Camus starb vor 65. Jahren, seine Werke heute dennoch noch so aussagekräftig wie damals.
Heute, am 4. Januar 2025, jährt sich der Todestag von Albert Camus zum 65. Mal. Der französische Schriftsteller, Philosoph und Journalist starb am 4. Januar 1960 bei einem Autounfall in der Nähe von Sens – viel zu früh, im Alter von nur 46 Jahren. Dennoch hinterließ Camus ein Werk, das bis heute zu den einflussreichsten des 20. Jahrhunderts zählt und nichts von seiner Aktualität verloren hat.
Kindheit voll Armut und sozialer Ungerechtigkeit
Albert Camus wurde 1913 in Mondovi im damaligen französischen Algerien geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf; sein Vater fiel im Ersten Weltkrieg, seine Mutter war nahezu Analphabetin. Diese Herkunft prägte Camus tief – das Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit, Armut und Ausgrenzung zieht sich durch sein gesamtes Werk.
Nach einem Philosophiestudium in Algier arbeitete Camus als Journalist und engagierte sich früh politisch. Während der deutschen Besatzung Frankreichs schloss er sich der Résistance an und wurde Chefredakteur der Untergrundzeitung Combat. Trotz seines politischen Engagements blieb er stets skeptisch gegenüber Ideologien und radikalen Heilsversprechen – eine Haltung, die ihn später auch in Konflikt mit Zeitgenossen wie Jean-Paul Sartre brachte.
Das Absurde
Camus literarisches Werk kreist um das von ihm geprägte Konzept des Absurden: den Widerspruch zwischen dem menschlichen Bedürfnis nach Sinn und einer gleichgültigen Welt. Berühmt wurde er mit dem Roman Der Fremde, dessen Protagonist Meursault durch seine emotionale Distanz die Leser bis heute provoziert.
Weitere zentrale Werke sind Die Pest, eine allegorische Erzählung über Solidarität und moralische Verantwortung in Zeiten der Krise, sowie Der Mythos des Sisyphos, in dem Camus seine Philosophie des Absurden systematisch darlegt. Auch Dramen wie Caligula zeigen seine Auseinandersetzung mit Macht, Freiheit und moralischen Grenzen.
1957 erhielt Albert Camus den Nobelpreis für Literatur – als einer der jüngsten Preisträger überhaupt.
Die Verantwortung des Menschen
Camus Denken wirkt bis heute weit über die Literatur hinaus. Seine Betonung von Verantwortung, Maß und Menschlichkeit spricht eine Welt an, die erneut von Krisen, Kriegen und ideologischen Polarisierungen geprägt ist. Besonders Die Pest wird immer wieder neu gelesen – als Mahnung, dass Widerstand gegen das Unrecht oft unspektakulär, aber notwendig ist.
Camus verstand sich nie als reiner Philosoph oder Moralist. Er wollte, wie er selbst sagte, "mit und für Menschen schreiben". Gerade diese Haltung macht ihn auch 65 Jahre nach seinem Tod zu einer wichtigen Stimme unserer Gegenwart.