Natalie Portman wird 45: Zwischen IQ von 140, Feminismus und einer starken Stimme für Israel

Seit jungen Jahren gilt Portman als gefeierte Hollywood-Größe – lange nicht mehr nur für ihr Schauspiel.

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Ausstrahlung, Aussage, außergewöhnlicher Intellekt – Portman zählt zu den hellen Köpfen Hollywoods. | © Netflix

Heute, am 9. Juni 2026, feiert Natalie Portman ihren 45. Geburtstag. Geboren wurde sie am 9. Juni 1981 in Jerusalem als Natalie Hershlag, später wuchs sie in den USA auf und wurde zu einer der seltenen Hollywoodfiguren, bei denen Glamour, Intellekt, Aktivismus und Blockbuster-Kino wirklich zusammenpassen. Ihr Name steht für Arthouse und Franchise, für Oscar-Glanz und politische Haltung, für frühe Berühmtheit und erstaunliche Disziplin.

Hollywoods Superbrain

Portman wurde als einziges Kind eines israelischen Arztes und einer amerikanischen Mutter geboren. Als sie noch klein war, zog die Familie in die USA. Schon früh galt sie als außergewöhnlich ehrgeizig und intelligent. Laut einigen Berichten, soll sie sogar einen IQ von 140 haben, was sie nicht nur im Hollywood-Kontext auf eine ganz besondere Stufe stellt.

Auch wenn es teilweise Unklarheiten über die tatsächliche Zahl gibt, ist in jedem Fall sicher, dass sie Psychologie an der Harvard University studierte und 2003 ihr Studium abschloss – während sie längst ein internationaler Filmstar war.

Auch ihre Sprachbegabung gehört zu ihrem öffentlichen Image. Portman spricht Englisch und Hebräisch und kann sich darüber hinaus auf Französisch, Deutsch, Spanisch, Japanisch und teils Arabisch mitteilen.

Karriere auf Top-Niveau von Kindheit an

Ihre Karriere begann früh. Mit gerade einmal 12 Jahren wurde sie für Luc Bessons Léon – Der Profi besetzt. Als Mathilda spielte sie ein Mädchen, das nach der Ermordung ihrer Familie bei einem Auftragskiller Zuflucht sucht. Die Rolle machte sie über Nacht bekannt, blieb aber auch ambivalent: Portman sprach später offen darüber, wie unangenehm und sexualisierend ein Teil der öffentlichen Reaktionen auf sie als junge Schauspielerin war.

Gerade deshalb wurde ihre spätere feministische Haltung nicht erst nachträglich aufgesetzt, sondern hat Wurzeln in ihren eigenen Erfahrungen als Kindstar.

Nach Léon – Der Profi folgten Filme wie Heat, Mars Attacks! und Überall, nur nicht hier. Der endgültige Sprung in den globalen Mainstream kam mit Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung. Als Padmé Amidala wurde Portman Teil einer der größten Filmreihen der Welt. Sie spielte die Figur auch in den beiden anderen Sequels, was sie für viele zu einem dauerhaften Gesicht der 2000er Popkultur machte.

Charakterrollen als Höhepunkt

Gleichzeitig weigerte sie sich, nur Franchise-Star zu bleiben. In Garden State zeigte sie eine weichere, indiehafte Seite. In Hautnah spielte sie eine Rolle zwischen Verletzlichkeit, Kontrolle und Selbstinszenierung und erhielt dafür einen Golden Globe sowie eine Oscar-Nominierung.

In V wie Vendetta rasierte sie sich vor laufender Kamera den Kopf und spielte Evey Hammond, eine junge Frau, die in einem autoritären System radikal politisiert wird. Der Film wurde für viele zu einem modernen Popkultur-Symbol gegen Überwachung, Faschismus und staatliche Unterdrückung.

Den größten Karrierehöhepunkt erreichte Portman 2010 mit Black Swan. Als Ballerina Nina Sayers spielte sie eine Frau, die zwischen Perfektionismus, Körperkontrolle, psychischem Zerfall und künstlerischer Besessenheit immer tiefer in sich selbst verschwindet.

