Berühmte und bekannte Deutsche, die im Juni 2025 verstarben
Berühmte und bekannte Deutsche, die im Juni 2025 verstarben
Auch wenn es gerade für die Hinterbliebenen stets unendlich traurig ist; der Tod gehört genauso zum Dasein, wie das Leben selbst. Das Vergessen allerdings nicht, weswegen es für jene, die Zurückbleiben ein steter Hoffnungsschimmer sein kann, die, die gegangen sind, in Erinnerung zu behalten.
Aus diesem Grund wollen wir von EarlyGame mit einem Blick auf den Juni 2025 und ein paar bekannte und berühmte Deutsche Namen, jenen Gedenken, die von uns gingen und uns mal mehr mal weniger geprägt oder unser Leben bereichert haben.
Jochen Richter († 2. Juni)
Der Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann Jochen Richter wurde 83 Jahre alt. In den 1970er- und 1980er-Jahren gehörte er zu den prägenden Stimmen des deutschen Fernsehens. Mit zahlreichen Fernsehspielen, Reportagen und Dokumentationen arbeitete er unter anderem für öffentlich-rechtliche Sender wie das ZDF und den WDR und widmete sich dabei immer wieder Themen, die nah an gesellschaftlichen Realitäten lagen.
Richters Arbeiten zeichneten sich durch einen genauen Blick für soziale Fragen, politische Entwicklungen und menschliche Konflikte aus. Statt auf reine Unterhaltung zu setzen, verstand er Film und Fernsehen häufig als Medium der Beobachtung, Einordnung und Kritik. Gerade seine sozialkritischen Stoffe machten ihn zu einem wichtigen Vertreter eines Fernsehens, das gesellschaftliche Missstände sichtbar machen wollte.
Auch im Dokumentarfilmbereich hinterließ Jochen Richter Spuren. Seine Filme verbanden journalistische Genauigkeit mit filmischem Gespür und zeigten, wie kraftvoll dokumentarisches Erzählen im Fernsehen sein kann. Mit seinem Werk trug er dazu bei, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen in dieser Zeit nicht nur informierte, sondern auch Debatten anstieß. Sein Tod bedeutet den Verlust eines vielseitigen Filmemachers, der das deutsche Fernsehen über viele Jahre mitgeprägt hat. | © Jochen Richter Film
Susanne von Loessl († 6. Juni)
Die Schauspielerin und Autorin Susanne von Loessl wurde 86 Jahre alt. Über viele Jahrzehnte war sie in Film, Fernsehen, Theater und Hörspiel präsent und gehörte zu den vielseitigen Künstlerinnen ihrer Generation. Besonders in DDR-Fernsehproduktionen machte sie sich einen Namen und wurde einem breiten Publikum durch Rollen bekannt, die oft von feiner Beobachtung, Ausdrucksstärke und großer Bühnen- beziehungsweise Kameraerfahrung geprägt waren.
Neben ihrer Arbeit vor der Kamera und auf der Bühne war Susanne von Loessl auch als Sprecherin aktiv. Ihre Stimme war in zahlreichen Rundfunkhörspielen zu hören und wurde für viele Hörerinnen und Hörer zu einem vertrauten Bestandteil der damaligen Radiokultur. Gerade im Hörspiel zeigte sich ihre Fähigkeit, Figuren allein durch Stimme, Betonung und Atmosphäre lebendig werden zu lassen.
Später trat sie auch als Autorin hervor. In autobiografischen Büchern setzte sie sich mit ihrem eigenen Leben, ihrer künstlerischen Laufbahn und den gesellschaftlichen Veränderungen vor und nach der Wiedervereinigung auseinander. Dabei verband sie persönliche Erinnerungen mit einem Blick auf den kulturellen Wandel in Deutschland. Susanne von Loessl hinterlässt ein vielseitiges Werk als Schauspielerin, Sprecherin und Autorin, das eng mit der deutschen Theater-, Fernseh- und Rundfunkgeschichte verbunden ist. | © Wikipedia
Carlo von Tiedemann († 8. Juni)
Der Fernseh- und Radiomoderator Carlo von Tiedemann verstarb im Alter von 81 Jahren. Über Jahrzehnte hinweg gehörte er zu den bekanntesten und beliebtesten Persönlichkeiten des Norddeutschen Rundfunks. Mit Sendungen wie „DAS!“, der „Aktuellen Schaubude“ und zahlreichen Unterhaltungsformaten am Samstagabend wurde er für viele Zuschauerinnen und Zuschauer zu einem festen Bestandteil des deutschen Fernsehens.
