Hackerangriff oder Ausrede? Bürgermeister im Streit mit Robert Marc Lehmann unter Druck

Ein Forensik-Gutachten findet keine Hinweise auf Spyware auf dem Diensthandy des Bürgermeisters.

Robert Marc Lehmann You Tube
War der Hackerangriff nur gelogen? | © Robert Marc Lehmann - YouTube

Der Streit zwischen Robert Marc Lehmann und dem Bürgermeister von Timmendorfer Strand bekommt eine neue Wendung. Nach der gescheiterten Wahlrettungsaktion, bei der Lehmann die Gemeinde unterstützen wollte, soll Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke beleidigende E-Mails über den YouTuber verschickt haben. Als die Vorwürfe öffentlich wurden, berief sich der Bürgermeister auf einen Hackerangriff.

Robert Marc Lehmann veröffentlicht Ergebnisse der IT-Forensik

Auslöser des Konflikts war Lehmanns Einsatz im Zusammenhang mit der Wahl in Timmendorfer Strand. Der YouTuber brach die Aktion ab und erklärte anschließend, dass die Verantwortlichen andere Vorstellungen von der Durchführung gehabt hätten.

In der Folge wurden beleidigende Nachrichten über Lehmann bekannt. Darin wurde er unter anderem als „inkompetent“ und „selbstdarstellerisch“ bezeichnet.
Auch sein Lebenslauf und seine Qualifikationen wurden infrage gestellt. Der Verfasser bestritt laut Lehmanns Darstellung, selbst für die Nachrichten verantwortlich zu sein, und führte die Vorfälle auf einen Hackerangriff zurück.

Nun hat Lehmann auf Instagram Auszüge aus den Ergebnissen einer IT-forensischen Untersuchung veröffentlicht.
Die Gemeinde Timmendorfer Strand hatte die Untersuchung des dienstlich genutzten Handys des Bürgermeisters in Auftrag gegeben.

Dem veröffentlichten Text zufolge ergab die Untersuchung keinen objektiv belegbaren Hinweis auf einen Malware-Befall des untersuchten Geräts.
Insbesondere habe es keine nachweisbare Indikation für eine Infektion mit der Spionagesoftware Pegasus oder einer anderen bekannten kommerziellen iOS-Spyware gegeben.

Das vollständige Gutachten wurde nicht veröffentlicht. Als Grund dafür nennt die Gemeinde schutzwürdige Daten. Die Untersuchung bezieht sich zudem auf das Diensthandy. Daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, dass sämtliche denkbaren Formen eines Hackerangriffs ausgeschlossen wurden.

Bürgermeister unter Druck: Viele Fragen bleiben offen

Lehmann reagierte mit deutlicher Kritik auf die veröffentlichten Ergebnisse. Er warf dem Bürgermeister vor, die Beleidigungen und Herabwürdigungen selbst verfasst zu haben, und stellte infrage, warum zuvor ein Hackerangriff als Erklärung angeführt worden war.

Außerdem forderte Lehmann eine Entschuldigung von Medien, die seiner Ansicht nach die ursprüngliche Darstellung übernommen hatten.
Darüber hinaus stellte er Fragen zum möglichen Einfluss der Aussagen des Bürgermeisters auf die Entscheidungen rund um die Wahlrettungsaktion.

Laut dem veröffentlichten Auszug der Gemeinde war das strafrechtliche Ermittlungsverfahren zum Zeitpunkt der Mitteilung noch nicht abgeschlossen.
Die Staatsanwaltschaft Lübeck hatte demnach mitgeteilt, dass der Untersuchungszweck der Ermittlungen durch die Herausgabe des Gutachtens nicht mehr gefährdet sei. Im Raum stand dabei auch der Verdacht des Vortäuschens einer Straftat.

Eine abschließende strafrechtliche Bewertung liegt damit nicht vor.
Ebenso bleiben Fragen dazu offen, welche Rolle die Aussagen des Bürgermeisters bei den Vorgängen rund um die Wahlrettungsaktion spielten und ob weitere Personen daran beteiligt waren.

Was haltet ihr davon? Schreibt es uns in die Kommentare!

Tommy-lee Venghaus

Tommy-Lee ist Medientextübersetzungsstudent und leidenschaftlicher Gamer mit einer besonderen Vorliebe für JRPGs, Anime und Medien....