Jon Favreau wird 60: Wie er Robert Downey Jr. rettete, den Mandalorian schuf und fast Chandler geworden wäre

Nur die wenigsten wissen, dass Tony Starks Assistent Happy, die Filme selbst produziert hat.

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Nur die wenigsten wissen, dass Tony Starks Assistent Happy, die Filme selbst produziert hat. | © Kinowelt / United International Pictures

Jon Favreau feiert heute, am 19. Oktober 2026, seinen 60. Geburtstag. Er hätte eine Hauptrolle in Friends übernehmen können, wurde stattdessen Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur – und half später, Robert Downey Jr. mit Iron Man an die Spitze Hollywoods zu bringen. Sein Weg führt von kleinen Komödien über Marvel bis in die Welt von Star Wars.

Von New York zur Improvisationskomödie

Jonathan Kolia Favreau wurde am 19. Oktober 1966 im New Yorker Stadtteil Queens geboren. Seine Eltern arbeiteten als Lehrer. Er besuchte die Bronx High School of Science und studierte am Queens College, verließ die Hochschule jedoch vor dem Abschluss. In Chicago versuchte er anschließend sein Glück mit Improvisationskomödie.

Es folgten erste Filmrollen. In Touchdown – Sein Ziel ist der Sieg spielte er 1993 D-Bob, einen Freund der Hauptfigur. Bei dieser Produktion lernte er Vince Vaughn kennen. Aus der Begegnung entstand eine Zusammenarbeit, die wenig später für beide wichtig werden sollte.

Die Chance Chandler Bing zu sein

Bevor Matthew Perry mit Chandler Bing zum Serienstar wurde, war auch Favreau für die Rolle im Gespräch. Berichten zufolge wurde ihm der Part angeboten, doch er lehnte ab. Damit hätte die Geschichte von Friends eine andere Besetzung bekommen können.

Ganz ohne Favreau blieb die Sitcom trotzdem nicht. 1997 trat er in der dritten Staffel als Pete Becker auf, ein wohlhabender Unternehmer, der sich in Monica verliebt. Die Figur hat schließlich den eigenwilligen Wunsch, als Ultimate-Fighting-Champion Karriere zu machen. Favreau war in sechs Folgen zu sehen.

Dass er später ausgerechnet einen Partner von Monica spielte, ist eine hübsche Pointe der Seriengeschichte: Die Rolle ihres späteren Ehemanns Chandler hatte er zuvor ausgeschlagen. Sein eigener beruflicher Weg entwickelte sich unterdessen weit über die Schauspielerei hinaus.

Der selbstgeschriebene Durchbruch

1996 erschien Swingers – Helden der Nacht. Favreau schrieb das Drehbuch, spielte die Hauptrolle und war an der Produktion beteiligt. Unter der Regie von Doug Liman entstand eine Komödie über Liebeskummer, Freundschaft und junge Männer, die in Los Angeles ihren Platz suchen.

Der Film machte Favreau und Vince Vaughn bekannter. Zugleich zeigte er, dass Favreau nicht darauf warten musste, dass andere ihm interessante Rollen anboten. Er konnte sie selbst entwickeln.

Als Regisseur bewies er später, dass er auch ein großes Publikum erreichen konnte. Mit Buddy – Der Weihnachtself inszenierte er 2003 die Geschichte eines von Elfen aufgezogenen Menschen, gespielt von Will Ferrell. Danach stand ihm der Weg zu größeren Produktionen offen.

Favreau setzte sich für Robert Downey Jr. ein

Als Favreau die Regie von Iron Man übernahm, war Robert Downey Jr. für das Studio keine selbstverständliche Wahl. Der Schauspieler war zwar für sein Talent bekannt, doch seine früheren Suchtprobleme und juristischen Schwierigkeiten hatten seine Karriere schwer belastet. Eine kostspielige Superheldenproduktion mit ihm in der Hauptrolle galt als Risiko.

