Nick Romeo Reimann äußert Mobbing-Vorwürfe. Doch was sagen die anderen Wilden Kerle dazu?
Die Wilden Kerle haben die Kindheit einer Generation geprägt. Die fußballverrückten Typen mit den coolen Klamotten und der einzigartigen Art zu sprechen schafften ein Lebensgefühl von Mut und Freiheit. Doch während die Bande vor der Kamera unzertrennlich wirkte, spielte sich hinter den Kulissen ein viel dunklerer Film ab, der jetzt - fast 20 Jahre später - ans Licht kommt.
Die Vorwürfe
Nick Romeo Reimann spielte ab dem dritten Teil der Wilden Kerle den "Nerv". Er war zu diesem Zeitpunkt 2006 gerade einmal acht Jahre alt und entsprechend viel jünger als die anderen 15-17 jährigen Kinderschauspieler. Die Arbeit am Set und das Leben als Filmstar empfand er aber als aufregend.
Nun spricht er in einer ARD-Doku über die nicht so schönen Seiten seines damaligen Kinderstar-Daseins. Vor allem am Set seien seine Bandenkollegen hinter der Kamera ganz anders zu ihm gewesen, als es im Film erscheint. Sie seien fies zu ihm gewesen und hätten teilweise sogar "hasserfüllte" Kommentare in seine Richtung geworfen. Er fühlte sich nie wirklich integriert und spürte eine "unglaubliche Kälte".
Ich habe nicht wirklich zur Bande dazugehört.
Was sagen die anderen Wilden Kerle dazu?
Jimi Blue Ochsenknecht, der damals den Bandenanführer Leon spielte, zeigt in derselben Dokumentation Einsicht.
Ich distanzier mich da komplett und ich steh auch dafür ein, dass man nicht mobben sollte.
Ich hab auf jeden Fall Sachen gesagt, die nicht hätten sein sollen.
Er möchte sich für sein Verhalten gerade machen und die Schuld eingestehen. Er könne verstehen, dass es für Nick schwer gewesen sei, da die anderen nunmal schon drei Jahre zusammengearbeitet hatten und er zudem auch noch viel jünger war. Ochsenknecht gibt zu, dass er sich einfach extrem cool fand und es damals nicht verstanden habe, wie es Nick damit ging. Heute sei das aber anders - es tue ihm leid.
Sarah Kim Gries äußert sich in einem Tiktok zu der ganzen Sache. Sie spielte Vanessa, das einzige Mädchen der Truppe. Auch sie fängt an mit dem Statement: "Ich will nicht sagen, dass es in Ordnung war". Allerdings versucht sie alles ein wenig zu relativieren. Sie findet es völlig natürlich, dass ältere Kinder ungern mit jüngeren befreundet seien, und stellt den Grund dafür darin fest, dass Nick ihnen als neuer Hauptdarsteller präsentiert wurde, was die anderen verletzt hätte.
Welches 15 jährige Kind will mit einem 7 Jährigen befreundet sein?
Die Schuld sieht Gries bei den anwesenden Erwachsenen. Sie hätten die Situation sehen und begleiten müssen, was allerdings nie passiert sei.
@sarah_superheld Guckt das Video bitte bis zum Ende, bevor ihr Kommentare schreibt.
Originalton - sarahkimgries
Das Problem mit den Kinderstars
Dass Kinder schon in jungem Alter zu Stars werden, hat natürlich Auswirkungen. Jimi Blue Ochsenknecht selbst sagt:
In so jungem Alter so berühmt zu sein ist auf jeden Fall ungesund.
Sie waren alle noch Kinder, und unter Kindern ist ein solches Verhalten nicht ungewöhnlich. Nick kam später hinzu, war viel jünger und wurde als neuer Star dargestellt. Das soll aber nicht heißen, dass es in Ordnung ist, ein Kind oder einen Co-Star so zu behandeln. Auch viele Kommentare unter Gries’ Video deuten darauf hin, dass es einen Unterschied darin gibt, nicht mit jemandem befreundet sein zu wollen, oder ihn aktiv auszugrenzen und zu mobben.
Letztendlich ist Mobbing nie in Ordnung. Vor allem aber die Erwachsenen am Set hätten hier aufmerksamer sein müssen.