Besonders prägend war sein unverwechselbarer norddeutscher Charme. Carlo von Tiedemann wirkte nahbar, spontan und humorvoll, ohne dabei künstlich oder distanziert zu erscheinen. Genau diese Mischung machte ihn zu einer Kultfigur: Er konnte große Shows moderieren, aber gleichzeitig den Eindruck vermitteln, als spreche er direkt mit seinem Publikum. Für viele Menschen im Norden war er nicht nur Moderator, sondern eine vertraute Stimme und ein bekanntes Gesicht des Alltags.
Auch im Radio hinterließ Carlo von Tiedemann deutliche Spuren. Seine lockere Art, sein Humor und seine Fähigkeit, Menschen ins Gespräch zu bringen, machten ihn über Generationen hinweg beliebt. Er stand für eine Form der Unterhaltung, die herzlich, direkt und bodenständig war. Mit seinem Tod verliert die deutsche Medienlandschaft eine Persönlichkeit, die den NDR über viele Jahre mitgeprägt und Millionen Menschen begleitet hat.
| © RND
Günther Uecker († 10. Juni)
Der bedeutende deutsche Objektkünstler Günther Uecker starb am 10. Juni 2025 im Alter von 95 Jahren in Düsseldorf. Er galt als einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Nachkriegskunst und wurde vor allem durch seine charakteristischen „Nagelbilder“ international bekannt. In diesen Arbeiten schlug Uecker Nägel in Leinwände, Holzplatten oder Alltagsgegenstände und verwandelte sie so in reliefartige Bildobjekte, in denen Licht, Schatten und Bewegung eine zentrale Rolle spielten.
Seine Kunst war dabei nie reine Formspielerei. Ueckers Werke wirkten oft ruhig und reduziert, trugen aber zugleich eine starke emotionale und gesellschaftliche Dimension in sich. Die Nägel wurden bei ihm zu einem künstlerischen Mittel, um Verletzlichkeit, Ordnung, Gewalt, Schutz und Erinnerung sichtbar zu machen. Gerade dadurch entwickelte er eine unverwechselbare Bildsprache, die ihn weit über Deutschland hinaus bekannt machte.
Als Teil der ZERO-Bewegung, der er sich Anfang der 1960er-Jahre anschloss, prägte Uecker die Avantgarde der Nachkriegszeit entscheidend mit. Gemeinsam mit Künstlern wie Heinz Mack und Otto Piene suchte ZERO nach einem künstlerischen Neuanfang: weg von der Schwere der Vergangenheit, hin zu Licht, Raum, Bewegung und einer neuen Offenheit der Kunst.
Ueckers Werke wurden international ausgestellt, unter anderem auf der documenta und der Biennale von Venedig, und befinden sich heute in bedeutenden Museen und Sammlungen weltweit. Neben seinen Nagelreliefs schuf er auch Installationen, Bühnenbilder, Lichtarbeiten und später Glasfenster, etwa für sakrale Räume. Bis ins hohe Alter blieb er künstlerisch aktiv und verband sein Werk immer wieder mit humanitären Botschaften, Erinnerungskultur und Fragen nach Frieden und Verantwortung.
Mit Günther Uecker verlor Deutschland eine der prägendsten Künstlerpersönlichkeiten der Nachkriegsmoderne – einen Künstler, der aus einem einfachen Nagel ein weltbekanntes Zeichen machte.
| © Wikipedia
Egon Coordes († 17. Juni)
Egon Coordes starb am 17. Juni 2025 im Alter von 80 Jahren in Memmingen. Der frühere Fußballprofi, Trainer und langjährige Analyst hinterließ im deutschen Fußball vor allem als akribischer Arbeiter und Kenner des Spiels bleibende Spuren. Als Spieler stand er unter anderem für Werder Bremen und den VfB Stuttgart auf dem Platz. Beim VfB absolvierte er 139 Pflichtspiele und erzielte acht Tore.
Nach seiner aktiven Karriere wechselte Coordes an die Seitenlinie. Er arbeitete zunächst als Trainer im deutschen Vereinsfußball und war später unter anderem beim VfB Stuttgart, beim Hamburger SV und bei Hannover 96 tätig. Besonders bekannt wurde er jedoch durch seine Jahre beim FC Bayern München, wo er als Assistent renommierter Trainer wie Udo Lattek, Jupp Heynckes und Giovanni Trapattoni wirkte. Als Co-Trainer wurde er mit Bayern viermal Deutscher Meister.
