Das echte Leben der Emily Jean Stone.
Zwei Oscars, ein Künstlername und eine Haarfarbe, die längst zum Markenzeichen geworden ist: Emma Stone feiert heute ihren 38. Geburtstag. Hinter dem Hollywoodstar steckt eine Schauspielerin, die früh wusste, wohin sie wollte – und die ihre Bekanntheit auch für gesellschaftliche Anliegen nutzt.
Ob als schlagfertige Schülerin, angehende Schauspielerin oder Frau auf einer ziemlich ungewöhnlichen Entdeckungsreise: Emma Stone kann einer Figur Witz geben, ohne ihr die Verletzlichkeit zu nehmen. Am heutigen 6. November 2026 wird die US-Amerikanerin 38 Jahre alt. Ein guter Anlass, auf ihren Weg von Arizona nach Hollywood zu schauen – und auf die Geschichten hinter ihrem Namen und ihrem vermeintlich natürlichen roten Haar.
Von Arizona nach Hollywood
Geboren wurde sie am 6. November 1988 in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona als Emily Jean Stone. Schon als Kind stand sie beim Valley Youth Theatre in Phoenix auf der Bühne. Die Schauspielerei wurde früh zu einem festen Bestandteil ihres Lebens.
Mit 15 wollte Stone aus ihrem Interesse einen Beruf machen. Um ihre Eltern von einem Umzug nach Kalifornien zu überzeugen, setzte sie auf eine PowerPoint-Präsentation. Der Plan ging auf: 2004 zog sie mit ihrer Mutter nach Los Angeles. Dort folgten zunächst Castings und kleinere Fernsehauftritte, bevor das Kino auf sie aufmerksam wurde.
Warum aus Emily Stone Emma Stone wurde
Dass die Welt sie heute als Emma kennt, hat einen praktischen Hintergrund: Bei der US-Schauspielgewerkschaft war bereits eine andere Darstellerin unter dem Namen Emily Stone registriert. Für ihre Karriere brauchte sie deshalb einen anderen Namen.
Zunächst probierte sie Riley Stone aus. Doch der Name fühlte sich nicht richtig an. Schließlich wurde daraus Emma – nah genug an Emily und ein Name, den sie schon als Kind mochte. Als großer Spice-Girls-Fan hatte sie sich zeitweise nach Emma Bunton, besser bekannt als Baby Spice, nennen lassen wollen.
Die berühmten roten Haare sind eigentlich blond
Fast genauso fest wie ihr Künstlername gehört das rote Haar zu ihrem öffentlichen Bild. Dabei ist Emma Stone von Natur aus blond. Bevor sie ihren ersten Kinofilm drehte, hatte sie ihre Haare zunächst dunkelbraun gefärbt.
Für die Komödie Superbad regte Produzent Judd Apatow dann den Wechsel zu Rot an. Aus einer Entscheidung für eine Filmrolle wurde ein Look, mit dem sie bis heute verbunden wird. Dass sie immer wieder auch mit blonden, braunen oder dunklen Haaren auftritt, gehört ebenso zu ihrer Karriere wie die Rückkehr zum vertrauten Kupferton.
Von Superbad und Einfach zu haben zum großen Durchbruch
Ihr Kinodebüt gab Stone 2007 in Superbad. Mit Zombieland zeigte sie anschließend, wie gut ihr trockener Humor auch zwischen Untoten funktioniert. Den entscheidenden Schritt zur Hauptdarstellerin machte sie 2010 mit Einfach zu haben. Als Schülerin Olive, die Gerüchte über ihr Liebesleben für sich nutzt, trug sie eine ganze Komödie – und erhielt ihre erste Golden-Globe-Nominierung.
Es folgten sehr unterschiedliche Projekte: die romantische Komödie Crazy, Stupid, Love., das Drama The Help und die Rolle der Gwen Stacy in The Amazing Spider-Man sowie The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro. Stone bewies, dass sie sowohl in großen Studioproduktionen als auch in kleineren, stärker von den Figuren getragenen Geschichten bestehen konnte.
Für Birdman erhielt sie 2015 ihre erste Oscar-Nominierung. Zwei Jahre später gewann sie die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin: In La La Land spielte sie an der Seite von Ryan Gosling eine junge Schauspielerin zwischen beruflichen Hoffnungen und einer Liebe, die nicht alle Lebenspläne zusammenhalten kann.
Zwei Oscars und die Lust auf ungewöhnliche Rollen
Nach dem ersten Oscar blieb Stone bei ihrer vielseitigen Rollenwahl. In Battle of the Sexes – Gegen jede Regel verkörperte sie Tennisikone Billie Jean King. Mit The Favourite – Intrigen und Irrsinn begann ihre besonders prägende Zusammenarbeit mit Regisseur Yorgos Lanthimos. Als ehrgeizige Abigail am englischen Hof erhielt sie eine weitere Oscar-Nominierung.
