Lexii Alijai wurde nur 21 Jahre alt, hinterließ ihren Fans jedoch eine Botschaft für die Ewigkeit.
Unabhängig davon, wie alt sie sind, gibt es Künstler*innen, deren Einfluss weit über ihre kurze Lebenszeit hinausreicht. Lexii Alijai gehört zu ihnen. Obwohl sie bereits im Jahr 2020 im Alter von nur 21 Jahren verstarb, wirkt ihre Musik bis heute nach – leise, ehrlich und eindringlich. Sie steht exemplarisch für eine Generation, die ihre Gefühle nicht versteckt, sondern in Kunst verwandelt.
Sensibilität als Stärke
Lexii Alijai wurde 1998 in Minneapolis geboren – einer Stadt mit reicher musikalischer Tradition. Schon früh begann sie zu schreiben, zu rappen und zu singen. Ihre Texte waren geprägt von Selbstbeobachtung, emotionaler Offenheit und einem feinen Gespür für innere Konflikte. Anders als viele Gleichaltrige suchte sie nicht die Pose, sondern die Wahrheit.
Freunde und Wegbegleiter beschrieben sie als ruhig, nachdenklich und zugleich humorvoll – eine junge Frau, die ihre Sensibilität nicht als Schwäche verstand, sondern als kreative Quelle.
Intimität statt Inszenierung
Lexiis musikalischer Weg entwickelte sich abseits des grellen Rampenlichts. Mit Mixtapes und EPs wie "Growing Pains" oder "Into the Aftermath" machte sie sich einen Namen in der unabhängigen Hip-Hop- und R&B-Szene. Ihre Songs handelten von Selbstzweifeln, Beziehungen, mentaler Gesundheit und dem Wunsch nach innerem Frieden.
Musikalisch verband sie Rap, Soul und Spoken Word zu einem sehr persönlichen Stil. Ihre Stimme wirkte nie laut oder aggressiv – vielmehr zog sie Zuhörerinnen und Zuhörer durch Nähe und Ehrlichkeit in ihren Bann. Gerade diese Unaufdringlichkeit machte sie für viele junge Menschen so glaubwürdig.
Mit der Aufmerksamkeit und dem Erfolg kamen jedoch auch die Verlockungen. Gerade in einer Szene in der der Konsum bestimmter Substanzen zum guten Ton gehört oder ignoriert wird, können junge Künstler, die überfordert mit dieser neuen Lebenssituation sind, schnell in tiefe Löcher fallen.
Auch Alijai sah sich mit derartigen Herausforderungen konfrontiert, wobei Management und Umfeld oftmals darauf bedacht waren, die schwere ihrer Abhängigkeiten nicht an die Öffentlichkeit kommen zu lassen. Laut eines Gerichtsmediziners war der Tod der aufstrebenden Rapperin am 01. Januar 2020 jedoch untrennbar mit einer Überdosis Fentanyl und Alkohol in Verbindung zu bringen.
Eine Generation hört zu
Nach ihrem Tod wurde deutlich, wie tief Lexii Alijai bereits verwurzelt war im Leben vieler Fans. Ihre Musik wurde zu einem emotionalen Zufluchtsort – besonders für junge Menschen, die sich unverstanden fühlten oder mit inneren Kämpfen rangen.
Künstlerinnen und Künstler verwiesen auf sie als Vorbild für einen achtsamen, authentischen Umgang mit Sprache und Gefühl. In einer Zeit, in der Selbstdarstellung oft wichtiger scheint als Substanz, steht Lexii Alijai rückblickend für eine Gegenbewegung: leise Kunst mit nachhaltiger Wirkung.
Fünf Jahre nach ihrem Tod wird Lexii Alijai nicht nur erinnert, sondern weiterhin gehört. Ihre Songs verlieren nichts an Aktualität, weil sie zeitlose Themen berühren: Selbstwert, Verletzlichkeit, Hoffnung. Ihr Vermächtnis liegt weniger in Charts oder Auszeichnungen als in der stillen Begleitung, die ihre Musik bis heute leistet.