"Weil ich einen ganz, ganz tollen Mann habe und ich mag auch Männer." Sarah Engels Aussagen zum Feminismus stoßen auf heftige Kritik.
Immerhin landete Deutschland nicht wieder auf dem letzten Platz des diesjährigen Eurovision Song Contests – einen Shitstorm erhielt Sarah Engels aber trotzdem. Und das nicht wegen der Platzierung auf der Nummer 23 (von 25): Engels Album nennt sich "Strong Girls Club." Wenn ihr Emanzipation also wichtig ist, warum bezeichnet sie sich dann selbst nicht als Feministin?
Kurz vor dem ESC ging ein Ausschnitt aus einem Interview mit dem Eurovision Podcast "Merci, Chérie" viral, in dem Engels gefragt wird, wie feministisch sie ist. Ihre Antwort darauf:
"Feministisch würde ich nicht sagen. Weil ich einen ganz, ganz tollen Mann habe und ich mag auch Männer."
Diese Aussage ruft bei vielen Fans Verwirrung hervor. Schließlich geht es bei Feminismus um Gleichberechtigung und nicht um “Männerhass”. (Selbst wenn dies von Gegnern oft so dargestellt wird)
Mit Männern Beziehungen zu führen und Feministin zu sein sind keine Gegensätze, ganz im Gegenteil. Feminismus hat die Abschaffung patriarchaler Strukturen als Ziel, wodurch gesunde Beziehungen auf Augenhöhe erst möglich werden . Dass Sarah Engels sich einerseits mit Empowerment assoziiert und sich dann mit dem Thema aber nicht auszukennen scheint, lässt die Message ihrer Songs ein bisschen performativ wirken.
Ihr Album “Strong Girls Club” handelt davon, “dass man sich als Frau immer wieder beweisen muss und ständig das Gefühl hat, irgendwelche Erwartungen erfüllen zu müssen“, wie sie im weiteren Verlauf des Interviews angibt. Es geht also um ein Problem, mit dem viele Frauen innerhalb und auch außerhalb der Musikindustrie zu kämpfen haben. Ein Problem, zu dessen Lösung Feminismus beitragen würde.
Weiterhin äußert sie sich kritisch darüber, dass Frauen immer noch häufig auf ihren Körper und ihr Aussehen reduziert werden. Ein häufig diskutiertes Thema des Feminismus.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Sarah Engels negativ durch “performativen Aktivismus“ auffällt. Im Frühjahr 2026 reiste Engels im Namen ihrer Stiftung “Starke Mädchen” (eine Stiftung, die sich für Mädchen und Frauen einsetzt … könnte das etwa Feminismus sein???) nach Afrika und veröffentlichte ein Video, in dem sie mit einigen Kindern zu ihrem Lied “Fire” singt. Viele warfen ihr daraufhin vor, die Kinder zu nutzen, um Werbung für den Song zu machen. Auch der Begriff “White Savior Complex" fiel des Öfteren. Der Ausdruck bezieht sich auf weiße Personen, die denken, sie müssten Menschen im Globalen Süden aus eigener Kraft “retten”, wobei sie sich selbst in den Mittelpunkt stellen.
