Wir alle lachen über ihn – manchmal vielleicht ohne zu bemerken, dass er uns zeitgleich zum denken anregt.
Heute, am 17. Januar, feiert einer der außergewöhnlichsten Schauspieler unserer Zeit seinen Geburtstag. Jim Carrey wird 64 Jahre alt – und blickt auf ein Leben zurück, das von extremer Armut ebenso geprägt war wie von Weltruhm, inneren Krisen und gesellschaftlichem Engagement.
Ein schwieriger Start – und ein früher Traum
Geboren 1962 im kanadischen Newmarket, wuchs Jim Carrey in bescheidenen Verhältnissen auf. Als sein Vater seine Arbeitsstelle verlor, lebte die Familie zeitweise in einem Wohnwagen, während die Kinder putzen gingen, um zum Lebensunterhalt beizutragen. In dieser schwierigen Phase entwickelte Carrey seinen Humor als Überlebensstrategie. Schon als Teenager stand für ihn fest, dass er Menschen zum Lachen bringen wollte – zunächst auf der Schulbühne, später als Stand-up-Comedian.
Mit nur 15 Jahren trat er erstmals öffentlich auf. Der Weg nach oben war jedoch steinig: Nach dem Umzug nach Los Angeles folgten Jahre voller Absagen und finanzieller Unsicherheit, bis sich langsam erste Türen öffneten.
Mehr als eine Grimasse
Der große Durchbruch gelang Jim Carrey Anfang der 1990er mit der TV-Show In Living Color. Doch was folgte, war nahezu beispiellos: 1994 katapultierte er sich mit mehreren Kinoerfolgen innerhalb weniger Monate an die Spitze Hollywoods. In Ace Ventura – Ein tierischer Detektiv begeisterte er mit anarchischer Energie, Die Maske machte seine Gummigesicht-Mimik weltberühmt und Dumm und Dümmer etablierte ihn endgültig als Publikumsliebling.
Sein exzessiver Körpereinsatz, die extreme Mimik und sein Mut zur Albernheit machten ihn unverwechselbar. Mitte der 1990er-Jahre war Carrey der bestbezahlte Komiker Hollywoods – doch er wollte nicht auf das Image des reinen Spaßmachers reduziert werden.
Der ernste Schauspieler hinter der Comedy-Fassade
Ende der 1990er überraschte Jim Carrey Kritiker und Publikum gleichermaßen mit tiefgründigen, ernsten Rollen. In Die Truman Show spielte er einen Mann, dessen gesamtes Leben eine Fernsehinszenierung ist – eine Rolle, die ihm weltweite Anerkennung als Charakterdarsteller einbrachte. Noch intensiver wurde seine Darstellung des exzentrischen Komikers Andy Kaufman in Der Mondmann, für die er sich körperlich und psychisch extrem verausgabte.
Spätestens mit Vergiss mein nicht! bewies Carrey endgültig seine emotionale Tiefe. Trotz mehrfacher Golden-Globe-Auszeichnungen blieb ihm eine Oscar-Nominierung bislang verwehrt – für viele eine der größten Ungereimtheiten der Filmpreisgeschichte.
Verluste, innere Kämpfe und Schwurbelei
Hinter dem Erfolg verbarg sich lange eine andere Realität. Jim Carrey sprach offen über Depressionen, Sinnkrisen und die Schattenseiten des Ruhms. Besonders der Tod seiner ehemaligen Partnerin Cathriona White im Jahr 2015 brachte ihn in den Fokus der Boulevardmedien und führte zu schmerzhaften öffentlichen Debatten und Gerichtsverfahren.
In den darauffolgenden Jahren zog sich Carrey zunehmend aus Hollywood zurück. Interviews wurden seltener, Rollen ausgewählter. Stattdessen widmete er sich intensiv der Malerei, Meditation und philosophischen Fragen nach Identität, Ego und Sinn des Lebens.
Während der Corona-Pandemie driftete Carrey immer weiter in die Esoterik ab und verwirrte mit Auftritten und Aussagen, die sich etwa darum drehten, dass soziale Medien der Feind seien, Überwachung allgegenwärtig ist oder Impfungen untrennbar mit Autismus verbunden wären. Freunde und Beobachter zeigten sich besorgt und es gab Vermutungen, dass dieser Wandel mit Depressionen in Verbindung stünde.
Denn neben seinem Einsatz für Umwelt- und Klimaschutz, der Kritik an sozialer Ungleichheit und politischen Entwicklungen – häufig in Form provokanter Cartoons und Gemälde – redet Carrey auch offen über mentale Gesundheit, spricht offen seine eigenen Depressionen und Leiden an und versucht anderen Betroffenen damit Mut zu machen.
Der Geburtstag eines Unangepassten
Am heutigen 17. Januar feiern Fans weltweit nicht nur den Geburtstag eines Komikers, sondern eines Künstlers, der sich nie mit einfachen Rollen oder bequemen Wahrheiten zufriedengegeben hat. Jim Carrey ist Entertainer, Schauspieler, Maler, Kritiker und ein äußerst komplexer Mensch, der sucht, aber noch nicht alles gefunden zu haben scheint. Einen Scherz hat er dabei aber immer auf den Lippen.