Ced Thompson Jr. blickt auf 15 Jahre Football zurück und spricht offen über mögliche Folgen.
Der ehemalige Football-Spieler hat eine lange Karriere hinter sich. Von der Jugend über die Highschool und das College schaffte es Thompson bis in die NFL. Heute blickt er kritisch auf seine Zeit auf dem Feld zurück, vor allem auf die zahlreichen Treffer gegen seinen Kopf.
Ced Thompson Jr. erinnert sich an zahlreiche Gehirnerschütterungen
Thompson schätzt, dass er während seiner rund 15 Jahre im Football etwa 6.000 Kopftreffer einstecken musste. In seinem Video erinnert er sich an mehrere Situationen, die ihn bis heute beschäftigen.
Seine erste bewusste Gehirnerschütterung erlebte er 2008 in einer Jugend-Football-Liga von Snoop Dogg. Nach einem Zusammenprall sei er benommen gewesen, blieb aber trotzdem im Spiel. Später verschoss er einen entscheidenden Field-Goal-Versuch, der seinem Team den Einzug in den Super Bowl hätte ermöglichen können.
Auch in der Highschool erlitt Thompson eine Gehirnerschütterung. Nach einem heftigen Treffer gegen den Kopf fiel er zu Boden und konnte sich zunächst nicht richtig orientieren. Einen anschließenden Concussion-Test bestand er nicht.
2014 folgte im College ein weiterer schwerer Treffer. Thompson beschreibt eine unkontrollierte körperliche Reaktion, die sich für ihn beinahe wie ein Krampfanfall angefühlt habe. Trotzdem kehrte er nach dem Concussion-Protokoll ins Spiel zurück und fing später die spielentscheidende Interception.
Auch in der NFL meldete er nicht jede Verletzung. Bei den Miami Dolphins spielte er nach einem Treffer weiter, weil er um einen Platz im Team kämpfte. Bei den New England Patriots habe er ebenfalls eine Gehirnerschütterung verschwiegen. Eine Verletzung bei den Cincinnati Bengals beendete schließlich seine Karriere.
Die große Frage: Was hat Football mit seinem Gehirn gemacht?
Ein zentraler Punkt des Videos ist CTE (Chronic Traumatic Encephalopathy). Thompson spricht über ehemalige NFL-Stars wie Dave Duerson und Junior Seau, bei denen nach ihrem Tod CTE festgestellt wurde.
Gleichzeitig warnt er davor, jedes auffällige Verhalten von Football-Spielern automatisch mit CTE zu erklären. Als Beispiel nennt er Antonio Brown. Neben möglichen Kopfverletzungen könnten auch Persönlichkeit, Kindheit, Ruhm, Geld, Stress oder die eigene Identität eine Rolle spielen.
Thompson betont deshalb, dass er selbst nicht weiß, ob er CTE hat. Eine eindeutige Diagnose bei lebenden Menschen sei derzeit nicht möglich. Er könne daher nicht feststellen, welchen Einfluss seine rund 6.000 Kopftreffer auf seine Stimmung oder sein Verhalten haben.
„Football hat mir viel gegeben“, erklärt Thompson sinngemäß. Gleichzeitig bestehe die Möglichkeit, dass der Sport ihm etwas genommen habe, das er vielleicht nie vollständig verstehen werde.
Für ihn geht es deshalb auch darum, dass Menschen auf Veränderungen bei ihren Freunden und Familienmitgliedern achten. Denn diejenigen, die einen Menschen wirklich kennen, könnten Veränderungen eher erkennen als Außenstehende im Internet.
Was haltet ihr von Ced Thompsons offenem Umgang mit seiner Football-Karriere? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!
