Julia Roberts wird 59: Der Hollywoodstar dessen Geburtskosten von Martin Luther King bezahlt wurden

Zwischen strahlendem Lächeln und kraftvollen Aussagen.

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Zwischen strahlendem Lächeln und kraftvollen Aussagen. | © Buena Vista / Kinowelt

Ihr Lächeln wurde zum Markenzeichen, ihre Filme machten sie zu einem der größten Stars Hollywoods. Heute, am 28. Oktober 2026, feiert Julia Roberts ihren 59. Geburtstag. Hinter der Karriere zwischen romantischen Komödien und anspruchsvollen Dramen steht eine Familiengeschichte mit bemerkenswerten Wendungen: Martin Luther King und seine Frau bezahlten die Krankenhausrechnung ihrer Geburt. Und eine Ahnenforschung brachte ans Licht, dass ihre väterliche Abstammungslinie eigentlich zu einer Familie namens Mitchell führt.

Eine Kindheit mit Theater – und frühen Verlusten

Julia Fiona Roberts wurde am 28. Oktober 1967 im US-Bundesstaat Georgia geboren und wuchs in Smyrna bei Atlanta auf. Ihre Eltern Betty Lou und Walter Grady Roberts waren selbst schauspielerisch tätig und betrieben eine Theaterwerkstatt. Auch ihre älteren Geschwister Eric und Lisa entschieden sich später für die Schauspielerei.

Die Nähe zur Bühne bedeutete allerdings keine sorgenfreie Kindheit. Die Familie hatte finanzielle Schwierigkeiten, die Eltern trennten sich, als Julia noch klein war. 1977 starb ihr Vater an Krebs. Sie war erst zehn Jahre alt.

Nach der Schule zog Roberts nach New York, wo sie sich mit verschiedenen Jobs über Wasser hielt und eine Schauspielkarriere anstrebte. Dass sie einmal zu den bestbezahlten Frauen der Filmbranche gehören würde, war damals keineswegs absehbar.

Warum Martin Luther King ihre Krankenhausrechnung bezahlte

Eine außergewöhnliche Verbindung zur amerikanischen Bürgerrechtsbewegung bestand bereits bei ihrer Geburt. Martin Luther King Jr. und Coretta Scott King übernahmen die Krankenhauskosten, weil Roberts’ Eltern die Rechnung nicht bezahlen konnten.

Die Geschichte bestätigte Roberts 2022 in einem öffentlichen Gespräch mit der Journalistin Gayle King. Dahinter stand eine Freundschaft zwischen den Familien, die durch die Theaterarbeit ihrer Eltern entstanden war.

Coretta Scott King hatte bei Roberts’ Mutter angefragt, ob ihre Kinder an der Theaterwerkstatt teilnehmen dürften. In einer von Rassismus und den Folgen der Segregation geprägten Gesellschaft war es für die Familie schwierig gewesen, ein entsprechendes Angebot zu finden, das schwarze Kinder aufnahm. Betty Lou Roberts sagte zu.

Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine persönliche Verbindung. Als Julia geboren wurde und ihre Eltern finanzielle Hilfe benötigten, sprangen die Kings ein. Ihre Tochter Bernice King bestätigte später öffentlich, dass ihr diese Geschichte bekannt sei. Die häufig erzählte Anekdote hat damit einen konkreten Hintergrund: gegenseitige Unterstützung zwischen zwei befreundeten Familien.

Mit Pizza und Stahlmagnolien zum Durchbruch

Ende der 1980er-Jahre nahm Roberts’ Karriere Fahrt auf. In Pizza, Pizza – Ein Stück vom Himmel machte sie 1988 als junge Frau auf sich aufmerksam, die in einer Pizzeria arbeitet und von einem anderen Leben träumt.

Ein Jahr später folgte Magnolien aus Stahl. Als junge, an Diabetes erkrankte Frau bewies sie neben etablierten Kolleginnen, dass sie auch emotional anspruchsvolle Rollen tragen konnte. Die Darstellung brachte ihr einen Golden Globe und ihre erste Oscar-Nominierung ein.

Es war der Beginn eines rasanten Aufstiegs. Roberts verband komisches Timing mit einer Direktheit, die ihre Figuren zugänglich machte. Sie konnte selbstbewusst auftreten und im nächsten Moment Unsicherheit sichtbar werden lassen.

Der Welterfolg von Pretty Woman

1990 wurde Pretty Woman zum entscheidenden Film ihrer Karriere. Als Sexarbeiterin Vivian, die sich in einen wohlhabenden Geschäftsmann verliebt, spielte Roberts an der Seite von Richard Gere. Die romantische Komödie machte sie weltweit bekannt und brachte ihr eine weitere Oscar-Nominierung ein.

