Am 16. März hätte Jerry Lewis, einer der prägendsten Entertainer des 20. Jahrhunderts, Geburtstag gefeiert. Kaum ein anderer Künstler hat die amerikanische Komik, das Showbusiness und das wohltätige Engagement im Fernsehen so nachhaltig beeinflusst wie er. Sein Leben war geprägt von enormem Talent, rastloser Kreativität und einem außergewöhnlichen sozialen Einsatz.
Das junge Comedy-Genie
Jerry Lewis wurde 1926 als Joseph Levitch in Newark, New Jersey, geboren. Als Sohn jüdischer Entertainer wuchs er praktisch auf der Bühne auf. Schon als Teenager entwickelte er eigene Comedy-Nummern und trat in Nachtclubs auf.
Sein Durchbruch kam Ende der 1940er-Jahre mit dem legendären Comedy-Duo Dean Martin & Jerry Lewis. Gemeinsam eroberten sie Nachtclubs, Radio, Fernsehen und schließlich Hollywood. Zwischen 1949 und 1956 drehten sie zahlreiche erfolgreiche Filme, darunter The Caddy. Ihre Mischung aus Martins lässigem Charme und Lewis’ anarchischer Slapstick-Komik machte sie zu einem der erfolgreichsten Duos ihrer Zeit.
Nach der Trennung von Dean Martin 1956 startete Jerry Lewis eine bemerkenswerte Solokarriere. Er entwickelte sich nicht nur zum Star, sondern auch zum Regisseur, Produzenten und Drehbuchautor seiner Filme.
Besonders bekannt wurde er durch Der verrückte Professor, eine Komödie, die er inszenierte und in der er eine Doppelrolle spielte. Der Film gilt bis heute als Klassiker und als Beweis seines kreativen Talents hinter der Kamera.
Lewis war zudem ein technischer Innovator: Er entwickelte frühe Formen des Video Assist-Systems, mit dem Regisseure während des Drehs sofort Aufnahmen kontrollieren konnten – eine Technik, die heute Standard ist. In Europa, insbesondere in Frankreich, wurde er von Filmkritikern als künstlerisches Genie gefeiert und ernsthaft analysiert – eine Anerkennung, die ihm in den USA lange verwehrt blieb.
Der Mann des Telethons – soziales Engagement
Neben seiner Filmkarriere ist Jerry Lewis untrennbar mit seinem jahrzehntelangen Engagement für Menschen mit Muskeldystrophie verbunden. Ab 1966 moderierte er jährlich den „MDA Labor Day Telethon“, eine stundenlange Fernsehsendung zugunsten der Muscular Dystrophy Association.
Über Jahrzehnte sammelte er Milliarden Dollar für Forschung und Unterstützung Betroffener. Das Telethon wurde zu einer festen Institution im amerikanischen Fernsehen – und Lewis zu einem Symbol für wohltätiges Engagement im Showbusiness. Sein Einsatz brachte ihm zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen ein, darunter humanitäre Preise und staatliche Anerkennung.
Einfluss auf Comedy und Popkultur
Jerry Lewis beeinflusste Generationen von Komikern. Sein körperbetonter, oft überzeichneter Slapstick-Stil inspirierte viele Künstler weltweit. Auch moderne Comedy-Formate greifen noch heute auf Elemente zurück, die er populär machte. Er war nicht nur Clown, sondern auch Visionär – jemand, der kreative Kontrolle suchte und das Medium Film aktiv weiterentwickelte.
Jerry Lewis blieb bis ins hohe Alter aktiv. 2009 erhielt er einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk und sein humanitäres Engagement. Er starb 2017 im Alter von 91 Jahren.