BIs vor kurzem war er sogar Rekordhalter in Sachen MARVEL-Filme...
Hugh Jackman feiert heute, am 12. Oktober 2026, seinen 58. Geburtstag. Für Millionen Fans ist er Wolverine, für andere der singende Zirkusdirektor aus Greatest Showman. Seine Karriere führte ihn von australischen Fernsehproduktionen auf die Broadway-Bühne und ins Guinness-Buch der Rekorde. Dabei wusste er ausgerechnet bei seiner berühmtesten Rolle zunächst nicht einmal, dass ein Wolverine tatsächlich existiert.
Von Sydney auf die Schauspielschule
Geboren wurde Hugh Michael Jackman am 12. Oktober 1968 in Sydney, als jüngstes von fünf Kindern britischer Eltern. Als er acht Jahre alt war, kehrte seine Mutter nach England zurück. Jackman blieb zunächst bei seinem Vater in Australien. Die Trennung prägte seine Kindheit und gehörte später zu den Erfahrungen, über die er auch öffentlich sprach.
Sein Weg ins Schauspielgeschäft war keineswegs von Anfang an festgelegt. Zunächst studierte er Kommunikationswissenschaft in Sydney. Ein Schauspielkurs weckte jedoch eine Begeisterung, die seine beruflichen Pläne veränderte. Nach dem Studienabschluss ließ er sich an der Western Australian Academy of Performing Arts in Perth ausbilden, wo er 1994 abschloss.
1995 spielte er in der australischen Serie Correlli und lernte am Set Deborra-Lee Furness kennen. Die beiden heirateten 1996 und adoptierten später ihre Kinder Oscar und Ava. Nach 27 Ehejahren gaben sie 2023 ihre Trennung bekannt; 2025 wurde die Scheidung abgeschlossen. Über Jahrzehnte hatten Familie und Beruf ihre gemeinsame Lebensgeschichte bestimmt.
Wolverine war eigentlich schon vergeben
Seinen internationalen Durchbruch verdankt Jackman einer Rolle, für die ursprünglich ein anderer Schauspieler vorgesehen war: Dougray Scott sollte Wolverine spielen. Weil sich dessen Arbeit an Mission: Impossible II mit der Produktion von X-Men – Der Film überschnitt, musste die Rolle neu besetzt werden. Jackman bekam seine Chance.
Als der Film 2000 ins Kino kam, wurde aus dem außerhalb Australiens noch wenig bekannten Darsteller ein weltweit gefragter Star. Seine Version von Logan war schroff und misstrauisch, ließ hinter Wut und Metallkrallen aber auch Verletzlichkeit erkennen. Diese Mischung machte ihn zum emotionalen Mittelpunkt vieler weiterer Filme der Reihe.
Als Jackmann Wölfe studierte
Dass Jackman die Figur einmal so prägen würde, war bei seiner Vorbereitung noch nicht abzusehen. Er kannte die Comics nicht und hatte auch vom gleichnamigen Tier nie gehört. Wolverine ist das englische Wort für Vielfraß, ein Raubtier aus der Familie der Marder. Jackman hielt den Namen dagegen für eine erfundene Bezeichnung und vermutete eine Verbindung zum Wolf.
Also sah er sich eine IMAX-Dokumentation über Wölfe an und versuchte, deren Bewegungen in sein Spiel einzubauen. Erst als Regisseur Bryan Singer nachfragte, was er da eigentlich mache, flog das Missverständnis auf. Wie Jackman später erzählte, wurde ihm ein Zoobesuch nahegelegt. Ausgerechnet der Schauspieler, den heute kaum jemand von Wolverine trennen kann, hatte sich zunächst auf das falsche Tier vorbereitet. :
Sein Marvel-Weltrekord – und wer ihn inzwischen überholt hat
Jackmans lange Verbindung zu Wolverine brachte ihm eine besondere Auszeichnung ein: 2019 erhielt er gemeinsam mit Patrick Stewart einen Guinness-Weltrekord für die längste Karriere als Marvel-Superheld in Realfilmen. Zwischen ihrem Debüt in X-Men – Der Film und Logan – The Wolverine lagen nach Guinness-Zählung 16 Jahre und 228 Tage.
Der Rekord bezieht sich auf die Zeitspanne zwischen Filmauftritten, nicht darauf, wie viele Jahre ein Schauspieler seit seiner ersten Besetzung insgesamt mit der Rolle verbunden ist. Die Kategorie wurde später auf Marvel-Figuren erweitert, um auch andere Charaktere einzuschließen.