In den folgenden Jahren zeigte sie, wie unterschiedlich sie diese neue Popularität einsetzen konnte. In Die Akte geriet sie als Jurastudentin in eine politische Verschwörung. Mit Die Hochzeit meines besten Freundes spielte sie eine romantische Hauptfigur, deren Eifersucht und Manipulationen ausgesprochen unangenehme Seiten offenbaren.

Notting Hill wiederum nutzte 1999 ihren eigenen Starstatus als Ausgangspunkt: Roberts verkörperte eine berühmte Schauspielerin, die sich in einen Londoner Buchhändler verliebt. Noch im selben Jahr stand sie für Die Braut, die sich nicht traut erneut mit Richard Gere vor der Kamera.

Mit Erin Brockovich zum Oscar

Den größten schauspielerischen Triumph ihrer Karriere feierte Roberts mit Erin Brockovich von 2000. Unter der Regie von Steven Soderbergh spielte sie eine alleinerziehende Mutter, die in einer Anwaltskanzlei arbeitet und einen Fall schwerwiegender Umweltverschmutzung vorantreibt.

Ihre Erin ist schlagfertig, hartnäckig und nicht bereit, sich wegen ihrer Kleidung, ihrer Herkunft oder fehlender akademischer Titel unterschätzen zu lassen. Roberts machte aus ihr eine energische Figur, deren Einsatz aus persönlicher Erfahrung und konkreter Anteilnahme entsteht.

2001 gewann sie dafür den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Die Rolle festigte zugleich ihre Stellung als Schauspielerin, die einen großen Publikumsfilm auch jenseits romantischer Geschichten tragen konnte.

Mehr als die Königin der Liebeskomödie

Roberts blieb auch später offen für Rollen, die ihrem freundlichen Starimage widersprachen. In Hautnah gehörte sie zu einem Ensemble, dessen Beziehungen von Begehren, Verletzungen und Unehrlichkeit geprägt sind. Für Im August in Osage County erhielt sie als Tochter in einer zerstrittenen Familie eine weitere Oscar-Nominierung.

Im Fernsehen übernahm sie Hauptrollen in Homecoming und Gaslit. In letzterer Serie spielte sie Martha Mitchell, deren öffentliche Aussagen über das Umfeld des Watergate-Skandals lange diskreditiert wurden.

Zu ihren jüngeren Kinoarbeiten gehört After the Hunt von 2025. In Luca Guadagninos Film verkörpert sie eine Professorin, die nach einem Vorwurf sexueller Gewalt gegen einen Kollegen zwischen persönliche Loyalitäten, berufliche Interessen und die Erwartungen einer Studentin gerät. Dafür wurde Roberts 2026 erneut für einen Golden Globe nominiert.

Engagement für Kinder, Umwelt und politische Selbstbestimmung

Roberts nutzt ihre Bekanntheit seit Jahren auch für soziale Anliegen. Sie unterstützt den amerikanischen Red Nose Day, der Spenden gegen Kinderarmut sammelt. Für die Kampagne machte sie unter anderem auf medizinische Versorgung und die Lebensbedingungen benachteiligter Kinder aufmerksam.

Für Conservation International lieh sie in der Filmreihe Nature Is Speaking Mutter Natur ihre Stimme. Die Kampagne erinnert daran, dass menschliches Wohlergehen von funktionierenden Ökosystemen abhängt.

Auch politisch tritt Roberts öffentlich auf. Im US-Präsidentschaftswahlkampf 2024 unterstützte sie Kamala Harris und warb in ihrem Heimatstaat Georgia für die demokratische Kandidatin. In einem von ihr gesprochenen Wahlwerbespot stand die unabhängige Wahlentscheidung von Frauen im Mittelpunkt – auch dann, wenn deren Partner politisch anders denken.

Familie und ein selbstbestimmter Umgang mit dem Ruhm

Nach ihrer Ehe mit dem Musiker Lyle Lovett heiratete Roberts 2002 den Kameramann Danny Moder. Das Paar hat drei Kinder: die Zwillinge Hazel und Phinnaeus sowie Sohn Henry.

Über die Jahrzehnte hat Roberts ihren Platz im Filmgeschäft verändert. Auf die enorme öffentliche Aufmerksamkeit der frühen Karriere folgte eine stärker ausgewählte Arbeit zwischen Kino und Fernsehen. Ihr berühmtes Lächeln blieb dabei ein Wiedererkennungszeichen, ohne die Grenzen ihrer Rollen festzulegen.

Mit 59 Jahren blickt Julia Roberts auf eine Karriere zurück, die weit über Pretty Woman hinausreicht. Zu ihrer Geschichte gehören große Publikumserfolge, ein Oscar und Figuren mit unbequemen Seiten – ebenso wie eine bemerkenswerte familiäre Verbindung zu den Kings und ein überraschend neu entdeckter Zweig ihres Stammbaums.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....