Coordes galt als disziplinierter, detailversessener Fußballfachmann, der weniger das Rampenlicht suchte, sondern lieber im Hintergrund arbeitete. Seine Stärke lag in der Analyse, der Vorbereitung und der klaren Strukturierung von Mannschaften. Später blieb er dem Profifußball auch als Scout und Spielanalyst verbunden; beim FC Bayern arbeitete er noch viele Jahre in beobachtenden und analytischen Funktionen.
Auch international sammelte Coordes Erfahrung. Seine Trainerlaufbahn führte ihn unter anderem ins Ausland, wo er sein Fachwissen in verschiedenen Fußballkulturen einbrachte. In der deutschen Fußballszene blieb er als erfahrener Stratege, strenger Arbeiter und loyaler Fachmann in Erinnerung.
Mit Egon Coordes verlor der deutsche Fußball eine Persönlichkeit, die nicht immer im Mittelpunkt stand, aber über Jahrzehnte hinweg viele Mannschaften, Trainerstäbe und Spieler mitgeprägt hat. Sein Name steht für Disziplin, taktisches Verständnis und eine tiefe Leidenschaft für den Fußball. | © Twitter
Barbara Beuys († 19. Juni)
Barbara Beuys starb am 19. Juni 2025 im Alter von 81 Jahren in Köln. Die renommierte Historikerin, Journalistin und Autorin gehörte zu den prägenden Stimmen der deutschen Sachbuch- und Biografieliteratur. In mehr als 20 Büchern beschäftigte sie sich mit deutscher und europäischer Kulturgeschichte, immer wieder mit einem besonderen Blick auf Frauen, deren Lebenswege lange unterschätzt oder verkürzt erzählt wurden.
Nach ihrer Promotion in Geschichte arbeitete Beuys zunächst journalistisch, unter anderem als Redakteurin beim stern, bei Merian und bei DIE ZEIT. Diese journalistische Prägung blieb auch in ihren Büchern spürbar: Ihre Texte verbanden gründliche historische Recherche mit einer zugänglichen, erzählerischen Sprache. Dadurch gelang es ihr, komplexe historische Stoffe nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern auch für ein breiteres Publikum verständlich und spannend aufzubereiten.
Bekannt wurde Beuys vor allem durch ihre Biografien bedeutender Frauenfiguren. Sie schrieb unter anderem über Hildegard von Bingen, Annette von Droste-Hülshoff, Paula Modersohn-Becker, Sophie Scholl, Asta Nielsen, Mala Zimetbaum und die Komponistin Emilie Mayer. Besonders häufig richtete sie ihren Blick auf Frauen, die in Kunst, Religion, Politik oder Widerstand eine außergewöhnliche Rolle spielten, deren Bedeutung aber historisch oft nicht ausreichend gewürdigt wurde.
Ein wiederkehrendes Thema ihres Werks war zudem die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus. Beuys erzählte Geschichte dabei nicht abstrakt, sondern über konkrete Lebensgeschichten, Entscheidungen und innere Konflikte. Gerade dadurch verlieh sie historischen Figuren Tiefe und machte sichtbar, wie stark individuelle Biografien von politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt werden.
2017 wurde Barbara Beuys mit dem Luise-Büchner-Preis für Publizistik ausgezeichnet. Mit ihrem Tod verlor die deutsche Literaturlandschaft eine Autorin, die Geschichte nicht nur dokumentierte, sondern lebendig machte – präzise recherchiert, klug eingeordnet und mit einem besonderen Gespür für Menschen, deren Geschichten neu erzählt werden mussten. | © YouTube
Beate Ritter († 22. Juni)
Beate Ritter starb am 22. Juni 2025 im Alter von nur 41 Jahren in ihrer Heimat Oberösterreich nach kurzer, schwerer Krankheit. Die österreichische Koloratursopranistin zählte zu den besonders profilierten Stimmen ihrer Generation und wurde von der Opernwelt weit über ihre festen Engagements hinaus geschätzt.
Ihre Laufbahn führte sie zunächst an die Volksoper Wien, wo sie von 2010 bis 2018 dem Solistenensemble angehörte. Später wechselte sie an die Staatsoper Stuttgart, deren Ensemble sie von 2018 bis 2024 prägte. Dort kehrte sie in der Spielzeit 2024/25 noch einmal als Gast zurück, unter anderem als Königin der Nacht in Mozarts Die Zauberflöte.