Favreau sah dagegen, wie gut Downey zu Tony Stark passte. Er konnte dessen Selbstbewusstsein, Humor und Verletzlichkeit verkörpern. Der Regisseur setzte sich hartnäckig für die Besetzung ein. Auch Kevin Feige und Castingdirektorin Sarah Halley Finn spielten eine wichtige Rolle dabei, die Entscheidung möglich zu machen.

Der Erfolg von Iron Man im Jahr 2008 wurde zum entscheidenden Wendepunkt. Downey machte aus Tony Stark eine Figur, deren Charme weit über die Comicvorlage hinaus wirkte. Der Film legte zugleich das Fundament für das Marvel Cinematic Universe, kurz MCU.

Downey hatte bereits zuvor wieder überzeugende Auftritte geliefert, etwa in Kiss Kiss Bang Bang. Favreau brachte ihn also nicht aus völliger Erfolglosigkeit zurück. Sein Vertrauen half jedoch entscheidend dabei, aus dem Comeback einen weltweiten Durchbruch als Blockbusterstar zu machen.

Für Marvel stand er auch selbst vor der Kamera

Favreau führte ebenfalls bei Iron Man 2 Regie. Als Happy Hogan, Tony Starks loyaler Mitarbeiter und Freund, blieb er dem MCU auch vor der Kamera verbunden. Außerdem wirkte er als ausführender Produzent an mehreren Marvel-Filmen mit.

Seine Bedeutung für die Reihe liegt damit sowohl in den frühen kreativen Entscheidungen als auch in seiner langjährigen Beteiligung. Der erste Iron Man zeigte, wie gut eine Superheldengeschichte funktionieren konnte, wenn ihr Mittelpunkt eine überzeugend besetzte Figur war.

Zwischen Disney-Welten und der eigenen Küche

Mit The Jungle Book und Der König der Löwen brachte Favreau bekannte Disney-Geschichten in aufwendig gestalteten Neuverfilmungen auf die Leinwand. Dabei verband er Schauspiel, digitale Figuren und virtuelle Produktionsverfahren.

2014 hatte er mit Kiss the Cook – So schmeckt das Leben! eine persönlichere Geschichte erzählt. Als Regisseur, Autor und Hauptdarsteller spielte er einen Koch, der mit einem Foodtruck neu beginnt. Seine Begeisterung für gutes Essen führte später zu The Chef Show, in der er gemeinsam mit Küchenchef Roy Choi kocht und unterschiedliche kulinarische Welten erkundet.

Mit The Mandalorian eroberte er eine weitere Filmwelt

2019 startete The Mandalorian, die von Favreau entwickelte Realserie aus dem Star Wars-Universum. Die Beziehung zwischen dem Kopfgeldjäger Din Djarin und Grogu wurde zum emotionalen Mittelpunkt. Gemeinsam mit Dave Filoni und weiteren Kreativen baute Favreau diese Welt aus.

2026 führte er bei Star Wars: The Mandalorian and Grogu Regie und brachte die beiden Figuren ins Kino. Für den Filmemacher, der sich schon als Kind für Star Wars begeisterte, verband sich damit eine persönliche Leidenschaft mit seiner Arbeit.

Ein Filmemacher mit einem Gespür für die richtige Besetzung

Zu Jon Favreaus 60. Geburtstag gehören deshalb sehr unterschiedliche Bilder: der junge Schauspieler, der beinahe Chandler Bing geworden wäre, der Koch hinter dem Foodtruck und der Regisseur, der an Robert Downey Jr. als Tony Stark glaubte.

Besonders die Entscheidung für Downey zeigt, wie weit eine Besetzung wirken kann. Sie gab einem Schauspieler eine große Chance und half zugleich, eine ganze Filmreihe aufzubauen. Favreau erkannte, was dieser Rolle Leben verleihen würde, und setzte sich dafür ein.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....