Für diese Rolle gewann sie den Oscar als beste Hauptdarstellerin, den Golden Globe und den BAFTA. Es war eine Performance, die perfekt zu Portmans Image passte: kontrolliert, intelligent, körperlich extrem diszipliniert und emotional zunehmend unheimlich.

Zwischen Blockbuster, Anspruch und Haltung

Danach blieb sie zwischen großem Kino und anspruchsvolleren Projekten unterwegs. Sie spielte Jane Foster in Marvels Thor, bis ihre Figur selbst zur mächtigen (weiblichen) Thor wurde. In Jackie verkörperte sie Jacqueline Kennedy nach der Ermordung John F. Kennedys und erhielt erneut eine Oscar-Nominierung.

Mit Eine Geschichte von Liebe und Finsternis führte sie Regie, schrieb das Drehbuch und spielte selbst mit – ein Projekt, das ihre Verbindung zu Israel und zur hebräischen Sprache besonders sichtbar machte. Später produzierte und spielte sie unter anderem in May December und in der Miniserie Lady in the Lake.

Auch politisch ist Natalie Portman deutlich sichtbarer als viele andere Hollywoodstars. Sie unterstützt seit Jahren progressive Anliegen, darunter Frauenrechte, LGBTQ-Rechte, Klimaschutz, Tierschutz und demokratische Kandidaten in den USA.

Sie engagierte sich für Barack Obama, unterstützte die Initiative Time’s Up mit einer Spende von 50.000 Dollar und sprach 2018 beim Women’s March in Los Angeles über sexualisierte Objektifizierung, die sie bereits als Jugendliche erlebt hatte.

Besonders konsequent ist ihr Engagement für Tiere und Umwelt. Portman wurde bereits als Kind Vegetarierin und ernährt sich seit vielen Jahren vegan. Sie produzierte den Dokumentarfilm Tiere essen, der auf Jonathan Safran Foers Buch basiert und sich kritisch mit Massentierhaltung auseinandersetzt. Außerdem nutzt sie ihre Red-Carpet-Auftritte immer wieder, um auf tierfreundliche Mode und nachhaltigere Entscheidungen aufmerksam zu machen.

Auch ihre Beziehung zu Israel ist politisch komplex. Portman wurde in Jerusalem geboren, besitzt die israelische und die amerikanische Staatsbürgerschaft und hat ihre jüdische Identität immer wieder betont.

Gleichzeitig kritisierte sie die israelische Regierung, insbesondere Benjamin Netanjahu. 2018 sagte sie eine Reise zur Verleihung des Genesis Prize ab, weil sie nicht als Unterstützerin der damaligen Regierung wahrgenommen werden wollte. Diese Haltung zeigt gut, wie Portman politische Identität versteht: nicht als blinde Loyalität, sondern als kritische Verbundenheit.

Eine starke Frau unter vielen

Sozial engagiert sie sich zudem gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. 2023 sprach sie bei einer Veranstaltung der UN Spotlight Initiative, die sich der Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt widmet. Ihr Aktivismus ist damit nicht auf einzelne symbolische Momente beschränkt, sondern zieht sich über Jahre durch ihre öffentliche Arbeit.

An ihrem 45. Geburtstag wirkt Natalie Portman deshalb wie eine der ungewöhnlichsten Karrieren ihrer Generation. Sie war Kinderstar, bevor sie erwachsen war. Sie wurde Blockbuster-Ikone, ohne ihre akademische Laufbahn aufzugeben.

Sie gewann einen Oscar, spielte in Star Wars und im Marvel-Universum, drehte politisches Kino und machte aus ihrer öffentlichen Rolle eine Plattform für Themen, die ihr wichtig sind.

Natalie Portman ist nicht nur ein Hollywoodstar mit hoher Intelligenz, mehreren Sprachen und makelloser Filmografie. Sie ist eine Künstlerin, die immer wieder gezeigt hat, dass Erfolg nicht zwangsläufig Anpassung bedeuten muss. Ihre Karriere lebt von Gegensätzen: zart und streng, glamourös und politisch, populär und intellektuell, kontrolliert und mutig. Genau deshalb bleibt sie auch 2026 eine der spannendsten Schauspielerinnen ihrer Generation.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....