Ethan Hawke wird 56: Verblasst der Hollywoodstar inzwischen neben seiner Tochter?

Neid? Hawke ist mehr als stolz auf den Erfolg seiner Tochter!

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Neid? Hawke ist mehr als stolz auf den Erfolg seiner Tochter! | © Universum

Vom schüchternen Schüler in Der Club der toten Dichter zum vielseitigen Schauspieler, Regisseur und Autor: Ethan Hawke feiert heute seinen 56. Geburtstag. Während seine Karriere weiterläuft, sorgt seine Familie dafür, dass ihm der Ruhm nicht zu Kopf steigt. Schließlich ist Tochter Maya für manche längst der größere Star.

Es gibt Schauspieler, die vor allem für eine bestimmte Rolle stehen. Bei Ethan Hawke fällt die Auswahl schwer. Ist er der junge Romantiker aus Before Sunrise – Zwischenstopp in Wien? Der unerfahrene Polizist aus Training Day? Oder der Vater aus Boyhood, dem man über Jahre beim Älterwerden zuschauen konnte? Am heutigen 6. November 2026 wird Ethan Hawke 56 Jahre alt. Seine Karriere zeigt, wie viel Platz zwischen Hollywood, unabhängigem Kino, Theater und eigenen Geschichten sein kann.

Von Texas auf die große Leinwand

Ethan Green Hawke wurde am 6. November 1970 in Austin im US-Bundesstaat Texas geboren. Seine Eltern waren bei seiner Geburt noch sehr jung und trennten sich während seiner Kindheit. Hawke wuchs überwiegend bei seiner Mutter auf und lebte später in New Jersey, wo er seine Begeisterung für die Schauspielerei entdeckte.

Bereits als Teenager stand er vor der Kamera: In Explorers – Ein phantastisches Abenteuer spielte er 1985 an der Seite von River Phoenix. Der große Durchbruch folgte vier Jahre später mit Der Club der toten Dichter. Als zurückhaltender Todd Anderson gehörte er zu den Schülern, deren Leben durch den unkonventionellen Lehrer John Keating, gespielt von Robin Williams, verändert wird.

Hawkes Figur musste darin erst lernen, der eigenen Stimme zu vertrauen. Für den jungen Schauspieler selbst wurde der Film zum Beginn einer Karriere, die ihn weit über das damalige Teenagerpublikum hinaus bekannt machte.

Romantiker, Zweifler und ein Gesicht der Neunziger

In den folgenden Jahren entwickelte sich Hawke zu einem prägenden Darsteller seiner Generation. In Reality Bites – Voll das Leben spielte er an der Seite von Winona Ryder einen jungen Mann, dessen lässige Haltung auch Unsicherheit und Orientierungslosigkeit verdeckt.

Besonders wichtig wurde seine Zusammenarbeit mit Regisseur Richard Linklater. In Before Sunrise – Zwischenstopp in Wien begegnet sein amerikanischer Reisender Jesse der Französin Céline, gespielt von Julie Delpy. Die beiden verbringen eine Nacht in Wien, laufen durch die Stadt und reden über Liebe, das Leben und alles dazwischen.

Aus dieser Begegnung entstand eine Filmreihe, die ihre Figuren tatsächlich altern ließ. In Before Sunset treffen Jesse und Céline neun Jahre später wieder aufeinander, in Before Midnight ist aus der romantischen Möglichkeit längst ein gemeinsamer Alltag geworden. Hawke spielte diese Entwicklung nicht nur, sondern schrieb an den Drehbüchern der beiden Fortsetzungen mit. Dafür erhielt er gemeinsam mit seinen Mitautoren jeweils eine Oscar-Nominierung.

Von Training Day bis Blue Moon: Eine Karriere ohne feste Schublade

Dass Hawke weit mehr konnte als nachdenkliche Romantiker, bewies er in zahlreichen anderen Rollen. In Gattaca kämpfte er sich in eine Gesellschaft hinein, die Menschen nach ihren genetischen Voraussetzungen bewertet. In Training Day wurde er als junger Polizist mit einem erfahrenen, korrupten Kollegen konfrontiert, gespielt von Denzel Washington. Seine Darstellung brachte ihm 2002 eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller ein.

Eine weitere folgte 2015 für Boyhood. Richard Linklater drehte den Film über zwölf Jahre hinweg mit denselben Hauptdarstellern. Hawke spielte darin einen Vater, dessen Beziehung zu seinen Kindern sich ebenso verändert wie sein eigener Blick auf Verantwortung und Erwachsensein.

Auch Horror und große Unterhaltungsproduktionen gehören zu seiner Filmografie. Er war in Sinister zu sehen, verkörperte in The Black Phone – Sprich nie mit Fremden einen maskierten Entführer und trat in der Marvel-Serie Moon Knight auf. Gerade dieser Wechsel zwischen zugänglichen Genrestoffen und anspruchsvollen Figurenporträts macht seine Karriere so abwechslungsreich.

2026 erhielt Hawke für Blue Moon seine erste Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller und seine insgesamt fünfte Nominierung. In dem erneut von Linklater inszenierten Film spielt er den Liedtexter Lorenz Hart. Auch mit der Serie The Lowdown, in der er einen hartnäckigen Journalisten verkörpert, blieb er zuletzt präsent.

