Christian Wolf erhält Shitstorm nach einer unangebrachten Reaktion auf Kritik von Dr. Imhof.
Der Fitness-Influencer und Gründer von More Nutrition Christian Wolf fiel in letzter Zeit häufig durch negative Kommentare auf. Von ungefragt das Essverhalten fremder Frauen im Internet kommentieren zu etwas wie “ihr würde ich gerne ins Gesicht treten” – da vergeht einem die Lust auf More Produkte. Vor einigen Wochen erregte der 30-jährige negative Aufmerksamkeit, indem er auf Kritik mit einem Kommentar reagierte, der von vielen als Gewaltfantasie gegenüber Frauen interpretiert wird.
Der “Proteingott”
“2x Fettverlust Bestseller: Protein-Fasten-Trick WPF. Über 15 Kg abgenommen. Über 700 TSD Menschen dabei geholfen”, heißt es in der Instagram-Bio des Fitness Influencers Christian Wolf. Sein Inhalt dreht sich hauptsächlich um Ernährung, Abnehmen und Werbung für die Marke “More Nutrition”, die er mitgegründet hatte.
“2 Jahre haben alle versucht mich zu canceln. Aber …” schreibt er als Headline eines angepinnten Pots, den er im Weiteren nutzt, um seine Produkte wie den Protein Iced Coffee und die Zerup Sirup-Reihe zu bewerben. Dass viele ihn aufgrund seines Fehlverhaltens gegenüber Unbekannten im öffentlichen Raum – dem Internet– kritisieren, erwähnt er nicht.
Er “würde ihr gerne ins Gesicht treten”
Nachdem Christian Wolf bereits vor einigen Monaten einen großen Shitstorm auslöste, indem er die Mutter des Content Creators Papamausi für seine Werbung verwendete, folgt nun der nächste. Vor einigen Wochen lud die Influencerin und Neurowissenschaftlerin Dr Sophie Imhof ein Video hoch, in welchem sie sich kritisch gegenüber Wolf äußerte, da dieser seiner Partnerin Romina Palm ein umstrittenes Medikament verabreichte zu welchem er laut ihrer Analyse inhaltlich falsche Aussagen traf.
Ihre Kritik nahm Wolf nicht an, sondern schrieb folgenden Kommentar:
(...) Sie: schneidet extra Szenen raus, baut fachliche Fehler ein und paart das mit einer Arroganz, dass man ihr gerne ins Gesicht treten würde.
Dr Immhof reagierte kurz darauf auf seine Worte. Gewaltfantasien gegen Frauen solle man im Jahr 2026 nicht mehr wirklich normalisieren.
@sophieimhof was sagen wir dazu?
original sound - sophieimhof
Viele empfanden seine Formulierung als unangebracht, was den großen Shitstorm erklärt.
Seine ehemalige Partnerin, Antonia Elena, wendet sich gegen ihn
Auch seine ehemalige Partnerin Antonia Elena wendet sich daraufhin von ihm ab. In einem Video spricht sie zu ihren Zuschauer*innen:
Er positioniert sich regelmäßig als Feminist und auch Beschützer. Aber sobald eine Frau eine andere Meinung hat oder ihn kritisiert, dann fällt diese Maske. (...) Wer schweigt, stimmt zu. Und ich stimme dem nicht zu.
Anstelle sich mit den Vorwürfen auseinanderzusetzen, stellte Wolf die Situation so dar, als ob Elena nur seiner Beziehung mit Romina Palm schaden würde. Doch selbst diese distanzierte sich öffentlich von seiner Aussage, genauso wie die Marke More Nutrition.
Es folgte eine öffentliche Entschuldigung von Christian Wolf über TikTok. Der Kommentar sei “dumm gewesen” und er habe “ohne Filter” geredet. Im gleichen Video bezeichnet er seinen Kritiker*innen aber auch als “heuchlerisch” und wirft ihnen vor, ihre Zuschauer*innen für dumm halten. Er schien den Vorfall zu diesem Zeitpunkt also nicht wirklich ernst zu nehmen.
Vor wenigen Tagen veröffentlichte er zusätzlich ein ca. 20 Minuten langes Statement auf YouTube, in welchem er noch einmal in einem die gesamte Situation schildert. Unter anderem versuchte er auch noch einmal über die medizinischen Hintergründe des ursprünglichen Videos aufzuklären. Er gesteht seinen Fehler zwar ein, wirft jedoch der Presse und der Öffentlichkeit vor "ein falsches Narrativ zu spinnen", welches ihn zu Unrecht mit "Gewalt gegen Frauen" in Verbindung bringt, denn er sei "der Erste, der gegen Gewalt gegen Frauen einsteht".
Es geht nicht darum, ob Christian Wolf mit seinen Ernährungs- und Gesundheitstips richtig liegt, sondern darum, wie er sich fremden Frauen gegenüber auf einer öffentlichen Plattform verhält. Auch "zugespitzte Formulierungen" sollten in einer Zeit, in der Gewalt gegen Frauen steigt, ernst genommen werden.
