"Verstehe meine eigenen Texte nicht": Phil Collins wird 75

Vom begnadeten Drummer zum genialen Sänger und Texter.

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Phil Collins gehört zu den wohl prägendsten Figuren der Musikgeschichte. | © Wikipedia

Kaum ein Musiker hat über Jahrzehnte hinweg so viele Menschen erreicht – emotional, generations- und genreübergreifend. Als Sänger, Songwriter, Produzent und Ausnahmedrummer prägte Phil Collins die Pop- und Rockmusik wie nur wenige andere Künstler seiner Zeit. Heute, am 30. Januar 2026 feiert er seinen 75. Geburtstag.

Taktgefühl als Antrieb

Geboren 1951 in London, entdeckte Phil Collins schon früh seine Liebe zur Musik. Zunächst stand das Schlagzeug im Mittelpunkt – ein Instrument, das er mit außergewöhnlicher Präzision, Gefühl und Wiedererkennbarkeit spielte. Seine musikalische Sozialisation war geprägt von Jazz, Rock und klassischer Popmusik, Einflüsse, die später seinen unverwechselbaren Stil formen sollten.

Der Weg in die Öffentlichkeit begann nicht als Frontmann, sondern als Drummer der Band Genesis – eine Rolle, die er mit technischer Brillanz ausfüllte und die ihn schnell zu einem der angesehensten Schlagzeuger der Rockgeschichte machte.

Genesis und der Aufstieg zur Weltkarriere

Als Phil Collins Mitte der 1970er-Jahre zusätzlich den Gesang bei Genesis übernahm, veränderte sich der Sound der Band – und mit ihm ihre Reichweite. Die ehemals progressive Rockband wurde zu einem internationalen Erfolgsprojekt, ohne dabei musikalische Qualität oder Eigenständigkeit zu verlieren.

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Trotz Krankheit und Alter war Collins lange noch auf der Bühne aktiv. | © Wikipedia

Parallel dazu startete Collins eine beispiellose Solokarriere. Songs wie In the Air Tonight oder Another Day in Paradise wurden zu zeitlosen Klassikern. Seine Musik war eingängig, aber nie oberflächlich – sie erzählte von Einsamkeit, Verantwortung, Liebe, Scheitern und Hoffnung. Manchmal scheint die Bedeutung seiner Texte gänzlich verborgen – angeblich sogar ihm selbst. Zur Bedeutung von Don't Lose My Number, erklärte Collins, dass er selbst nicht genau wisse, was es damit auf sich habe und er manchmal seine eigenen Texte nicht verstünde. Ob dies auch wirklich der Wahrheit entspricht, oder der Sänger einfach nicht all seine Geheimnisse lüften will, behält er wohl aber für sich.

Erfolg mit Tiefe und sozialem Bewusstsein

Phil Collins verstand Popmusik stets auch als emotionales Ausdrucksmittel. Besonders deutlich wurde das mit Another Day in Paradise, einem Song über Obdachlosigkeit, der Mitte der 1980er-Jahre weltweit Aufmerksamkeit für soziale Ungleichheit schuf.

Auch darüber hinaus engagierte sich Collins immer wieder gesellschaftlich, etwa durch Benefizkonzerte und Charity-Projekte, als Teilnehmer und Organisator bei Live Aid und die Unterstützung zahlloser Bildungs- und Musikprojekte für Menschen aus bildungsärmeren, mittellosen Schichten.

Vom Zurückziehen und bleiben

In den letzten Jahren war Phil Collins zunehmend von gesundheitlichen Einschränkungen geprägt, die ihn schließlich dazu bewegten, sich weitgehend aus dem aktiven Musikleben zurückzuziehen. Doch sein Einfluss ist ungebrochen: Seine Songs laufen im Radio, werden gesampelt, neu interpretiert und von jungen Generationen wiederentdeckt.

Mit 75 Jahren steht Phil Collins für ein Lebenswerk, das Emotion und Handwerk, Welterfolg und Ehrlichkeit vereint. Er hat bewiesen, dass Popmusik berühren, Stellung beziehen und gleichzeitig zeitlos sein kann.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....