Autor und Regisseur: Eigene Geschichten erzählen

Die Schauspielerei war für Hawke nie die einzige Ausdrucksform. Er schreibt Romane, arbeitet am Theater und führt Regie. Mit der Dokumentarserie The Last Movie Stars beschäftigte er sich etwa mit dem Leben und der Partnerschaft von Paul Newman und Joanne Woodward.

Bei Wildcat wurde seine Arbeit besonders persönlich: Hawke führte Regie und schrieb am Drehbuch mit, während seine Tochter Maya die Schriftstellerin Flannery O’Connor verkörperte. Vater und Tochter arbeiteten damit gemeinsam an einem Film über Kunst, Glauben und den Wunsch, eine eigene Stimme zu finden.

Eine Familie im Rampenlicht

Auch Hawkes Privatleben wurde immer wieder öffentlich diskutiert. Bei Gattaca arbeitete er mit Uma Thurman zusammen, die er 1998 heiratete. Aus der Ehe gingen Tochter Maya und Sohn Levon hervor. Beide schlugen später ebenfalls einen künstlerischen Weg ein.

Die Ehe hielt jedoch nicht. Hawke und Thurman trennten sich, 2005 wurde die Scheidung abgeschlossen. Das Ende ihrer Beziehung wurde von großem Medieninteresse und Spekulationen begleitet.

Warum seine zweite Ehe mit der früheren Nanny Schlagzeilen machte

2008 heiratete Hawke Ryan Shawhughes. Sie hatte zuvor zeitweise als Nanny für Maya und Levon gearbeitet. Dass seine neue Ehefrau früher seine Kinder betreut hatte, sorgte entsprechend für Schlagzeilen.

Hawke widersprach allerdings der Darstellung, sie habe seine Ehe mit Thurman zerstört. Nach seiner Schilderung begann die Liebesbeziehung erst später, als Shawhughes längst nicht mehr für ihn arbeitete und die Trennung von Thurman bereits erfolgt war.

Mit Ryan bekam Hawke zwei weitere Töchter, Clementine und Indiana. Inzwischen verbindet das Paar auch eine berufliche Partnerschaft: Ryan arbeitet als Produzentin und war an mehreren seiner Projekte beteiligt. Die frühere Tätigkeit als Nanny ist damit zwar Teil ihrer gemeinsamen Geschichte, beschreibt ihr heutiges Leben aber nur unzureichend.

Tochter Maya inzwischen berühmter? Hawke nimmt es mit Humor

Bei vier Kindern bleibt offenbar wenig Gelegenheit, sich allzu wichtig zu nehmen. Besonders der Erfolg seiner ältesten Tochter Maya liefert der Familie Material für freundliche Sticheleien. Durch ihre Rolle als Robin Buckley in Stranger Things wurde sie für ein großes, junges Publikum zum vertrauten Gesicht.

Wie sehr sich die Bekanntheitsverhältnisse innerhalb der Familie verschoben haben, erzählte Hawke im Januar 2026 bei Stephen Colbert. Seine jüngeren Töchter hätten während der Dreharbeiten zu The Lowdown eine Schule in Tulsa besucht. Als sie am Set gefragt wurden, ob es schwierig sei, mit einem berühmten Vater auf eine neue Schule zu kommen, hätten sie sinngemäß klargestellt: Das eigentlich Aufregende sei ihre berühmte Schwester. Für Papa interessiere sich dort kaum jemand, Mayas Bilder hingen dagegen überall in den Schulspinden.

Hawke erzählte die Geschichte mit sichtbarer Selbstironie – und als stolzer Vater. Die scherzhafte Botschaft: Er mag seit Jahrzehnten Filme drehen, für die Mitschüler seiner jüngeren Kinder ist Maya inzwischen die entscheidende Berühmtheit der Familie.

Dass er den Erfolg seiner Tochter mit Freude verfolgt, zeigt auch ihre Zusammenarbeit. Bei Wildcat stand er hinter der Kamera, während sie die Hauptrolle übernahm. Konkurrenzdenken klingt anders.

Laufen für eine zweite Chance

Abseits von Filmsets unterstützt Hawke soziale und kulturelle Anliegen. Gemeinsam mit seiner Frau lief er 2015 den New-York-City-Marathon zugunsten von The Doe Fund. Die Organisation hilft Menschen dabei, Obdachlosigkeit, Suchterkrankungen und wiederholte Straffälligkeit zu überwinden und sich ein stabileres Leben aufzubauen.

Auch Literaturförderung liegt ihm am Herzen. Hawke gehört zu den Mitbegründern des Young Lions Fiction Award der New York Public Library, der junge Autoren auszeichnet. 2016 wurde er zudem in das Kuratorium der Bibliothek gewählt. Sein Interesse am Schreiben geht damit über die eigenen Bücher hinaus.

Mit 56 weiter neugierig

Ethan Hawke hat sich vom jungen Gesicht eines Generationenfilms zu einem Künstler entwickelt, der vor und hinter der Kamera arbeitet, Bücher schreibt und immer wieder neue Formen ausprobiert. Seine Karriere lebt von langjährigen Partnerschaften ebenso wie von der Bereitschaft, sich auf ungewohnte Rollen einzulassen.

Zum 56. Geburtstag kann er auf mehr als vier Jahrzehnte im Filmgeschäft zurückblicken. Und falls ihm diese Bilanz einmal zu sehr zu Kopf steigen sollte, dürfte seine Familie ihn zuverlässig daran erinnern, wer an der Schule gerade wirklich berühmt ist: Maya.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....