Gesichtsamputation, falscher Name und fast Superman gespielt: Nicolas Cage wird 62

Wer wusste, dass Nicolas Cage gar nicht Nicolas Cage heißt und eigentlich Superman spielen sollte?

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Wahnsinn und Genie in einer Person: Cage ist Schauspieler, Künstler und Meme in einem. | © Universum

Heute, am 7. Januar 2026, feiert Nicolas Cage seinen 62. Geburtstag. Kaum ein Schauspieler polarisiert so stark wie er: Oscarpreisträger und B-Movie-Held, ernsthafter Charakterdarsteller und wandelndes Meme. Nicolas Cage ist kein Star, den man ignorieren kann – und genau das macht ihn zu einer der faszinierendsten Figuren der modernen Popkultur.

Ein ungewöhnlicher Name, ein berühmter Stammbaum

Geboren 1964 als Nicolas Kim Coppola, stammt Cage aus einer der bekanntesten Filmfamilien Hollywoods. Um nicht vom Ruhm seines Onkels Francis Ford Coppola zu profitieren, wählte er bewusst einen neuen Namen – inspiriert vom Comic-Helden Luke Cage und dem Komponisten John Cage.

Schon früh zeigte sich sein Wille, anders zu sein: Cage wollte nicht glatt, nicht angepasst, nicht vorhersehbar spielen. Dieser Anspruch sollte seine gesamte Karriere prägen – mit allen Höhen und Tiefen.

Von Arthouse zum Actionkino – eine extreme Karriere

Seinen Durchbruch feierte Cage in den 1980er-Jahren, unter anderem mit Raising Arizona. 1996 folgte der Höhepunkt klassischer Anerkennung: Für Leaving Las Vegas gewann er den Oscar als Bester Hauptdarsteller – eine intensive, schmerzhafte Performance, die seine schauspielerische Tiefe unter Beweis stellte.

Doch Cage entschied sich nie für einen klaren Karrierepfad. In den späten 1990ern wurde er zum Actionstar und feierte etwa mit dem Gesichtsamputations-Thriller Face/Off Erfolge, während er parallel immer wieder riskante oder bizarre Rollen annahm. Qualität schwankte, Quantität nicht – und genau das machte ihn zur Ausnahmeerscheinung.

Der Superman, der nie flog

Zu den faszinierendsten "Was wäre wenn?"-Momenten seiner Karriere zählt Cages beinahe legendäre Besetzung als Superman. In den späten 1990er-Jahren war er fest für Superman Lives vorgesehen, ein ambitioniertes Projekt unter der Regie von Tim Burton.

Cage war großer Comic-Fan, absolvierte Kostümproben und wurde sogar offiziell gecastet – doch kreative Differenzen, Produktionsprobleme und ein explodierendes Budget führten zur Einstellung des Films. Testaufnahmen und Konzeptbilder machten Jahre später die Runde im Internet und verstärkten den Mythos: Nicolas Cage als Superman – exzentrisch, unkonventionell, vollkommen Cage.

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Von einer Kostümprobe von vor einigen Jahrzehnten zum CGI-Superhelden. | © Warner Bros.

Zumindest eine CGI-Variante konnte diesen Traum eines Tages dennoch verwirklichen, als im 2023 veröffentlichten The Flash ein Multiversumsriss uns einen Blick auf den Cage-Superman werfen ließ.

Absturz, Übersättigung und kreative Wiedergeburt

Finanzielle Probleme zwangen Cage in den 2000er- und frühen 2010er-Jahren dazu, nahezu jede Rolle anzunehmen, die ihm angeboten wurde. Viele Filme galten als schwach, sein Ruf litt – doch Cage selbst spielte unbeirrt weiter.

Rückblickend wurde genau diese Phase zur Grundlage seines heutigen Kultstatus. Denn selbst in fragwürdigen Produktionen war eines konstant: Cage spielte immer voll. Keine Ironie, kein Augenzwinkern – nur radikale Hingabe.

Ab Mitte der 2010er setzte eine kreative Renaissance ein, gekrönt durch Filme wie Mandy, Pig und The Unbearable Weight of Massive Talent, in dem er sich selbst – und sein Image – auf brillante Weise reflektierte.

Nicolas Cage als Meme – unfreiwillig unsterblich

Kaum ein Schauspieler wurde im Internet so intensiv zerlegt, gefeiert und zitiert wie Nicolas Cage. Seine extreme Mimik, sein emotionales Overacting und seine unberechenbare Rollenauswahl machten ihn zur Meme-Ikone – oft liebevoll, manchmal gnadenlos.

Bemerkenswert ist, wie Cage selbst damit umgeht: Er lehnt Ironie ab und verteidigt seinen Stil als bewusste Form des expressionistischen Spiels. Für ihn gibt es kein "zu viel" – nur Wahrhaftigkeit. Gerade diese Ernsthaftigkeit inmitten der Meme-Kultur macht ihn so einzigartig.

Ein Schauspieler jenseits aller Schubladen

Nicolas Cage ist weder "gut" noch "schlecht" im klassischen Sinn. Er ist extrem. Er riskiert Lächerlichkeit, um etwas Echtes zu erreichen – und scheitert dabei ebenso oft, wie er brilliert.

An seinem 62. Geburtstag steht fest: Cage hat sich längst vom klassischen Erfolgsbegriff emanzipiert. Er ist kein Schauspieler mehr, der gefallen muss. Er ist ein Phänomen, ein wandelndes Archiv filmischer Exzesse – und ein fester Bestandteil der Internet-Mythologie.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....