Vom US-Actionstar und angeblichen Kampfkunst-Erfinder zum Vertrauen Putins: Steven Seagal wird 74

Er prägte das Action-Kino, war der erste Ausländer, der in Japan ein Dojo eröffnete und ist russischer Sonderbotschafter.

Steven Seagal 01 Studiocanal
Auch wenn er viel seiner Strahlkraft verloren hat, sieht Seagal seine Karriere noch lange nicht am Ende. | © Studiocanal

Heute feiert Steven Seagal seinen 74. Geburtstag. Geboren am 10. April 1952 in Lansing, Michigan, gehört er zu den schillerndsten – und zugleich umstrittensten – Figuren der Actionfilm-Ära der 1980er- und 1990er-Jahre.

Dojo-Meister und Actionstar in einem

Schon früh entwickelte Seagal eine Leidenschaft für Kampfsport. Besonders das japanische Aikido wurde zu seinem Markenzeichen. Er lebte mehrere Jahre in Japan und war einer der ersten westlichen Ausländer, die dort ein eigenes Dojo betrieben – ein ungewöhnlicher und oft hervorgehobener Teil seiner Biografie. Diese Zeit prägte nicht nur seine Kampfkunst, sondern auch sein späteres Image als disziplinierter, fast mystisch wirkender Kämpfer.

Seinen Durchbruch in Hollywood hatte Seagal 1988 mit dem Film Nico. Es folgten zahlreiche erfolgreiche Actionfilme wie Hard to Kill – Ein Cop schlägt zurück, Marked for Death und insbesondere Alarmstufe: Rot, der bis heute als einer seiner bekanntesten Filme gilt. Sein Stil unterschied sich von anderen Actionstars der Zeit: Statt spektakulärer Akrobatik setzte Seagal auf direkte, effiziente Bewegungen aus dem Aikido – oft ruhig, kontrolliert und scheinbar mühelos.

Angeblicher Kampfkunstmeister und Russland-Freund

Doch parallel zu seinem Erfolg wuchs auch die Kritik an seiner Person. Seagal wurde immer wieder vorgeworfen, ein überhöhtes Bild seiner eigenen Fähigkeiten zu zeichnen. So kursieren seit Jahren Aussagen, in denen er behauptet haben soll, bestimmte Kampftechniken revolutioniert oder Kampfsportarten entscheidend geprägt zu haben – Behauptungen, die von vielen Experten stark angezweifelt oder als übertrieben zurückgewiesen werden.

Auch sein Verhalten am Filmset und im Umgang mit Kollegen sorgte für Spannungen. Berichte über schwierige Zusammenarbeit, Egozentrik und Konflikte mit anderen Schauspielern begleiteten seine Karriere über lange Zeit. Hinzu kamen zahlreiche Kontroversen im privaten Bereich und sein Status als Sonderbotschafter Russlands in den USA, im Zuge dessen er unter anderem auch die Annexion der Krim befürwortete, die seinem Ruf nachhaltig schadeten.

Ein Stern, der schwächelt, aber scheint

In späteren Jahren verlagerte sich Seagals Karriere zunehmend in den Bereich von Direct-to-Video-Produktionen, während seine Präsenz im Mainstream-Kino abnahm. Gleichzeitig sorgte er mit politischen Aussagen und internationalen Verbindungen immer wieder für Aufmerksamkeit – auch außerhalb der Filmwelt.

Trotz aller Kontroversen bleibt Steven Seagal eine prägende Figur des Actionkinos. Für viele Fans steht er bis heute für einen ganz eigenen Stil, der sich von anderen Stars seiner Zeit deutlich abhob. Für andere wiederum ist er ein Beispiel dafür, wie Selbstinszenierung und Realität auseinanderdriften können.

Am 10. April 2026 blickt man daher auf ein Leben zurück, das ebenso von Erfolg wie von Widersprüchen geprägt ist – ein Mix aus Kampfkünstler, Filmstar und umstrittener Persönlichkeit, der bis heute polarisiert.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....