judo-Weltmeisterin, vermittelte ihrer Tochter nicht nur Technik, sondern vor allem Haltung: Stärke entsteht durch Ausdauer.

Diese Haltung trug Rousey bis auf die größte Bühne des Judos. 2008 gewann sie bei den Olympischen Spielen in Peking Bronze – und schrieb Geschichte als erste US-Amerikanerin mit einer olympischen Judo-Medaille.

Der Wechsel in den Mixed-Martial-Arts-Sport machte Rousey endgültig zu einer Ikone. Als erste große weibliche Starfigur der UFC dominierte sie eine junge Gewichtsklasse und brachte Frauenkämpfe ins Zentrum einer bis dahin männlich geprägten Sportwelt.

Ihre Kämpfe waren kurz, intensiv und kompromisslos – genauso wie ihr Auftreten. Siege, Niederlagen, Comebacks: Rouseys Karriere verlief nie geradlinig, aber immer sichtbar. Gerade in Momenten der Niederlage zeigte sich ihre Bedeutung: Sie sprach offen über Druck, mentale Gesundheit und den Preis des Erfolgs.

Neuer Ring, neue Rolle

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Ob Oktagon oder Red Carpet – Rousey überzeugt stets mit ihrem ganz eigenen Charme. | © Wikipedia

Nach dem Ende ihrer aktiven MMA-Karriere suchte Rousey nicht den Rückzug, sondern die nächste Herausforderung. Im Wrestling bei der WWE bewies sie erneut Anpassungsfähigkeit – und den Mut, sich in einem völlig anderen Unterhaltungsformat zu behaupten. Auch hier blieb sie polarisierend, unbequem und präsent und eckte mit ihrem Kampf gegen Frauenklischees an.

Kraft und Widerspruch gegen Frauenbilder

Ronda Rousey war nie daran interessiert, Erwartungen zu erfüllen. Früh wurde sie für ihr Aussehen, ihre Muskeln und ihre Härte kritisiert – und konterte mit einer klaren Botschaft: Weiblichkeit ist kein enges Ideal. Sie kann laut sein, aggressiv, verletzlich und dominant zugleich.

Rousey nahm Zuschreibungen nicht hin, sondern zerlegte sie öffentlich. Gerade dadurch wurde sie für viele Frauen zum Vorbild – nicht weil sie perfekt war, sondern weil sie sich weigerte, sich kleiner zu machen.

Abseits des Rings engagiert sich Rousey für mentale Gesundheit, Selbstbestimmung und den respektvollen Umgang mit Frauen im Leistungssport. Ihre Offenheit über persönliche Krisen hat Debatten angestoßen, die lange tabuisiert waren – besonders in einer Sportwelt, in der Härte oft mit Schweigen verwechselt wird.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....