Ein Schauspieler, dessen Karriere zeigt, dass ein großer Name manchmal doch entscheidend ist.
Ein Name wie ein nordischer Entdecker, ein Gesicht aus dem amerikanischen Westen: Leif Erickson hätte am 27. Oktober 2026 seinen 115. Geburtstag gefeiert. Für viele Fernsehzuschauer bleibt er vor allem der Rancher Big John Cannon aus The High Chaparral. Hinter dieser Paraderolle steckte allerdings eine Karriere, die lange vor dem Serienerfolg begann.
Bevor Hollywood rief, kam die Musik
Als William Wycliffe Anderson wurde Erickson am 27. Oktober 1911 im kalifornischen Alameda geboren. Sein Weg ins Unterhaltungsgeschäft führte zunächst über die Musik: Er sang im Orchester von Ted Fio Rito und spielte Posaune. Der spätere Schauspieler stand also schon vor Publikum, bevor die Filmkamera zu seinem wichtigsten Arbeitsgerät wurde.
Auch seinen Künstlernamen verdankte er Fio Rito. Aus William Anderson wurde Leif Erickson – ein Name, der sich leichter einprägte und an den berühmten Wikinger erinnerte. Für seine spätere Karriere erwies sich das als passend: Mit seiner stattlichen Erscheinung brachte Erickson beste Voraussetzungen für Rollen mit, in denen Durchsetzungsvermögen gefragt war.
Bereits in den 1930er-Jahren war Erickson im Kino zu sehen. In den folgenden Jahrzehnten kamen zahlreiche Produktionen hinzu, darunter Show Boat und Die Faust im Nacken. Seine Filmografie führte ihn durch unterschiedliche Genres, doch besonders häufig verkörperte er Männer, die Verantwortung trugen oder Autorität ausstrahlten. Parallel blieb er der Bühne verbunden und spielte am Broadway in Tea and Sympathy.
Die Rolle, mit der ihn Westernfans verbinden
Seinen bis heute bekanntesten Auftritt hatte Erickson schließlich im Fernsehen. In The High Chaparral übernahm er die Rolle des Big John Cannon. Als Oberhaupt einer Rancherfamilie gehörte er zum Zentrum der Westernserie, die ab 1967 ausgestrahlt wurde. Hier konnte er jene Mischung aus Härte und Ernsthaftigkeit ausspielen, die viele seiner Figuren kennzeichnete.
Wer Erickson nur mit Cowboyhut kennt, entdeckt in seinen früheren Filmen deshalb noch eine andere Seite seiner Laufbahn. Zwischen Musik, Theater, Kino und Fernsehen lagen Jahrzehnte kontinuierlicher Arbeit. Sein 115. Geburtstag bietet einen Anlass, neben The High Chaparral auch diese weniger bekannten Stationen wiederzuentdecken – und einen Darsteller, dessen Karriere weit über den Wilden Westen hinausreichte.
