Nach einer steilen Karriere und einem turbulenten Leben fand Dana Platos Dasein ein frühes, dramatisches Ende.
Als Dana Plato 1978 die Rolle der Kimberly Drummond übernahm, war sie erst 13 Jahre alt. In Diff’rent Strokes, hierzulande als Noch Fragen, Arnold? bekannt, spielte sie die ältere Schwester von zwei Jungen, die in eine wohlhabende New Yorker Familie aufgenommen werden. Am 7. November 2026 wäre Plato 62 Jahre alt geworden. Wer sich zu ihrem Geburtstag eine alte Folge ansieht, begegnet einer jungen Schauspielerin, die schon früh wusste, wie man in einer Sitcom zwischen Witz und ernsten Momenten wechselt.
Von der Werbung zur Serienrolle
Dana Michelle Plato wurde am 7. November 1964 in Maywood, Kalifornien, geboren und als Baby adoptiert. Schon als Kind stand sie für Werbespots vor der Kamera. Kleinere Rollen in Film und Fernsehen folgten, bevor sie als Kimberly regelmäßig im US-Fernsehen zu sehen war.
Mit der Sitcom änderte sich vor allem eines für Plato. Das Publikum sah sie Woche für Woche in derselben Rolle und konnte ihr beim Erwachsenwerden zusehen. Aus einem Gesicht, das man vielleicht aus der Werbung kannte, wurde für viele Zuschauer die große Schwester aus dem Fernsehen.
Warum Kimberly zur Familie Drummond gehörte
Die Ausgangslage von Noch Fragen, Arnold? ist schnell erzählt. Der wohlhabende Philip Drummond nimmt die Brüder Arnold und Willis bei sich auf. Kimberly ist seine Tochter. Für sie bedeutet der Einzug der beiden, dass sie sich plötzlich ihren Alltag und die Aufmerksamkeit ihres Vaters mit zwei Brüdern teilt.
Die Serie zog viele ihrer Pointen aus den Unterschieden zwischen den Figuren. Zugleich griff sie Themen wie Rassismus, Armut und Kindesmissbrauch auf. Die vertraute Familie im Zentrum der Handlung gab der Sitcom den Raum, auch Geschichten zu erzählen, bei denen das Publikum weniger zu lachen hatte.
Platos Figur hatte darin ihren eigenen Platz. Als ältere Schwester konnte Kimberly mal bei einem Streit mitmischen und mal vermitteln. Gerade in solchen Szenen lässt sich sehen, was Plato zur Serie beitrug. Sie machte aus der Idee einer zusammengewürfelten Familie einen glaubwürdigen Geschwisteralltag.
Mit 19 endete ihre Zeit in der Stammbesetzung
1984 wurde Plato schwanger und schied aus der regulären Besetzung aus. Mit 19 stand sie damit vor einer beruflichen Zäsur. Die Rolle, mit der sie als Teenager bekannt geworden war, hatte ihr Gesicht vertraut gemacht und bestimmte nun, wie viele Zuschauer sie als Erwachsene wahrnahmen.
Plato arbeitete weiter als Schauspielerin und übernahm unter anderem Rollen in kleineren Filmproduktionen. Eine Rolle mit vergleichbarer Reichweite wie Kimberly fand sie in den folgenden Jahren nicht mehr.
Als ihr Privatleben die Schlagzeilen bestimmte
In den Jahren nach der Sitcom geriet Platos Arbeit zunehmend aus dem Blick. Ihre finanziellen Schwierigkeiten und ihre Suchtprobleme wurden öffentlich diskutiert. Wer ihren Namen in der Presse las, erfuhr immer häufiger von einer Krise und immer seltener von einer neuen Rolle.
1991 wurde Plato nach dem Überfall auf eine Videothek in Las Vegas festgenommen. Der Fall brachte ihren Namen erneut in die Schlagzeilen. Für das Publikum, das sie als Kimberly kennengelernt hatte, wurde der Kontrast zwischen der vertrauten Serienfigur und den Nachrichten über ihr Privatleben selbst zur Geschichte.
Dadurch geriet leicht aus dem Blick, dass Plato weiterhin vor der Kamera arbeitete. Ihre späteren Auftritte in kleineren Produktionen zeigen, wie lange sie versuchte, sich beruflich jenseits der Rolle zu etablieren, die sie schon mit 13 berühmt gemacht hatte.
Was ihre Karriere über frühen Ruhm erzählt
Eine erfolgreiche Serie kann einem jungen Menschen jahrelang Arbeit geben und zugleich ein öffentliches Bild festschreiben, das sich später schwer verändern lässt. Bei Plato war dieses Bild Kimberly. Die Zuschauer kannten die Figur, während die Schauspielerin längst in einer anderen Lebensphase angekommen war.
Der Wechsel ins Erwachsenenfach war für Plato deshalb auch ein Wechsel vor Publikum. Ihre ersten Schritte als erwachsene Schauspielerin wurden an einem Fernseherfolg gemessen, den sie als Teenager erlebt hatte. Kleinere Rollen konnten ihr neue Erfahrungen geben, erreichten aber ein deutlich kleineres Publikum.
Hinzu kam, dass die Berichterstattung über ihre persönlichen Schwierigkeiten oft mehr Aufmerksamkeit bekam als ihre Arbeit. Wer Plato erst in diesen Jahren kennenlernte, bekam dadurch ein ganz anderes Bild als jene, die sie jahrelang in der Sitcom gesehen hatten.
Plato starb am 8. Mai 1999 im Alter von 34 Jahren. Zum 62. Geburtstag lohnt sich der Blick auf die Jahre, in denen sie als Schauspielerin ein Millionenpublikum erreichte. Wer heute eine Folge einschaltet, kann sich selbst ansehen, wie sie Kimberly spielte und warum die Figur zu dieser Fernsehfamilie passte.