Auch im Fernsehen suchte sie ungewöhnliche Stoffe, etwa mit der Miniserie Maniac und der bitterbösen Serie The Curse. In Disneys Cruella wiederum wurde sie zur extravaganten Moderebellin.
Ihre bislang zweite Oscar-Trophäe gewann Stone 2024 für Poor Things. Als Bella Baxter spielte sie eine Frau, die sich die Welt mit radikaler Neugier erschließt. Die Rolle verlangte körperliche Komik, Unbefangenheit und eine Entwicklung, die Stone bis in Sprache und Bewegung hinein sichtbar machte.
Die Zusammenarbeit mit Lanthimos setzte sie mit Kinds of Kindness und Bugonia fort. Für Bugonia war sie bei den Oscars 2026 erneut als beste Hauptdarstellerin nominiert. Als Produzentin gehörte sie außerdem zu den Nominierten in der Kategorie bester Film. Längst gestaltet sie Projekte damit auch hinter der Kamera mit.
Leben lieber abseits Rampenlichts
Stone hält große Teile ihres Privatlebens aus der Öffentlichkeit heraus. Seit 2020 ist sie mit Autor und Regisseur Dave McCary verheiratet, den sie im Umfeld von Saturday Night Live kennengelernt hatte. 2021 kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt.
Auch beruflich verbindet die beiden etwas: 2020 gründeten sie die Produktionsfirma Fruit Tree. Damit schafft Stone sich die Möglichkeit, Geschichten nicht nur als Darstellerin zu prägen, sondern bereits bei ihrer Entstehung zu begleiten.
Offen über Ängste sprechen
Besonders persönlich ist ihr Einsatz für psychische Gesundheit. Stone hat öffentlich über ihre Erfahrungen mit Angstzuständen und Panikattacken gesprochen, die bereits in ihrer Kindheit begannen. Damit macht sie deutlich, dass beruflicher Erfolg und psychische Belastungen nebeneinander bestehen können.
Seit 2017 unterstützte sie die Aufklärungsarbeit des Child Mind Institute unter anderem mit einem Beitrag zur Kampagne #MyYoungerSelf. 2019 wurde sie in den Vorstand der Organisation berufen, die sich für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen und Lernstörungen einsetzt. Ihr offener Umgang mit der eigenen Geschichte soll helfen, Scham abzubauen und Unterstützung zugänglicher zu machen.
Gleiche Bezahlung, reproduktive Rechte und politische Positionen
Auch bei Gleichberechtigung bezieht Stone öffentlich Stellung. 2017 berichtete sie, dass männliche Kollegen bei gemeinsamen Projekten auf einen Teil ihrer Gage verzichtet hätten, damit sie gleich bezahlt werden konnte. Sie machte damit auf ein strukturelles Problem aufmerksam: Wer bei einem Film weniger verdient, startet häufig auch bei der nächsten Gehaltsverhandlung mit schlechteren Voraussetzungen.
Bei der Oscarverleihung 2017 trug sie außerdem einen Anstecker von Planned Parenthood. Damit zeigte sie Unterstützung für die Organisation, die unter anderem Leistungen der sexuellen und reproduktiven Gesundheitsversorgung anbietet.
2025 gehörte Stone zu den Unterzeichnenden eines Aufrufs von Film Workers for Palestine. Darin verpflichteten sich Filmschaffende, nicht mit israelischen Filminstitutionen zusammenzuarbeiten, die nach Auffassung der Initiative an der Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung beteiligt sind oder diese rechtfertigen.
Der Aufruf richtet sich nach Angaben der Initiative gegen entsprechend eingestufte Institutionen; die Zusammenarbeit mit israelischen Einzelpersonen wird nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Der Boykottaufruf löste in der Filmbranche kontroverse Reaktionen aus.
Mit 38 längst mehr als ein Hollywood-Markenzeichen
Emma Stones Karriere lässt sich an bekannten Rollen und zwei Oscars erzählen. Interessant wird sie aber auch dort, wo sie Erwartungen verlässt: wenn aus der Komödiendarstellerin eine eigenwillige Charakterdarstellerin wird oder aus dem Filmstar eine Produzentin, die ungewöhnliche Stoffe mit möglich macht.
Zum 38. Geburtstag gehört deshalb beides zu ihrem Porträt: die blonde Emily hinter der rothaarigen Emma – und eine Schauspielerin, die sich weder auf einen Look noch auf eine bestimmte Art von Rolle festlegen lässt.