Ritter war besonders für ihr virtuoses Koloraturfach bekannt. Zu ihren Rollen gehörten unter anderem Blonde in Die Entführung aus dem Serail, Zerbinetta in Ariadne auf Naxos, Sophie in Der Rosenkavalier, Adele in Die Fledermaus, Gilda in Rigoletto sowie die Königin der Nacht. Gerade in diesen Partien verband sie technische Präzision mit Leichtigkeit, Spielfreude und großer Bühnenpräsenz.
Neben dem klassischen Opernrepertoire war sie auch in Operette, Konzert und Oratorium zu Hause. Ihre Stimme zeichnete sich durch Beweglichkeit, Strahlkraft und Ausdrucksintensität aus – Eigenschaften, die sie sowohl in virtuosen Mozart-Rollen als auch in lyrischen und komödiantischen Partien überzeugend einsetzen konnte.
Ihr früher Tod löste große Betroffenheit in der Opernszene aus. Die Volksoper Wien würdigte sie als Künstlerin, deren Verlust tief schmerze; die Staatsoper Stuttgart erinnerte in einem Nachruf an eine Sängerin, die ihr Publikum und ihre Kolleginnen und Kollegen nachhaltig berührte. Mit Beate Ritter verlor die Musikwelt eine außergewöhnliche Sopranistin, deren Karriere viel zu früh endete, deren künstlerische Ausstrahlung aber in Erinnerung bleibt. | © beate-ritter.at
Michael Schmidt († 22. Juni)
Michael Peter Schmidt starb am 22. Juni 2025 im Alter von nur 52 Jahren in seiner Wahlheimat New York. Der TV-Produzent und Medienmanager galt als eine prägende Persönlichkeit der deutschen und internationalen Fernsehbranche. Besonders verbunden war sein Name mit ProSiebenSat.1, wo er ab Mitte der 2000er-Jahre wichtige Positionen in der Formatentwicklung und Unterhaltung übernahm. Unter anderem leitete er die Formatentwicklung und Comedy bei ProSieben und wurde später Senior Vice President Entertainment der German Free TV Holding.
Schmidt war kein klassisches Gesicht vor der Kamera, sondern einer der kreativen Köpfe hinter den Kulissen. Er beschäftigte sich mit der Entwicklung, dem Einkauf und der internationalen Auswertung von TV-Formaten – also genau mit jenen Ideen, aus denen später Shows, Comedy-Formate und Unterhaltungssendungen entstehen. In einer Zeit, in der sich das deutsche Privatfernsehen stark veränderte, gehörte er zu den Menschen, die Inhalte strategisch weiterdachten und neue Formate für Senderfamilien und Produktionshäuser mitentwickelten.
Später prägte er auch den internationalen Ausbau des Produktionsgeschäfts von ProSiebenSat.1 mit. Besonders beim Aufbau von Red Arrow Studios hinterließ er deutliche Spuren. ProSiebenSat.1 würdigte ihn nach seinem Tod als treibende Kraft hinter der Internationalisierung des Produktionsgeschäfts und hob neben seinem strategischen Denken auch seine kreative Leidenschaft hervor.
In den letzten Jahren war Schmidt als President von Sipur Studios tätig. Dort arbeitete er unter anderem an internationalen Dokumentar- und Serienprojekten wie We Will Dance Again, The Devil’s Confession: The Lost Eichmann Tapes und der Serie Bad Boy. Damit verlagerte sich sein Schwerpunkt zunehmend auf international ausgerichtete Produktionen, die Unterhaltung, Dokumentation und gesellschaftlich relevante Stoffe miteinander verbanden.
In der Branche galt Michael Schmidt als kreativer, strategisch denkender und zugleich sehr geschätzter Medienmacher. Kolleginnen und Kollegen beschrieben ihn als warmherzige Persönlichkeit mit großer Leidenschaft für Inhalte und Formate. Sein überraschender Tod löste in der Fernseh- und Produktionsbranche große Bestürzung aus.
Mit Michael Peter Schmidt verlor die Medienwelt einen Produzenten und Manager, der nicht immer im Rampenlicht stand, aber über viele Jahre hinweg wichtige Entwicklungen im deutschen und internationalen Fernsehen mitgestaltet hat. | © ProSiebenSat.1
Berühmte Deutsche, die 2025 verstarben
Um auch einigen andere bekannten deutschen Persönlichkeiten zu Gedenken, die 2025 außerdem verstorben sind, findet ihr hier bei EarlyGame auch Listen zu Prominenten, die im Januar, Februar, März, April, Mai, Juli, August, September, Oktober, November und Dezember von uns gegangen sind. | © EarlyGame
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