Katja Krasavice mit Revenge-Porn-Schmierentheater: Kampf gegen den Ex oder fragwürdige Promoaktion?

Die Art und Weise, wie Katja all das präsentiert macht viele Zuschauer skeptisch.

Katja Krasavice Revenge 01 Instagram
Wehrt sich Katja gegen einen Ex – oder macht sie nur geschmacklose Werbung für sich? | © Instagram / Katjakrasavice

Influencerin Katja Krasavice spricht davon, dass sie sich von einem Ex-Partner dazu gezwungen sieht, private Fotos von sich zu veröffentlichen. Als sie dem Ganzen jedoch ein Datum gibt und ihre kostenpflichtige Webseite als Ort des Geschehens nennt, kommen erste Zweifel an ihrer Geschichte auf.

Katja Krasavice – Königin der Kontroverse

Katja Krasavice ist kontrovers. Und oft ist das auch gut so, denn wer sich als erfolgreiche Unternehmerin und Musikerin gegen das Patriarchat stellt, der muss anecken, um sich Gehör zu verschaffen.

Und meist geht ihre Taktik ja auch auf. Ihre aufreizende Art, die laszive Inszenierung und das Spiel mit dem Verruchten hat der Influencerin gleichermaßen Fans wie Feinde beschert, wenn sie etwa das Spendenverhalten von Friedrich Merz kritisiert oder dafür Eintritt, das Frauen mindestens Mitbestimmen sollten, ob sie mit einem Mann ein Kind wollen oder nicht.

Dann gibt es aber immer wieder auch andere Vorfälle. Jene, bei denen Katja ihrem Image und dem Feminismus einen Bärendienst erweist. Genau so etwas vermuten viele in der aktuellen Situation, in welcher sie davon spricht, dass ein Ex-Partner gedroht hätte, äußerst intime Aufnahmen von ihr zu veröffentlichen und sie als angeblichen Gegenschlag selbst diese Fotos und Videos veröffentlichen will... für zahlende Kunden.

Vom Ex zum Leak gezwungen?

In ihrer Instagram-Story schrieb Krasavice vor wenigen Tagen:

Aufgrunddessen, dass ein Mann meine privaten N*cktbilder und Videos leaken möchte, habe ich mich ein paar Tage zurück gezogen gehabt.. [sic!]

Darauf folgte ein weiterer Slide in welchem sie erklärte, keine Kraft mehr zu haben und die Bilder selbst leaken zu wollen – inklusive Datum, Uhrzeit und ihrem verlinkten OnlyFans-Profil samt dem Text "jeder der mich abonniert, bekommt es".

Kurz darauf folgte ein zusätzliches Video, in welchem sie ebenfalls davon sprach und betonte, dass es sich um "keinen TikTok-Film" und auch nicht um Spaß handeln würde, sondern eine "Ex-Relationship" sich bei ihr gemeldet hätte, weil sie zuvor auf TikTok verbreitet hätte, ihm zu ihrem Geburtstag eine Vielzahl sehr privater Aufnahmen gesendet zu haben.

Angeblich hätte dieser Verflossene ihr nun geschrieben, dass er all diese Dateien noch hätte und damit nun machen könne, was er wolle, da "ihr Körper nun seiner sei". Für Katja selbst sei das alles sehr überraschend bekommen, weil sie laut eigenen Angaben "sehr gut zu ihren Situationships sei" - auch weil sie es liebe. würde, solche Videos und Bilder zu verschicken. Der Schritt zu ihrem Anwalt sei angeblich keine Option, da er die Aufnahmen trotzdem leaken würde – weswegen die einzige logische Konsequenz nun sei, sämtliche Aufnahmen selbst zu veröffentlichen.

Danach nennt sie Datum und Uhrzeit zu welcher die Aufnahmen auf ihrer Webseite für Erwachseneninhalte veröffentlicht werden sollen und fordert ihre Zuschauer auch direkt auf, ihr am besten jetzt gleich zufolgen, damit sie das Ganze auch wirklich nicht verpassen würden.

Wehrhafter Feminismus oder frauenfeindliche Promo?

Viele Zuschauer sehen das Ganze allerdings sehr skeptisch. Den meisten scheint nicht ganz schlüssig, wieso Katja behauptet, den Ex-Partner anzuzeigen würde nichts bringen, weil er die Aufnahmen dann dennoch leaken würde, wenn sie inzwischen ohnehin vorhätte sie zu veröffentlichen, während sie nun, wenn sie das Ganze einfach so veröffentlicht, dennoch Gefahr läuft, dass er das gleiche tut und Menschen damit kostenlosen Zugang zu den Bildern gewährt.

Andere gehen sogar davon aus, dass es den Ex-Partner gar nicht gäbe und es sich lediglich um eine fingierte Promo-Aktion handeln würde, die zwar komplett durchschaubar sei, dies für die Konsumenten ihres Erwachsenen-Contents wohl aber auch keine Rolle spielen würde, unter welchem Vorwand sie all dies nun veröffentlicht. In den Kommentaren ist gar von einem "Revenge-Porn-Schmierentheater" die Rede.

Dabei wurde schnell auch Kritik daran laut, dass sollte die Geschichte wirklich nur erfunden sein, Katja extrem empathielos gegenüber wirklichen Opfern von Revenge-Porn, also Rachepornographie wäre, bei denen Ex-Partnern, um sich nach der Trennung zu rächen, intimste Einblicke aus der ehemaligen Beziehung mit dem Internet teilen würden.

Teilweise wurden und werden diese, vornehmlich weiblichen Opfer extrem unter psychischen Druck gesetzt oder sogar erpresst, während Katja – sofern die Geschichte nicht wahr sei – ihr Schicksal als schlichtes Marketingtool nutzen würde.

Am Ende bleibt nur Katja zu wünschen, dass sollte die ganze Geschichte zutreffen, sie ihrem Ex-Partner damit irgendwie Einhalt gebieten kann und sofern das Ganze doch nur geschmacklose Promo sei, sie ich die berechtigte Kritik daran wirklich zu Herzen nimmt.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....