Ein Influencer-Pärchen hat sich Anfang Januar schuldig bekannt. Warum sie mit Gefängnisstrafe rechnen müssen und was überhaupt passiert ist, erfahrt ihr jetzt.
Ein Influencer-Pärchen hat sich des Betruges auf Bundesebene schuldig bekannt. Christopher und Raquelle Judge waren mit ihrem Renovierungscontent auf Social Media bekannt. Während dieser Zeit haben sie laut eigenen Angaben mehr als 40 verschiedene Personen betrogen und dabei rund 5 Millionen USD erwirtschaftet.
Drei Jahre lang blieb die Betrugsmasche unentdeckt
Ihr habt richtig gehört. Ganze drei Jahre lang zog das Judge-Paar verschiedene Kunden systematisch ab. Im Zeitraum vom August 2020 bis Januar 2023 betrogen sie ihre Opfer um ungefähr 4,8 Millionen USD.
Die beiden machten hauptsächlich Renovierungs-Content. Christopher Judge vermarktete sich sogar als professioneller Architekt, ohne jemals eine Ausbildung dafür gemacht zu haben. Auf den Social-Media-Plattformen bewarben die Judges ihre Firma.
Der Hauptgrund, warum so viele Kunden überhaupt die Dienstleistung in Anspruch genommen hatten, war die Preispolitik der beiden Influencer. Um Kunden anzuziehen, lagen die Raten für Renovierungen unter dem Durchschnitt. Anscheinend aber nicht so weit drunter, dass Menschen skeptisch wurden.
Ein weiterer Bestandteil, dieser Attraktivität für Kunden war der versprochene Projektzeitraum. Innerhalb von vier bis sechs Monaten sollten die Projekte abgeschlossen werden. Leider reichte auch das nicht, um bei den Leuten Alarmglocken auszulösen.
Gefängnis statt Influencer-Lifestyle
Noch schlimmer als der geldliche Schaden ist eigentlich nur, mit wie viel Kalkül die Judges ihre Betrugsmasche begangen haben. Nie wurde überhaupt in Erwägung gezogen, die angefangenen Projekte zu beenden. Damit das aber nicht allzu auffällig wurde, überlegten sie sich einen Plan: Das Geld der Kunden wurde direkt auf die privaten Konten umgeleitet. Von dort wurden minimale Arbeiten am Projekt verrichtet, um die Zahlung weiterhin zu gewährleisten. Angestellte Dienstleister, die Arbeiten im Haus verrichten sollten, hatten selten eine gute Qualität und wurden genauso wenig bezahlt.
Als Ausrede galt dann jedes Mal: Man würde die Probleme beseitigen, insofern weiterhin Zahlungen fließen würden. So sagen es zumindest die Dokumente aus dem Gericht.
Das Geld wurde von dem Paar hauptsächlich genutzt um sich ein eigenes Eigenheim zu finanzieren und ihren Lifestlye aufrecht zu erhalten. Genannt werden unter anderem Amazon-Bestellungen und Luxusgüter.
Das Endergebnis sind laut den Angaben des Gerichts, mindestens 24 Projekte, die nie fertiggestellt wurden. Hierbei wurden Kunden mit unfertigen oder nicht bewohnbaren Häusern auf sich alleine gestellt zurückgelassen.
So wie es aussieht, siegt aber die Gerechtigkeit. Christopher Judge bekannte sich am 6. Januar schuldig, Raquelle bereits im Dezember. Er muss mit ungefähr 20 Jahren Haftstrafe rechnen, bei ihr wird die Strafe etwas milder ausfallen, mit einer bis zu fünfjährigen Haftstrafe.
Der Grund für die Härte in Christophers Fall ist vermutlich eine bereits ausgesprochene Verwarnung wegen der Behauptung er sei ein professioneller Architekt. Diese Verwarnung erhielt er bereits 2022.
Die Urteilsverkündung soll einmal am 14. April und einmal am 12. Mai stattfinden. Wir von EarlyGame halten euch natürlich auf dem Laufenden.
Seid ihr schockiert wie spät das Ganze aufgeflogen ist? Seid ihr froh darüber, dass die beiden ihre Strafe erhalten? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare!