Macaulay Culkin wird 46: Warum er sich in Macaulay Macaulayculkin Culkin umbenannte und nur von Pizza singt

Das Gesicht hinter einer der liebsten Weihnachtstraditionen der Deutschen: Einem Kind allein zuhause zusehen.

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Macaulay Culkin damals und Macaulay Macaulay Culkin Culkin heute. | © 20th Century Fox / Instagram / culkamania

Kaum ein Kinderstar der 1990er-Jahre ist bis heute so fest in der Popkultur verankert wie Macaulay Culkin. Für Millionen Menschen wird er wohl für immer der kleine Kevin McCallister bleiben, der sein Elternhaus mit Farbeimern, Nägeln und anderen überraschend brutalen Fallen gegen zwei Einbrecher verteidigt. Doch Culkins Geschichte nach Kevin – Allein zu Haus ist mindestens genauso ungewöhnlich wie seine Karriere als Kind.

Er zog sich bereits als Teenager aus Hollywood zurück, gründete später eine Band, die praktisch ausschließlich über Pizza sang, machte aus seinem eigenen Namen einen jahrelangen Gag und kehrte schließlich auf seine ganz eigene Art wieder ins Film- und Seriengeschäft zurück. Am heutigen 26. August 2026 feiert Macaulay Culkin seinen 46. Geburtstag.

Vom New Yorker Jungen zum größten Kinderstar der Welt

Macaulay Carson Culkin wurde am 26. August 1980 in New York City geboren und wuchs gemeinsam mit zahlreichen Geschwistern auf. Auch seine jüngeren Brüder Kieran und Rory Culkin sollten später erfolgreiche Schauspieler werden. Schon im Alter von vier Jahren stand Macaulay auf der Bühne und übernahm in den folgenden Jahren kleinere Rollen in Theater-, Fernseh- und Filmproduktionen.

Größere Aufmerksamkeit erhielt er 1989 durch die Komödie Allein mit Onkel Buck an der Seite von John Candy. Nur ein Jahr später folgte der Film, der sein gesamtes Leben verändern sollte.

In Kevin – Allein zu Haus spielte der damals zehnjährige Culkin den versehentlich von seiner Familie zurückgelassenen Kevin McCallister. Der Film entwickelte sich zu einem gewaltigen internationalen Erfolg und machte Culkin praktisch über Nacht zu einem der bekanntesten Kinder der Welt. Für seine Rolle erhielt er unter anderem eine Golden-Globe-Nominierung.

Danach ging es Schlag auf Schlag. 1991 spielte Culkin in My Girl – Meine erste Liebe den jungen Thomas J. Sennett und hatte außerdem einen Auftritt im Musikvideo zu Michael Jacksons Black or White. Ein Jahr später kehrte er als Kevin McCallister in Kevin – Allein in New York zurück.

Mit dem Thriller Das zweite Gesicht zeigte Culkin 1993 anschließend eine deutlich düsterere Seite. Statt eines sympathischen Kindes verkörperte er darin einen gefährlichen Jungen, der seinem Umfeld immer stärker zur Bedrohung wird. Es folgten unter anderem Allein mit Dad & Co. und Richie Rich.

Mit 14 Jahren genug von Hollywood

Hinter den Kulissen hatte der enorme Erfolg allerdings seinen Preis. Culkins Vater Kit Culkin fungierte während seiner Kindheit als Manager. Macaulay beschrieb die Beziehung später mehrfach als schwierig und warf seinem Vater psychische und körperliche Gewalt vor.

Als sich seine Eltern Mitte der 1990er-Jahre trennten, entwickelte sich zudem ein öffentlich ausgetragener Streit um die Familie und Culkins Vermögen. Rund um diese Zeit entstand einer der bis heute häufigsten Irrtümer über den Schauspieler: Culkin habe sich als Jugendlicher offiziell von seinen Eltern scheiden beziehungsweise emanzipieren lassen.

