Stranger Things geht weiter: Produzenten planen gesamtes Universum

Die Serie hat zwar ihr Ende gefunden, doch das Universum darum noch lange nicht.

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Stranger Things geht weiter – aber nicht in der gewohnten Form. | © Netflix

After-Show-Blues: Das melancholische Gefühl der Leere, wenn deine Lieblingsserie, die dich über Monate oder gar Jahre hinweg begleitet hat, plötzlich ein Ende findet – und auch, wenn die Schönheit einer Sache meist erst darin liegt, dass sie irgendwann auch vergeht, wünschen sich viele Fans doch, dass so eine Sendung irgendwie weitergeht.

Auch das Publikum von Stranger Things sind da nicht anders und viele erhofften sich schon im Laufe des sukzessiven Releases der letzten Staffel eine Ankündigung oder zumindest einen Hinweis darauf, dass es irgendwie weitergeht.

Stranger Things geht weiter: Aber anders als erwartet!

Von neuen Folgen war daher bald die Rede – wurden allerdings schnell als Gerüchte abgetan. Inzwischen wissen wir sicher: Es kommt viel mehr auf die Fans der Grusel-Abenteuer von Elfie, Eddie und Co zu!

Mit dem Ende von Stranger Things schlägt Netflix zwar letztes Kapitel in der Geschichte von Hawkins zu – doch das Universum selbst bleibt erhalten. Die Schöpfer Matt Duffer und Ross Duffer bestätigten nun, dass mehrere Spin-offs in Arbeit sind. Ziel ist es, die Welt von Stranger Things aus neuen Perspektiven weiterzuerzählen, ohne den emotionalen Kern der Originalserie zu verwässern.

Dabei verfolgen Netflix und die Duffers einen klaren Ansatz: Statt eine direkte Fortsetzung mit bekannten Figuren zu liefern, sollen neue Formate entstehen, die sowohl nostalgische Elemente bewahren als auch mutig neue Wege gehen.

Die animierte Serie – Stranger Things: Tales from ’85

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Stranger Things: Tales from ’85 | © Netflix

Ein zentraler Baustein dieser Expansion ist die animierte Serie Stranger Things: Tales from ’85. Sie spielt zeitlich zwischen der zweiten und dritten Staffel der Originalserie und führt zurück ins Jahr 1985 – eine Phase, in der die Freundesgruppe aus Hawkins noch relativ unbeschwert zusammenhält. Inhaltlich knüpft das Spin-off an die vertraute Konstellation an: Eleven, Mike, Will, Dustin, Lucas und Max stehen erneut im Mittelpunkt und geraten in neue, bislang unerzählte Abenteuer, die sich rund um übernatürliche Bedrohungen und mysteriöse Vorkommnisse ranken.

Stilistisch orientiert sich die Serie bewusst an klassischen Zeichentrickproduktionen der 1980er-Jahre. Die Duffers haben mehrfach betont, dass sie sich von damaligen Samstagmorgen-Cartoons inspirieren lassen wollen, ohne den düsteren Kern von Stranger Things völlig aufzugeben. Das Ergebnis soll eine Mischung aus Abenteuer, Horror und Coming-of-Age-Erzählung sein, die sowohl jüngere Zuschauer anspricht als auch langjährige Fans mit nostalgischen Anspielungen abholt. Der Start der animierten Serie ist für 2026 geplant.

Das neue Live-Action-Spin-off: Ein Neuanfang abseits von Hawkins

Parallel dazu befindet sich ein weiteres Live-Action-Spin-off in Entwicklung, das sich deutlich stärker von der Originalserie abgrenzen soll. Anders als Tales from ’85 wird dieses Projekt weder in Hawkins spielen noch die bekannten Hauptfiguren in den Vordergrund stellen. Stattdessen ist eine eigenständige Geschichte geplant, angesiedelt an einem neuen Ort mit neuen Charakteren und einer eigenen Mythologie.

Die Duffers beschreiben dieses Spin-off als thematisch mit Stranger Things verwandt, aber narrativ unabhängig. Zwar soll es subtile Verbindungen zur bestehenden Welt geben, doch das Ziel ist es, eine Geschichte zu erzählen, die auch ohne tiefes Vorwissen funktioniert. Damit wollen die Macher vermeiden, dass das Franchise in bloßer Wiederholung erstarrt. Konkrete Details zu Titel, Besetzung oder Erscheinungsdatum sind bislang nicht bekannt, fest steht jedoch, dass das Projekt bereits aktiv entwickelt wird.

Ein ganzes Universum statt einer Fortsetzung

Mit den geplanten Spin-offs verfolgen Netflix und die Duffers eine Strategie, die sich klar von klassischen Sequels unterscheidet. Statt die Geschichte der Originalfiguren künstlich zu verlängern, wird das Stranger-Things-Universum erweitert und neu interpretiert. Die animierte Serie richtet sich dabei gezielt an Fans, die noch einmal Zeit mit der Hawkins-Crew verbringen möchten, während das neue Live-Action-Spin-off den Grundstein für völlig neue Geschichten legt.

Damit ist klar: Auch wenn die Hauptserie endet, bleibt die Welt von Stranger Things lebendig. Die Spin-offs markieren keinen Abschied, sondern den Übergang in eine neue Phase – eine, in der vertraute Motive und frische Ideen nebeneinander bestehen können.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....