MAGA-Insider gehen plötzlich davon aus, dass Trump-Attentat gestellt war

Das Attentat, von dem viele glauben, dass es Trump den Wahlsieg bescherte, könnte ihn jetzt viele seiner Anhänger kosten.

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Podcaster, Newsformate und Regierungsinterne Personen hinterfragen das Attentat. | © TCN / Wikipedia / CBS Austin

Wie auch immer man zur Politik von Donald Trump stehen mag, dürften sich wohl die allermeisten Menschen einig sein, dass die MAGA-Anhänger ein besonders fanatisches Grüppchen von Menschen sind, das ihren Anführer nahezu vergöttert.

Der MAGA-Kosmos im Internet

Wie groß die verbalen oder politischen Verfehlungen des US-Präsidenten auch sein mögen, für die Befürworter der “Make America Great Again”-Bewegung gibt es keinerlei Zweifel daran, dass Trump stets die Wahrheit sagt, immer nur ihr Bestes will und nahezu unfehlbar ist.

Wie zutreffend diese Annahmen dabei wirklich sind, spielt in Podcasts und unter MAGA-Influencern eher eine untergeordnete Rolle – ganz so wie es in jedem anderen Personenkult auch ist. Da werden selbst politische Entscheidungen, die selbst den eigenen Wählern schaden, wie die Zoll-Politik Trumps oder zweifelsfrei belegbare Lügen – egal ob absichtlich oder versehentlich getätigt – wie dass er den IS persönlich zu 100% besiegt hätte verklärt und als richtig umgemünzt.

Doch was, wenn selbst die eigenen Ja-Sager plötzlich Zweifel haben? Aktuell scheint im MAGA-Lager genau dies zu passieren, als immer mehr interne Stimmen den Ablauf des Attentats auf Trump am 13. Juli 2024 hinterfragen.

Interne Stimmen stellen Fragen

Als bei einer Wahlveranstaltung im Juli vor zwei Jahren in der Nähe von Butler, Washington das Feuer eröffnet und Trump am Ohr verletzt wurde, während ein Zuschauer von der Kugel getötet wurde, war dies, in Kombination mit der darauffolgenden Selbstdarstellung Trumps für viele der entscheidende Moment, der ihm den Wahlsieg sicherte.

Amerikaner lieben Heldengeschichten und insbesondere derartig sensationelle. Ein Politiker, der für seine Wähler sogar sein Leben riskiert? Das alles noch garniert mit DEM Foto seiner Kandidatur, auf welchem er, umringt von Security, mit blutigem Ohr, der Faust kampfeslustig zum Himmel gereckt und der Amerikanischen Flagge im Hintergrund abgebildet wurde – das Attentat hätte also kaum besser für Trump laufen können.

Eine zu erstaunliche Verkettung von Zufällen, wie inzwischen auch innerhalb der Trump-Bubble gemutmaßt wird.

Trumpsupporter und ranghohe Behördenleiter skeptisch

So hat etwa der Comedian und erklärter Trump-Supporter Tim Dillon in einem kürzlichen Sketch behauptet, dass es Amerika egal wäre, ob das Attentat gestellt wäre oder nicht, weil viele Leute während der Wahlen “verrückte Dinge täten” und spielte damit in genau diesen Trend von Zweiflern hinein, während in seriöseren MAGA-Podcasts hinterfragt wird, wie der Attentäter von den Scharfschützen zuvor nicht bemerkt, aber nur 12 Sekunden nach dem Schuss ausgeschaltet werden konnte.

Auch neuaufgetauchte Aufnahmen aus verschiedenen anderen Winkeln lassen die eigentlichen Trump-Supporter rätseln. So wird hinterfragt, wieso einige der Sicherheitsleute statt für den Schutz des Präsidenten zu sorgen, darauf bedacht sind, vereinzelte Fotografen in die richtige Position für den perfekten Schnappschuss zu bringen, während der Kran, an dem die amerikanische Flagge befestigt war, genau in diesem Moment so weit herunterfuhr, dass sie perfekt im Hintergrund Trumps wehte.

Ganz zu schweigen von den Bodyguards direkt um Trump, die in diesem Moment noch gar nicht wissen konnten, was genau passiert war, sich zwar um den Präsidenten stellen, aber nicht dafür sorgen, dass er seinen Kopf unten und damit außerhalb einer potenziellen Schusslinie hält.

Während sich all dies eventuell noch durch das Chaos und die Wirren eines solchen Anschlag erklären lassen könnten, bleibt die Frage, warum es keine genaueren Ermittlungen in dem Fall gibt und die bisherigen Ergebnisse so lückenhaft sind.

Der Republikaner und ehemalige Leiter des nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung Joe Kent sagte in rechten Medien wie der Tucker Carlson Show, dass zu keinem Zeitpunkt Fragen zum Attentäter zugelassen waren, man keine digitalen Fußabdrücke hätte gefunden, obwohl mittlerweile belegt ist, dass dieser verschiedenste Accounts auf diversen sozialen Plattformen hatte und dass auch er – obwohl damals mit der höchsten Sicherheitsstufe bevollmächtigt – keine weiteren Informationen bekommen hätte.

Laut seiner Aussage soll das Attentat auf Trump ähnlich wie das auf Charlie Kirk von den amerikanischen Behörden gar nicht wirklich beleuchtet werden – auf Geheiß des Präsidenten.

Die MAGA-Bubble und das Schweigen ihres Führers

Eines der wohl interessanten Indizien die in der zweifelnden MAGA-Bubble gerade heißdiskutiert wird, ist allerdings Trump selbst. Der Präsident, den sie sonst so dafür lieben, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt und des öfteren erst zu reden und dann zu denken scheint, ist erstaunlich ruhig, wenn es um das Attentat auf ihn geht. Wo man davon ausgehen könnte, dass Trump ein solches Ereignis immer wieder erwähnen würde, um das Bild des unzerstörbaren Patrioten, welches er so oft und gerne von sich zeichnet, noch zu unterstreichen, spricht er kaum bis gar nicht davon – fast so, als hätte man ihm seitens seiner PR eingebläut, bloß kein Wort darüber zu verlieren, bevor er sich am Ende in irgendeiner Form verplappern würde.

Die genauen Hintergründe zum Attentat auf Trump werden wir wohl nicht so schnell erfahren, dass inzwischen aber seine eigenen, loyalsten Fans inzwischen aber auch kritisch auf den Vorfall blicken, könnte zumindest dafür sorgen, dass die sonst so gut gewahrte Fassade der Trump-Politik wieder ein wenig bröckelt.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....