Nach Culkins eigener späterer Darstellung lief es etwas anders. Er ließ die Namen beider Eltern aus seinem Trust entfernen und setzte einen unabhängigen Verwalter für seine Finanzen ein. Dadurch sollte weder sein Vater noch seine Mutter über das während seiner Schauspielkarriere verdiente Vermögen bestimmen können.

Vor allem aber traf Culkin eine für einen derart erfolgreichen Kinderstar ungewöhnliche Entscheidung: Er hörte auf.

Nach Richie Rich zog er sich 1994 im Alter von gerade einmal 14 Jahren weitgehend aus dem Filmgeschäft zurück. Später erklärte er, dass er schlicht ein normaleres Leben führen wollte – mit Gleichaltrigen abhängen, auf Partys gehen und all die Dinge erleben, für die während seiner Karriere kaum Zeit gewesen war.

Die Rückkehr – aber nur noch nach seinen eigenen Regeln

Erst Jahre später begann Culkin wieder regelmäßig kreative Projekte anzunehmen. 2003 übernahm er in Party Monster die Rolle des realen New Yorker Club-Promoters Michael Alig und präsentierte sich damit bewusst weit entfernt von seinem Image als Kevin McCallister. 2004 folgte Saved! – Die Highschool-Missionarinnen.

Danach entwickelte sich Culkins Karriere jedoch nicht mehr nach dem klassischen Hollywood-Prinzip. Statt permanent auf große Hauptrollen hinzuarbeiten, nahm er kleinere Parts, Synchronrollen und ungewöhnliche Projekte an. Er war unter anderem in Robot Chicken, American Horror Story und The Righteous Gemstones zu sehen.

2023 wurde diese ungewöhnliche Karriere schließlich mit dem 2.765. Stern auf dem Hollywood Walk of Fame ausgezeichnet. Bei der Zeremonie gehörte ausgerechnet Catherine O’Hara, die in den beiden Kevin-Filmen seine Mutter gespielt hatte, zu den Gastrednerinnen.

Inzwischen ist Culkin auch wieder in größeren Produktionen angekommen. In der zweiten Staffel von Fallout spielte er Lacerta Legate, ein hochrangiges Mitglied von Caesar's Legion. 2025 lieh er außerdem Cattrick Lynxley in der englischen Originalfassung von Zoomania 2 seine Stimme. Seine Partnerin Brenda Song sprach darin dessen Schwester Kitty.

Auch in der Netflix-Serie Running Point tauchte Culkin mehrfach auf. Nachdem er bereits in der ersten Staffel einen kleinen Gastauftritt hatte, wurde in Staffel zwei sogar sein jüngeres Ich beziehungsweise sein Film My Girl – Meine erste Liebe Teil eines Meta-Gags.

Und möglicherweise wartet sogar noch einmal Kevin McCallister auf ihn. Ende Juli 2026 wurde berichtet, dass sich Disney in einem sehr frühen Stadium mit einer neuen Fortsetzung von Kevin – Allein zu Haus beschäftigt. Culkin soll eine eigene Idee für eine Rückkehr als erwachsener Kevin entwickelt haben. Offiziell angekündigt ist das Projekt bislang allerdings nicht.

Eine Band, die nur über Pizza sang

Zu Culkins Karriere gehört allerdings auch ein Kapitel, das selbst für Hollywood-Verhältnisse außergewöhnlich ist: The Pizza Underground.

Die Anfang der 2010er-Jahre gegründete Comedy-Rock-Band nahm bekannte Songs von The Velvet Underground und Lou Reed und schrieb deren Texte und Titel auf ein einziges Thema um: Pizza.

Aus I'm Waiting for the Man wurde beispielsweise I'm Waiting for Delivery Man, aus Femme Fatale wurde Pizza Gal und aus All Tomorrow's Parties entstand All the Pizza Parties. Auch Take a Bite of the Wild Slice gehörte zum Repertoire.

