Trauer um ihren Vater und ihren Sohn: Zum Todestag von Lisa Marie Presley

Lisa Marie Presley wollte sich selbst stets beweisen, mehr als nur die Tochter des Kings zu sein.

Lisa Marie Presley 01 Wikipedia
Schon als Baby lagen alle Blicke auf ihr. | © Wikipedia

Am 12. Januar jährt sich der Tod von Lisa Marie Presley. Drei Jahre ist es nun her, dass die einzige Tochter von Elvis Presley im Alter von 54 Jahren überraschend verstarb. Ihr Leben stand von Beginn an im Schatten eines der größten Mythen der Musikgeschichte – und doch war Lisa Marie weit mehr als "nur" das Kind eines Weltstars.

Kindheit zwischen Glamour und Verlust

Lisa Marie Presley wurde 1968 in Memphis geboren und wuchs auf dem legendären Anwesen Graceland auf. Ihr Vater Elvis war für sie nicht die Ikone, sondern vor allem ein liebevoller, wenn auch oft abwesender Vater. Sein Tod 1977, als Lisa Marie gerade neun Jahre alt war, prägte sie tief. Der Verlust hinterließ eine Leerstelle, die sie ihr Leben lang begleitete – emotional wie biografisch.

Schon früh wurde sie zur Erbin eines gewaltigen kulturellen Erbes. Graceland wurde zu ihrem Zuhause, aber auch zu einem Symbol der ständigen öffentlichen Beobachtung, der sie nie entkommen konnte.

Abseits des väterlichen Schattens

Trotz – oder gerade wegen – ihres berühmten Nachnamens entschied sich Lisa Marie Presley für eine eigene musikalische Laufbahn. Anfang der 2000er-Jahre veröffentlichte sie mehrere Alben, die sich stilistisch zwischen Rock, Alternative und Singer-Songwriter bewegten. Ihre Texte waren persönlich, oft düster, geprägt von Verlust, Selbstzweifeln und der Suche nach Identität.

Kritiker würdigten ihren Mut zur Offenheit, auch wenn ihre Karriere stets von Vergleichen mit dem Vater überschattet wurde. Lisa Marie wollte nie ein Abbild von Elvis sein – sie verstand Musik als Mittel der Selbstverarbeitung, nicht als Show.

Der King of Rock als Vater

Lisa Marie Presley 02 Instagram
Die Ähnlichkeit zu ihrem Vater war unverkennbar. | © Lisa Marie Presley / Instagram


Die Verbindung zu ihrem Vater blieb der emotionale Kern ihres Lebens. In Interviews sprach Lisa Marie immer wieder von ihrer tiefen Liebe zu Elvis, aber auch von dem Schmerz, ihn so früh verloren zu haben. Gleichzeitig war sie Hüterin seines Vermächtnisses: Als Eigentümerin von Graceland und Verwalterin seines Nachlasses trug sie Verantwortung für ein kulturelles Erbe von globaler Bedeutung.

Diese Rolle war ambivalent. Einerseits fühlte sie sich ihrem Vater verpflichtet, andererseits empfand sie die dauerhafte Reduktion auf seine Person als Belastung. Ihr Leben bewegte sich stets zwischen Nähe und Distanz zu dieser Legende.

Sucht, Verlust, Schlagzeilen

Lisa Marie Presleys Privatleben war häufig Gegenstand medialer Skandale. Ihre Ehen – unter anderem mit prominenten Persönlichkeiten – wurden intensiv beobachtet und kommentiert. Hinzu kamen Berichte über finanzielle Probleme, familiäre Konflikte und persönliche Krisen.

Besonders offen sprach sie später über ihre Kämpfe mit psychischen Belastungen und Suchtproblemen. Der Tod ihres Sohnes im Jahr 2020 stürzte sie in eine tiefe Trauer, von der sie sich nie vollständig erholte. In dieser Offenheit lag jedoch auch eine Form von Stärke: Lisa Marie scheute sich nicht, über Schmerz, Schuld und Verletzlichkeit zu sprechen – Themen, die in der Welt der Prominenz oft verdrängt werden.

Lisa Marie Presley hinterlässt kein makelloses, aber ein ehrliches Vermächtnis. Sie war eine Frau, die zwischen Erwartungsdruck und Selbstbehauptung lebte, zwischen öffentlicher Rolle und privatem Leid. Ihr Leben zeigt die Kehrseite des Ruhms – besonders dann, wenn man ihn nicht selbst gewählt hat.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....