Würdest du dich selbst für 975 Millionen Dollar klonen lassen? Khaby Lame hat es getan.
Khaby Lame wurde weltberühmt, ohne ein einziges Wort zu sagen. Mit ikonischen Gesten und trockener Ironie. Nun könnte ein KI-Deal über 975 Millionen Dollar dafür sorgen, dass eine digitale Version von ihm die Reaktionen übernimmt.
Khaby Lame setzt auf KI
Der größte TikToker der Welt hat über sein Unternehmen Step Distinctive Limited die kommerziellen Rechte an seiner Marke in einem Deal im Wert von rund 975 Millionen US-Dollar an Rich Sparkle Holdings verkauft. Die Kooperation zielt darauf ab, ein vollständig integriertes kommerzielles System rund um Khaby Lame aufzubauen, gestützt durch eine mehrjährige Strategie.
Der Plan sieht vor, sich von einmaligen Sponsoring-Deals zu lösen und stattdessen ein integriertes Netzwerk aus Handel, Logistik, Content-Produktion und KI aufzubauen. Laut Unternehmensangaben soll dieses Ökosystem jährliche Umsätze von bis zu 4 Milliarden US-Dollar generieren.
Der interessanteste Teil des Deals ist jedoch die KI-Komponente. Die Vereinbarung umfasst die Rechte zur Erstellung eines digitalen KI-Klons von Khaby Lame, der dafür freigegeben ist, mehrsprachige Inhalte über verschiedene Zeitzonen hinweg zu generieren. Rich Sparkle argumentiert, dass dieses Tool es Lame ermögliche, sich von den Grenzen seines eigenen Zeitplans zu lösen und seine Präsenz in ein skalierbares, vielseitig einsetzbares digitales Asset zu verwandeln.
Der Deal läuft über die nächsten drei Jahre und umfasst zudem die kommerzielle Nutzung des KI-Zwillings, die Planung von Livestream- und Video-Commerce sowie den Betrieb von TikTok-Shop-Formaten.
Ein strategischer Schritt mit Fragezeichen
Dieser Deal ergibt in mehrfacher Hinsicht strategisch Sinn. Zunächst beseitigt er eine der größten Einschränkungen, die mit dem Dasein als Content Creator einhergehen: Zeit. Ein KI-Modell von Khaby Lame ist nicht länger an seine persönliche Verfügbarkeit gebunden und kann rund um die Uhr aktiv sein. Das ist ein enormer Vorteil für einen Creator, dessen größtes Kapital seine Präsenz ist.
Hinzu kommt, dass Khaby Lame selbst perfekt zu einem solchen Deal passt. Sein Markenzeichen ist Kommunikation und Comedy über Gesten statt über Worte. Allein das macht ihn besonders geeignet für ein KI-System, das über verschiedene Sprachen und Kulturen hinweg funktionieren soll.
Dennoch sorgt der Deal branchenweit für hochgezogene Augenbrauen. Auch wenn der TikToker weiterhin in die Prozesse eingebunden ist, wirft die Vereinbarung zwangsläufig Fragen nach Kontrolle und Authentizität auf. Ein KI-Klon, der Livestreams moderiert oder Produkte bewirbt, macht es zunehmend schwieriger, die private Person von den millionenschweren Strukturen im Hintergrund zu trennen. Da einer der meistabonnierten Twitch-Kanäle bereits von einer KI betrieben wird, dürfte dies keine Ausnahme, sondern erst der Anfang sein.
Was haltet ihr von diesem Deal? Schreibt es uns in die Kommentare!