EA hat die erste Datenbank zu EA FC 27 veröffentlicht und schon jetzt zeichnen sich einige Baustellen ab, die weit über einzelne Rating-Punkte hinausgehen. Zwischen auffälligen Tempo-Upgrades, fragwürdigen Downgrades und einer Mechanik, die bei den Frauen-Karten offenbar komplett aus dem Ruder läuft, gibt es einiges zu besprechen.
Auffällige Upgrades und Downgrades in der neuen Datenbank
Besonders ins Auge fällt das Upgrade von Michael Olise, der in FC27 erstmals die 90er-Marke knackt und damit gleichauf mit Kylian Mbappé zum höchstbewerteten Spieler aufsteigt. Die Karte profitiert vor allem davon, dass Olise flexibel auf der Zehner-Position aufgestellt werden kann. Auch Lamine Yamal überzeugt: Mit gerade einmal 19 Jahren erreicht er als einer der jüngsten Spieler überhaupt ein Rating von 90 und rückt damit ins zweithöchste Segment der Karten vor.
Weniger nachvollziehbar sind dagegen einige Downgrades im Tempobereich. Rúben Dias verliert trotz eines Gesamt-Upgrades deutlich an Pace und rutscht auf einen Wert, der für einen Innenverteidiger seiner Kategorie kaum noch zeitgemäß wirkt. Auch Lionel Messis Sprung auf 89 fällt auf, obwohl sich seine Werte in Abschluss und Passspiel kaum verändert haben. Das Upgrade wirkt eher wie ein Reputationsbonus nach der starken WM-Saison als eine rein statistische Anpassung.
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Kurios fällt zudem der Fall von Vitor Munoz auf. Der Außenverteidiger kam bei Osasuna noch mit 72 Pace daher, nach seinem Wechsel in die Premier League steht plötzlich ein Wert von 94 in der Datenbank. Gerade weil EA in großen Ligen inzwischen auf umfangreiche Lauf- und Sprintdaten zugreifen kann, wirken solche Sprünge bei mehreren Spielern kaum erklärbar.
Das eigentliche Problem: Lengthy bei den Frauen-Karten
Deutlich brisanter ist ein Mechanik-Thema, das EA im Gameplay-Trailer bislang komplett ausklammert. Die Rede ist vom Lengthy-Profil, das große und kräftige Spieler durch mehr Endgeschwindigkeit im Dribbling ausgleichen soll. Bei männlichen Spielern funktioniert das Konzept, weil Größe und Gewicht gleichzeitig die Wendigkeit einschränken. Bei den Frauen-Karten greift diese Einschränkung jedoch kaum, da die meisten Spielerinnen deutlich kleiner und leichter sind als ihre männlichen Pendants im Lengthy-Bereich.
Das Ergebnis ist eine Karten-Gruppe, die im vergangenen Jahr bereits für Diskussionen sorgte: Spielerinnen wie Chilin oder Pfeiffer wirkten über Außen phasenweise kaum zu stoppen, weil sie von der Endgeschwindigkeit profitierten, ohne die typischen Einschränkungen großer Lengthy-Spieler zu spüren. Da EA das ursprünglich fein abgestufte System aus Controlled und Mostly Lengthy in FC26 ohne Erklärung entfernt hat, bleibt bislang unklar, ob EA das Balancing für FC27 überhaupt anpasst.
Auch bei den zentralen Frauen-Karten fällt auf, wie stark einzelne Stat-Kombinationen ausfallen, etwa bei Pina oder Bühl, deren Physis-Werte im Vergleich zu männlichen Karten auf ähnlichem Niveau kaum eine Entsprechung finden. Für Ultimate Team könnte das schon zum Start von FC27 zu einer spürbaren Schieflage zwischen einzelnen Kartentypen führen.