Peter Kloeppel wird 68: Der Mann dem die Deutschen vertrauen zwischen Plüschschwein und Brotbacken

Auch nach seiner Tätigkeit als Nachrichtensprecher gilt Kloeppel als seriös – trotz teils seltsamer Fotos...

Peter Kloeppel 02 RTL
Bis heute vertrauen die Deutschen Peter Kloeppel gern. | © RTL

Jahrzehntelang erklärte Peter Kloeppel den Deutschen die Welt. Heute, am 14. Oktober 2026, feiert der langjährige Moderator von RTL aktuell seinen 68. Geburtstag. Seit seinem Abschied von den täglichen Nachrichten hat sein Leben einen anderen Rhythmus: Sport, selbst gebackenes Brot und ein Mittagsschlaf gehören dazu. Doch hinter dem vertrauten Nachrichtenmann steckt auch eine überraschend verspielte Seite. Davon zeugt ein Fotoshooting mit Plüschschweinen, das entstand, bevor er zu einem der bekanntesten Gesichter des deutschen Fernsehens wurde.

Vom Agrarstudium zum Nachrichtenjournalismus

Peter Kloeppel wurde am 14. Oktober 1958 in Frankfurt am Main geboren. Sein beruflicher Weg führte zunächst keineswegs direkt ins Fernsehstudio. Von 1978 bis 1983 studierte er Agrarwissenschaften in Göttingen. Anschließend wechselte er an die Henri-Nannen-Schule in Hamburg und machte den Journalismus zu seinem Beruf. 1985 begann er bei RTL plus in Bonn, später übernahm er die Leitung des dortigen Studios.

1990 ging Kloeppel als erster USA-Korrespondent des Senders nach New York. Die internationale Politik wurde zu einem wichtigen Teil seiner Arbeit. Als er 1992 nach Deutschland zurückkehrte und Hauptmoderator von RTL aktuell wurde, brachte er bereits Erfahrung als Reporter mit. Sein späteres Markenzeichen entstand aus dieser Verbindung: verständlich erklären, sorgfältig nachfragen und auch in hektischen Momenten ruhig bleiben.

Das Plüschschwein-Foto

Wer Kloeppel vor allem hinter dem Nachrichtenpult kennt, dürfte über Bilder aus dem Februar 1992 staunen. Wenige Wochen vor seinem Start als Hauptmoderator ließ er sich mit Plüschschweinen fotografieren. Auf den Aufnahmen wirkt er mal verträumt, mal ausgesprochen albern. Zu dem Shooting gehören außerdem Bilder am Bügelbrett.

Die ungewöhnlichen Requisiten ergeben einen reizvollen Kontrast zu dem seriösen Fernsehbild, das später Millionen Menschen mit ihm verbanden. Einen belegten Hintergrund für die Wahl der Plüschschweine liefern die veröffentlichten Berichte allerdings nicht. Die Fotos zeigen vor allem: Auch ein Mann, dessen Beruf über Jahrzehnte aus ernsten Nachrichten bestand, konnte sich vor der Kamera spielerisch inszenieren.

Ruhe bewahren, wenn die Welt erschüttert wird

Besonders deutlich wurde Kloeppels journalistische Bedeutung am 11. September 2001. Während der Terroranschläge in den USA begleitete er die Ereignisse mehr als sieben Stunden lang live. Bilder, neue Informationen und zunächst ungesicherte Meldungen trafen in rascher Folge ein. Für das Publikum war seine ruhige Moderation ein Halt in einer Situation, die selbst erfahrene Nachrichtenredaktionen vor außergewöhnliche Herausforderungen stellte.

Diese Berichterstattung gehört zu den prägenden Leistungen seiner Laufbahn. Zugleich erklärt sie, warum Kloeppel über die Grenzen seines Senders hinaus Anerkennung gewann: Er konnte die Dramatik eines Ereignisses vermitteln und dabei die Übersicht behalten. Die besondere Ehrung des Grimme-Preises für ihn und Ulrike von der Groeben 2025 würdigte auch die langjährige Qualität ihrer Arbeit.

Ein Rekordduo und ein bleibender Einfluss

Mit Sportmoderatorin Ulrike von der Groeben bildete Kloeppel eines der beständigsten Teams des deutschen Fernsehens. Zwischen dem 6. April 1992 und dem 23. August 2024 standen sie für 4.580 gemeinsame Sendungen vor der Kamera. Dafür erhielten sie einen Guinness-Weltrekord als dienstältestes Moderatorenpaar einer nationalen Nachrichtensendung.

Kloeppel prägte RTL auch hinter den Kulissen. Von 2004 bis 2014 war er Chefredakteur. Außerdem gehörte er zu den Gründern der RTL Journalistenschule, deren erster Jahrgang 2001 startete. Sein Einfluss reicht damit über die eigenen Sendungen hinaus: Er half, die Ausbildung einer neuen Generation von Journalistinnen und Journalisten aufzubauen.

In Florida wird deutsches Brot selbst gebacken

Seit dem Abschied vom täglichen Nachrichtendienst verbringt Kloeppel viel Zeit mit seiner amerikanischen Ehefrau Carol in Florida. Dort fehlt ihm mitunter etwas sehr Deutsches: das Angebot einer guten Bäckerei. Bei Deutschlandbesuchen freut er sich über Brot, Brötchen und Streuselkuchen. In den USA hat er deshalb begonnen, selbst Brot zu backen.

Dass dabei nicht jeder Versuch gelingt, erzählte er 2025 ganz offen. Gerade diese kleinen Erfahrungen machen seinen neuen Alltag greifbar. Nach Jahrzehnten mit festen Sendeterminen darf nun auch ein Backversuch Zeit beanspruchen, ohne dass am Abend eine Nachrichtensendung wartet.

Sport am Morgen, Mittagsschlaf am frühen Nachmittag

Sein Tagesablauf bleibt trotzdem strukturiert. Wie Kloeppel 2025 berichtete, steht er meist zwischen halb sieben und sieben Uhr auf. Am Vormittag treibt er Sport. Gegen 13 Uhr legt er sich häufig noch einmal hin und schläft etwa eine Stunde. Danach fühle er sich gut, erzählte er über diese neu gewonnene Gewohnheit.

Auch im Juni 2026 beschrieb er seinen Alltag als entspannter: Er genießt Sport, Reisen, Kochen und Treffen mit Freunden. Der frühere Nachrichtentakt ist einem Leben gewichen, in dem persönliche Interessen mehr Raum bekommen.

Der Abschied vom Nachrichtenpult war kein völliger Rückzug

Ganz verschwunden ist Kloeppel aus dem Fernsehen allerdings nicht. Gelegentliche Einsätze und journalistische Projekte verbinden ihn weiterhin mit seinem früheren Beruf. Im September 2026 erhielt er zudem den Ehrenpreis der Stifter des Deutschen Fernsehpreises für sein Lebenswerk.

Zu seinem 68. Geburtstag stehen deshalb zwei Bilder nebeneinander: der erfahrene Journalist, der ein Millionenpublikum durch bewegte Jahrzehnte begleitete, und der Mann, der in Florida Brot backt und sich mittags eine Pause gönnt. Das alte Plüschschwein-Foto passt durchaus dazu. Es erinnert daran, dass Peter Kloeppel schon immer mehr war als das ernste Gesicht hinter dem Nachrichtenpult.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....