Mit Logan – The Wolverine hatte Jackman 2017 zunächst einen Abschied geliefert: einen erschöpften, alternden Helden in einer ungewöhnlich bitteren Comicverfilmung. Doch 2024 kehrte er an der Seite von Ryan Reynolds in Deadpool & Wolverine zurück. Seine Filmauftritte als Logan spannten damit einen Bogen über rund 24 Jahre.
Der aktuelle Guinness-Rekordhalter ist allerdings Wesley Snipes. Auch er kehrte in Deadpool & Wolverine zurück, als Vampirjäger Blade. Weil sein erster Auftritt bereits 1998 in Blade stattgefunden hatte, kam er auf 25 Jahre und 340 Tage. Jackmans Weltrekord gehört also zu seiner Karrieregeschichte; die heutige Bestmarke hält ein anderer.
Metallkrallen, große Gefühle und ein Talent fürs Musical
Zwischen den Marvel-Filmen bewies Jackman immer wieder, wie unterschiedlich seine Rollen sein können. In Prestige – Die Meister der Magie lieferte er sich als ehrgeiziger Illusionist einen zerstörerischen Wettstreit mit Christian Bale. In Prisoners spielte er einen Vater, dessen Verzweiflung über die verschwundene Tochter in Gewalt umschlägt.
Seine musikalische Seite war dabei keine spätere Überraschung, sondern ein wichtiger Teil seiner Laufbahn. 2004 gewann er für das Broadway-Musical The Boy from Oz einen Tony Award. Als Jean Valjean in Les Misérables erhielt er 2013 einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller.
Mit Greatest Showman machte er 2017 schließlich seine Bühnenenergie zum Zentrum eines großen Kinomusicals. Als Zirkuspionier P. T. Barnum sang und tanzte er sich durch eine stark romantisierte Lebensgeschichte. Wer ihn nur als knurrenden Mutanten kannte, bekam hier einen Eindruck davon, wie viel Showman tatsächlich in Jackman steckt.
Politisch engagiert: Klimaschutz und der Kampf gegen Armut
Auch außerhalb seiner Rollen nutzt Jackman seine Bekanntheit. Als langjähriger Unterstützer und Botschafter von Global Citizen setzt er sich für die Bekämpfung extremer Armut ein. Die Organisation verbindet öffentliche Kampagnen und große Veranstaltungen mit Forderungen an Regierungen und Unternehmen. Jackman unterstützt ihre Arbeit auch als Gastgeber und auf internationalen Veranstaltungen.
Beim Klimaschutz wurde er konkret politisch: Anlässlich der UN-Klimakonferenz COP26 forderte er 2021 den damaligen australischen Premierminister Scott Morrison zu entschlossenerem Handeln auf. Australiens Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden, bezeichnete er sinngemäß als Mindestanforderung. Er verlangte, zuzuhören, Kompromisse zu finden und Verantwortung für die Zukunft des Planeten zu übernehmen.
Wie ein Kaffeebauer sein soziales Engagement veränderte
Ein besonders greifbares Projekt entstand nach einer Reise mit World Vision nach Äthiopien im Jahr 2009. Dort lernte Jackman den Kaffeebauern Dukale kennen, der daran arbeitete, seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Die Begegnung brachte Jackman auf die Idee, Produzenten über den Verkauf ihres Kaffees neue wirtschaftliche Möglichkeiten zu eröffnen.
2011 gründete er Laughing Man Coffee mit. Nach Angaben von World Vision spendet Jackman seine gesamten Gewinne daraus an die Laughing Man Foundation. Die Stiftung unterstützt unter anderem Bildungsangebote und die Entwicklung von Gemeinden. Zu ihren Projekten gehören Stipendien für die Kinder von Kaffeebauern, Schulungen sowie die Verbesserung von Wohnbedingungen in Kaffeeanbauregionen.
Mit 58 hat Hugh Jackman eine Karriere hinter sich, die sich kaum auf eine einzelne Figur reduzieren lässt. Wolverine machte ihn weltberühmt, doch auf der Bühne und in seinen anderen Filmrollen zeigte er immer wieder neue Seiten. Dass er seinen Ruhm außerdem für politische Forderungen und konkrete soziale Projekte nutzt, gehört längst ebenso zu seiner Geschichte. Und die Sache mit dem Vielfraß? Die dürfte er inzwischen geklärt haben.