Culkin war dabei keineswegs nur der prominente Name auf dem Plakat. Er übernahm Gesang, Percussion und Kazoo. Ein erstes Demo der Gruppe wurde im November 2013 direkt in Culkins Wohnung aufgenommen.

Was ursprünglich wie ein ziemlich kleiner Insider-Witz wirkte, führte schließlich sogar zu echten Tourneen. Die Band trat in Nordamerika und Europa auf und machte das Pizza-Thema auch abseits der Musik zum Programm. Bei Konzerten wurden unter anderem Pizzen an Zuschauer verteilt.

Nicht jeder konnte mit dem Konzept etwas anfangen. Bei einem Auftritt im englischen Nottingham wurde die Gruppe 2014 ausgebuht und mit Bier beworfen. Culkin brach den Auftritt schließlich ab. Einige Jahre später war Schluss. 2016 erklärte er, dass er der Pizza Underground langsam müde geworden sei.

Damit endete vermutlich eine der wenigen Bands der Musikgeschichte, bei denen die Frage nach dem nächsten thematischen Album relativ leicht zu beantworten gewesen wäre.

Aus Macaulay Culkin wurde Macaulay Macaulay Culkin Culkin

Dass Culkin sich selbst und seinen Prominentenstatus nicht sonderlich ernst nimmt, zeigte er wenige Jahre später noch deutlicher.

2018 störte ihn offenbar sein vergleichsweise gewöhnlicher zweiter Vorname Carson. Also ließ Culkin die Besucher seiner Comedy-Website Bunny Ears darüber abstimmen, welchen neuen Mittelnamen er bekommen sollte.

Unter den Kandidaten befanden sich absurde Möglichkeiten wie The McRib Is Back und Publicity Stunt. Auch Kieran, der Name seines Bruders, stand zur Wahl. Am Ende entschied sich das Internet jedoch für eine wesentlich simplere Variante: Macaulay Culkin.

Und Culkin zog den Witz tatsächlich durch.

2019 ließ er seinen Namen offiziell ändern. Aus Macaulay Carson Culkin wurde damit rechtlich Macaulay Macaulay Culkin Culkin. Noch 2025 bestätigte er bei einem öffentlichen Auftritt, dass es sich tatsächlich um seinen offiziellen Namen handelt. Der enorme bürokratische Aufwand hatte dabei im Grunde nur ein Ziel: einen einzigen langfristigen Gag zu ermöglichen.

Fragt ihn jemand, ob er Macaulay Culkin sei, kann er schließlich vollkommen korrekt darauf hinweisen, dass Macaulay Culkin sein zweiter Vorname ist.

Bunny Ears und das Leben als professioneller Macaulay Culkin

Diese Form von Humor zieht sich durch einen großen Teil von Culkins Leben nach seiner ersten Hollywood-Karriere. Mit Bunny Ears gründete er eine eigene Satire- und Popkulturplattform samt Podcast, die Lifestyle-Seiten von Prominenten ebenso parodierte wie das Bild, das die Öffentlichkeit von ihm selbst aufgebaut hatte.

Statt verzweifelt zu versuchen, seine Vergangenheit als Kinderstar abzuschütteln, begann Culkin irgendwann, sie selbst für Witze, Gastauftritte und absurde Projekte zu benutzen. Selbst Kevin McCallister wurde dadurch vom Schatten seiner Karriere zu einem Running Gag, über den Culkin zunehmend selbst bestimmen konnte.

Politische Aussagen und Einsatz für ehemalige Kinderstars

2018 kritisierte er Donald Trump (der Mensch) im Zusammenhang mit der umstrittenen Trennung von Migrantenfamilien an der US-Grenze. Culkin verband seine Kritik dabei mit Trumps berühmtem Kurzauftritt in Kevin – Allein in New York, in dem der spätere US-Präsident dem jungen Kevin im Plaza Hotel den Weg erklärt.

