Kritik an freizügigen Deepfakes: Pokimane über das KI-Tool auf X

Stell dir vor, du öffnest soziale Medien und stellst fest, dass dein Bild ohne deine Zustimmung verändert und weiterverbreitet wurde.

Pokimane against AI Deepfakes
Pokimane verurteilt den KI-Deepfake-Trend auf X. | © Pokimane

Seit Elon Musk Twitter übernommen hat, hat die Plattform zahlreiche Veränderungen durchgemacht. Ein KI-Tool, das es Nutzern erlaubt, Bilder anderer Personen zu bearbeiten und öffentlich zu teilen, zählt dabei zu den fragwürdigsten Neuerungen.

KI-Tool von X sorgt international für Empörung

X sah sich in den vergangenen Wochen zunehmender Kritik ausgesetzt, vor allem wegen Elon Musks KI-Tool Grok. Mit dem Tool konnten Nutzer Bilder anderer Personen auf der Plattform bearbeiten und öffentlich weiterverbreiten.

Viele der manipulierten Bilder richteten sich gezielt gegen Frauen, indem gewöhnliche Fotos so verändert wurden, dass sie freizügiger wirkten. In mehreren Fällen wurden Frauen in Reizwäsche oder Bikinis dargestellt, obwohl sie solche Bilder nie veröffentlicht und dem auch nicht zugestimmt hatten.

Die Reaktionen fielen schnell und breit aus. Behörden im Vereinigten Königreich und in Australien schalteten sich ein und warnten die Plattform vor einem möglichen Verbot, sollte das Problem nicht behoben werden.

Infolge der Kritik schränkte X die Bildbearbeitungsfunktion von Grok ein und machte sie nur noch für Premium-Nutzer zugänglich. Zudem erklärte das Unternehmen, dass die Möglichkeit, reale Personen in sexuell anzüglicher Kleidung darzustellen, vollständig deaktiviert worden sei.

Mit zunehmender Kritik äußerten sich auch zahlreiche Prominente und Personen des öffentlichen Lebens öffentlich zu den Entwicklungen auf X. Eine der prominentesten Stimmen war die bekannte Content-Creatorin Pokimane, die sich deutlich gegen den Missbrauch KI-generierter Bilder aussprach.

Pokimane vs. KI-Bildmissbrauch

In einem viralen Beitrag auf TikTok äußerte sich Pokimane zu der Situation kritisch:

Für mich ist klar, dass sich die Situation nur verschlechtert hat, insbesondere weil es eine bestimmte Plattform gibt, die diese Bilder nicht nur frei verbreiten lässt, sondern sogar ein integriertes Tool anbietet, mit dem sie erstellt werden können.

Sie erklärte, dass dies für sie persönlich kein neues Problem sei und wies darauf hin, dass sie über das finanzielle Privileg verfüge, sich dagegen zu wehren. Ihren Angaben zufolge habe sie bereits Tausende von Dollar ausgegeben, um gegen die Verbreitung solcher Inhalte vorzugehen. Gleichzeitig betonte sie, dass die Erstellung und Verbreitung dieses Materials deutlich günstiger und einfacher sei als rechtlich dagegen vorzugehen und es entfernen zu lassen. Vor diesem Hintergrund forderte sie mehr Fortschritte in der Gesetzgebung und zeigte sich zugleich sichtbar frustriert über die bislang geringen Entwicklungen in diesem Bereich:

Ich bin einfach schockiert über den mangelnden Fortschritt, den wir bislang gemacht haben. Die Gesetzgebung fühlt sich im Vergleich zu der Torpedogeschwindigkeit von Technologie und KI wie eine [...] Schnecke an.

Die Kontroverse dient als Warnung vor den ethischen Herausforderungen, die mit der rasanten Entwicklung von KI einhergehen. Zwar bietet künstliche Intelligenz zahlreiche Chancen, doch ihr Missbrauch auf sozialen Plattformen zeigt, wie schnell Innovationen schädliche Folgen haben können. Nutzer verdienen Schutz vor der böswilligen Manipulation ihrer Inhalte, insbesondere dann, wenn Plattformen selbst die Werkzeuge dafür bereitstellen. Ohne grundlegende Veränderungen ist damit zu rechnen, dass ähnliche Kontroversen erneut auftreten werden.

Was denkt ihr darüber? Schreibt es uns in die Kommentare!

Luis Scharringhausen

Videospiele sind meine Leidenschaft, besonders Elden Ring. Nebenbei studiere ich Journalismus und schaue gerne Serien....