Astley ist nicht nur ein weltbekannter Popkünstler, ihm gelang, was sonst keiner schaffte: Ein Comeback durch ein Meme.
Heute feiert Rick Astley seinen 60. Geburtstag – ein runder Geburtstag für einen Künstler, der Popgeschichte geschrieben hat, zeitweise verschwand und auf eine Weise zurückkehrte, wie es zuvor niemand für möglich gehalten hätte. Seine Karriere ist ein seltener Beweis dafür, dass Humor, Haltung und musikalische Qualität einander nicht ausschließen.
Vom Arbeiterkind zum Weltstar
Richard Paul Astley wurde am 6. Februar 1966 im englischen Newton-le-Willows geboren. Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, fand er früh Halt in der Musik – zunächst als Schlagzeuger, später als Sänger. Sein Talent führte ihn in die Hände der Produzenten Stock, Aitken & Waterman, die Ende der 1980er-Jahre den Sound des internationalen Pop dominierten.
1987 erschien "Never Gonna Give You Up" – ein Song, der Rick Astley über Nacht zum Weltstar machte. Die Mischung aus markanter Baritonstimme, tanzbarem Synth-Pop und jugendlicher Coolness traf den Nerv der Zeit. Es folgten weitere Hits wie "Together Forever" und "Whenever You Need Somebody".
Trotz des riesigen Erfolgs zog sich Rick Astley Anfang der 1990er-Jahre bewusst aus dem Musikgeschäft zurück. Er wollte dem Druck des Popbetriebs entkommen und sich auf sein Privatleben konzentrieren. Dieser Schritt war ungewöhnlich – und rückblickend prägend für sein späteres Image: Astley galt als jemand, der Erfolg nicht um jeden Preis sucht.
Das wohl kurioseste Comeback der Popgeschichte
Mitte der 2000er-Jahre geschah etwas, das Rick Astleys Karriere neu definierte: das Internet-Meme des "Rickrollings". Millionen Nutzer wurden überraschend auf das Musikvideo von "Never Gonna Give You Up" geleitet – zunächst als Scherz, dann als weltweites Phänomen.
Ob in Foren, in Kommentarspalten und sogar in den Chats von Streamern auf der ganzen Welt führten scheinbar harmlose Links auf einmal zum Upload des Videos – vermutlich wurde so ziemlich jeder von uns irgendwann mal auf diese Weise indirekt von Astley getäuscht.
Als der deutsche Streamer Trymacs sich etwa in seinem Stream einmal fragte, ob er jemals "gerickrollt" wurde, beteuerte einer seiner Moderatoren, dass dies wirklich schon passiert war und er davon sogar eine Aufnahme hätte – Trymacs wollte diesen Beweis gerne sehen und öffnete den Link, den man ihm sendete – und ihn direkt zu "Never Gonna Give You Up" führte.
Was andere Künstler möglicherweise als Lächerlichmachung empfunden hätten, nahm Astley mit bemerkenswerter Gelassenheit und Humor an. Statt sich zu distanzieren, spielte er mit, trat überraschend auf Events auf und gewann so eine völlig neue, junge Fangemeinde. Aus dem Meme wurde ein Comeback – ironisch, selbstbewusst und einzigartig.
Künstlerische Reife und neue Anerkennung
In den 2010er-Jahren kehrte Rick Astley ernsthaft ins Musikgeschäft zurück. Alben wie "50" und "Beautiful Life" zeigten einen gereiften Musiker, der Soul, Pop und persönliche Texte verband. Kritiker und Publikum begegneten ihm nun mit neuem Respekt – nicht als 80er-Ikone, sondern als authentischem Künstler.
Rick Astley nutzt seine Bekanntheit auch für soziales Engagement. Er unterstützt verschiedene Wohltätigkeitsprojekte, insbesondere im Bereich Kinderhilfe und Musikförderung. Politisch gibt er sich zurückhaltend, scheut aber klare Worte nicht: Er äußerte sich öffentlich kritisch zum Brexit und steht für Toleranz, soziale Verantwortung und Zusammenhalt. Parteipolitische Selbstdarstellung meidet er bewusst – Haltung zeigt er dennoch.
Mehr als ein Meme
Am heutigen 6. Februar 2026 ist Rick Astley weit mehr als der Mann hinter einem Internetwitz. Er ist ein Künstler, der sich neu erfunden hat, ohne sich zu verleugnen. Einer, der Popgeschichte schrieb, darüber lachen kann – und trotzdem musikalisch relevant geblieben ist.
Rick Astley steht für eine seltene Kombination aus Talent, Bodenständigkeit und Selbstironie. Alles Gute zum 60. Geburtstag!