2021 unterstützte Culkin nach dem Sturm auf das US-Kapitol außerdem öffentlich die scherzhaft formulierte Forderung, Trump digital aus Kevin – Allein in New York zu entfernen oder durch eine erwachsene Version von Culkin selbst zu ersetzen.

Stärker persönlich geprägt ist sein öffentliches Engagement für den Umgang mit ehemaligen Kinderstars. Im April 2025 kritisierte Culkin den Sender Investigation Discovery dafür, schwierige Lebensgeschichten ehemaliger Kinderstars für True-Crime-Unterhaltung aufzubereiten. Er forderte einen sensibleren Umgang mit Betroffenen und warnte davor, Menschen nach schwierigen Erfahrungen erneut medial auszubeuten.

Das passt zu Culkins eigener Geschichte. Immer wieder spricht er über den enormen Druck, den Ruhm und Arbeit auf Kinder ausüben können, und über seine Entscheidung, die Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen. Eine klassische Aktivistenrolle oder große politische Kampagnen sucht Culkin dabei nicht. Sein gesellschaftliches Engagement bleibt eher punktuell und eng mit Themen verbunden, die er aus eigener Erfahrung kennt.

Familie, Verluste und ein neues Leben mit Brenda Song

Auch privat verlief Culkins Leben nicht geradlinig. 1998 heiratete er im Alter von 18 Jahren die Schauspielerin Rachel Miner. Die beiden trennten sich zwei Jahre später und wurden 2002 geschieden. Anschließend war Culkin mehrere Jahre mit Mila Kunis liiert.

Einen schweren persönlichen Verlust erlebte er 2008, als seine ältere Schwester Dakota nach einem Verkehrsunfall im Alter von 29 Jahren starb.

Seit 2017 ist Culkin mit der Schauspielerin Brenda Song zusammen, die selbst bereits als Kind vor der Kamera stand. Kennengelernt hatten sie sich bei den Dreharbeiten zu Changeland. 2021 kam ihr erster gemeinsamer Sohn zur Welt. Er trägt zu Ehren von Culkins verstorbener Schwester den Namen Dakota. Ende 2022 wurde ihr zweiter Sohn Carson geboren – ausgerechnet der Name, den Culkin wenige Jahre zuvor als eigenen zweiten Vornamen abgelegt hatte.

Seit 2022 sind Culkin und Song verlobt. Im Juni 2026 feierten die beiden ihr neunjähriges Beziehungsjubiläum. Trotz ihrer Bekanntheit halten sie große Teile ihres Familienlebens aus der Öffentlichkeit heraus.

Mit 46 Jahren ist Macaulay Culkin längst mehr als Kevin

Macaulay Culkins Karriere lässt sich nur schwer mit der anderer ehemaliger Kinderstars vergleichen. Er versuchte weder, seinen größten Erfolg um jeden Preis zu wiederholen, noch verschwand er vollständig aus der Öffentlichkeit.

Stattdessen baute er sich über die Jahre eine Nische auf, in der er Schauspieler, Musiker, Satiriker und gelegentlich einfach professioneller Macaulay Culkin sein konnte. Er spielte in einer Band mit Pizza-Songs, ließ das Internet seinen Namen verändern, machte sich selbst zum Meme und kehrte irgendwann wieder zu großen Produktionen zurück – diesmal jedoch zu seinen eigenen Bedingungen.

Dass ausgerechnet 36 Jahre nach Kevin – Allein zu Haus wieder ernsthaft über eine Rückkehr von Kevin McCallister gesprochen wird, schließt den Kreis zumindest teilweise. Nur wäre der Mann, der heute seinen 46. Geburtstag feiert, diesmal kein zehnjähriger Kinderstar mehr, über dessen Karriere Erwachsene bestimmen.

Und vermutlich liegt genau darin der größte Unterschied zwischen dem Macaulay Culkin von 1990 und Macaulay Macaulay Culkin Culkin im Jahr 2026.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....