Selbst eine Pause wird jetzt monetarisiert.
Twitch experimentiert derzeit mit neuen Werbeformaten, die das Zuschauererlebnis weniger beeinträchtigen sollen. Ob die jüngste Maßnahme dieses Versprechen tatsächlich einlöst, ist jedoch fraglich.
Zwei neue Werbeformate im Test
Die Diskussion um Werbung auf Twitch wirkt fast so alt wie die Plattform selbst und ein Ende scheint nicht in Sicht. Aktuell testet Twitch neue Maßnahmen, um Anzeigen weniger störend in das Zuschauererlebnis zu integrieren.
Dafür setzt das Unternehmen auf zwei Neuerungen, die vielen Nutzern von anderen Plattformen bekannt vorkommen dürften. Zum einen wird mit überspringbaren Werbeanzeigen experimentiert, ein Modell, das es etwa bei YouTube bereits seit Jahren gibt. Zum anderen sollen Anzeigen künftig erscheinen, wenn ein Zuschauer einen Stream pausiert, ein Feature, das man von Amazon Prime kennt.
Der Twitch-Support erklärte dazu in einem Beitrag auf X:
„Im Rahmen unserer fortlaufenden Bemühungen, Werbung weniger aufdringlich zu gestalten und Creatorn zusätzliche Einnahmequellen zu bieten, werden diese Anzeigen angezeigt, wenn ein Zuschauer einen Stream pausiert."
Obwohl das erklärte Ziel, Werbung weniger störend zu gestalten, zunächst positiv klingt, hält sich die Begeisterung in der Community in Grenzen. Während einige infrage stellen, wie häufig Livestreams überhaupt pausiert werden, äußern andere grundsätzliche Unzufriedenheit mit der Werbeentwicklung auf der Plattform.
Werbung ist nicht das Problem, sondern das Ausmaß
Die verhaltenen Reaktionen lassen sich gut mit der allgemeinen Entwicklung von Werbung auf der Plattform erklären. In den letzten Jahren hat die Werbedichte kontinuierlich zugenommen und selbst frühere Ausweichmöglichkeiten wie eine Amazon-Prime-Mitgliedschaft ohne zusätzliche Werbung wurden gestrichen.
Gleichzeitig hat sich Werbung längst ihren Weg auf nahezu jede Streaming-Plattform gebahnt. Netflix, Disney+, YouTube und Amazon Prime bieten inzwischen alle Abo-Modelle an, bei denen während Serien, Filmen oder Videos Werbung läuft.
Die meisten Menschen verstehen durchaus, dass Werbung bis zu einem gewissen Grad notwendig ist, damit Creator und Plattformen ihre Kosten decken können. Wenn man ein Video auf YouTube kostenlos anschaut, empfinden viele ein bisschen Werbung als fairen Ausgleich. Problematisch wird es jedoch, wenn das Gefühl entsteht, dass Werbung nicht mehr der Finanzierung dient, sondern der reinen Gewinnmaximierung. Wenn ich mir ein 50-minütiges YouTube-Video anschaue und alle fünf Minuten fast eine Minute Werbung sehen muss, hört der Spaß einfach auf.
Vielleicht sind die Leute also gar nicht wegen dieser einen konkreten Maßnahme genervt, sondern weil Werbung auf allen Plattformen langsam, aber sicher überhandnimmt.
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