YouTube-Gigant Charlie White hat Marvel’s Wolverine durchgespielt und findet das Spiel ziemlich enttäuschend.
Der US-Creator, online besser bekannt als penguinz0 beziehungsweise MoistCr1TiKaL, erreicht auf seinem Hauptkanal mehr als 18,3 Millionen Abonnenten. Eigentlich veröffentlicht er seine Gaming-Reviews auf einem separaten Kanal, für Marvels Wolverine machte er jedoch eine Ausnahme. Nach dem Durchspielen wollte er seine Meinung zu dem Spiel teilen, das bereits vor dem Release für heftige Diskussionen unter Fans und Kritikern sorgte.
Für White fällt das Fazit deutlich nüchterner aus als bei vielen anderen großen AAA-Releases. Seiner Meinung nach ist Wolverine weder das schlechteste Spiel des Jahres noch ein kompletter Reinfall, insgesamt sei es aber schlicht mittelmäßig.
Geschichte und Writing enttäuschen den YouTuber
Die größten Probleme sieht penguinz0 bei der Geschichte und den Dialogen. Zwar lobt er die Sprecher und deren schauspielerische Leistungen, das Drehbuch könne ihrer Meinung nach aber nicht mit diesen mithalten.
Besonders Sabretooth bekommt dabei sein Fett weg. Mehrere seiner Dialogzeilen seien für White derart unangenehm geschrieben, dass sie für ihn schnell zum Fremdschäm-Moment werden. Auch Jean Grey komme in seinen Augen schlecht weg: Die Figur werde über große Teile des Spiels deutlich schwächer und hilfloser dargestellt, als er es von ihr erwarten würde.
Auch das Finale überzeugt ihn nicht. Gleichzeitig stellt White klar, dass Insomniac durchaus starke Action-Szenen und beeindruckende Cutscenes abliefert. Das Problem sei vielmehr, dass die schwache Geschichte und das Writing diesen Momenten einen Großteil ihrer Wirkung nehmen würden.
Wolverine kämpft sich schnell in die Mittelmäßigkeit
Beim Kampfsystem fällt sein Urteil etwas differenzierter aus. Gerade in den ersten Stunden macht es Spaß, als Wolverine durch Gegnergruppen zu springen und mit verschiedenen Angriffskombos aufzubauen.
Mit zunehmender Spielzeit werde das System laut White allerdings immer eintöniger. Neue Fähigkeiten, Verbesserungen und sogenannte Adaptations würden das grundlegende Gameplay nicht ausreichend verändern. Dadurch fühlt sich ein Großteil der Kämpfe irgendwann sehr ähnlich an.
Auch bei der Spielerführung sieht er ein Problem. Duftspuren, zahlreiche Hinweise und andere UI-Elemente würden dafür sorgen, dass man sich praktisch kaum verlaufen könne. White betont zwar, dass er grundsätzlich nichts gegen Accessibility-Features habe, kritisiert aber, dass viele dieser Hilfen standardmäßig aktiviert seien und die Spieler eher aktiv durch Menüs arbeiten müssten, um sie abzuschalten.
Trotz der Kritik findet er durchaus positive Punkte. Besonders die Bosskämpfe und einige der großen Action-Sequenzen gefallen ihm. Insgesamt reicht das für ihn jedoch nicht aus: Für den Vollpreis von 70 Dollar sei Marvels Wolverine seiner Einschätzung nach nicht gut genug. Auf Nachfrage ordnet er das Spiel ungefähr bei einer hohen 5 bis niedrigen 6 von 10 ein.
Wie findet ihr Marvels Wolverine bisher? Schreibt es in die Kommentare!
