Wenn du in ARC Raiders auf Sicht schießt, spielst du das Spiel möglicherweise nicht so, wie es gedacht ist.
Auf den ersten Blick scheint ARC Raiders ein klassischer PvP-Extraction-Shooter zu sein. Laut den Entwicklern ist das jedoch nicht der eigentliche Kern des Spiels.
Warum PvP nie als zentraler Fokus des Spiels gedacht war
ARC Raiders, das im vergangenen Jahr erschienen ist, hat sich als einer der erfolgreichsten Multiplayer-Titel der letzten Jahre etabliert. Das Spiel hat über 12 Millionen Spieler erreicht und konnte Berichten zufolge fast 90 Prozent seiner Spielerschaft halten.
Für viele Spieler liegt der größte Reiz des Spiels in den PvP-Begegnungen. Andere wiederum stehen diesem Aspekt kritischer gegenüber. Laut Embark-Studios-CEO Patrick Söderlund war der Spieler-gegen-Spieler-Kampf jedoch nie als zentrales Spielelement gedacht. In einem Interview mit GameBeats Dean Takahashi erklärte Söderlund:
In dem Spiel geht es nicht darum, andere Spieler zu erschießen. Man kann das tun, wenn man möchte, aber das Ethos des Spiels war nie, hineinzugehen und andere Spieler zu erschießen.
Für das Entwicklerteam soll PvP also in erster Linie dazu dienen, Spannung zu erzeugen, und nicht dazu, ein kompetitives Mindset zu fördern. Diese Philosophie spiegelt sich auch im Verzicht auf klassische kompetitive Features wider:
Einer der großen Vorzüge dieses Spiels ist, dass wir keine solchen Ranglisten haben und es nicht kompetitiv ausgelegt ist. Wir wollen diese Art von Gameplay nicht zwingend fördern.
Infolgedessen müssen Spieler, die auf PvP-Ranglisten im Spiel oder groß angelegte kompetitive Events wie Twitch-Rivals-Turniere hoffen, ihre Erwartungen vermutlich etwas dämpfen.
Die Ungewissheit, die ARC Raiders ausmacht
Viele bekannte Streamer und ein großer Teil der Spielerschaft neigen dazu, sich auf PvP zu konzentrieren, weil es den größten Adrenalinkick liefert. Diese Reaktion ist leicht nachvollziehbar, da Spielerbegegnungen oft zu den intensivsten Momenten des Spiels zählen. Gleichzeitig ließe sich jedoch argumentieren, dass der eigentliche Reiz von ARC Raiders in der Ungewissheit jeder Begegnung liegt und darin, nie genau zu wissen, ob eine Situation in PvP oder PvE münden wird.
Spieler gehen häufig mit einer klaren Absicht in eine Runde, nur um diesen Plan durch unerwartete Begegnungen wieder zu ändern. Wer ursprünglich kämpfen und looten möchte, trifft womöglich auf einen anderen Spieler, der Hilfe anbietet, Ressourcen teilt oder vorschlägt, gemeinsam eine schwierige PvE-Bedrohung anzugehen. Diese spontanen Entscheidungen entstehen ausschließlich aus menschlichem Verhalten und situativen Einschätzungen und nicht aus Systemen, die aggressives Vorgehen belohnen.
Diese Unvorhersehbarkeit ist ein prägendes Element der Spielerfahrung. Das Fehlen eines stark kompetitiven Rahmens ermöglicht es, dass solche Situationen organisch entstehen, in denen sowohl Zusammenarbeit als auch Konflikte auf natürliche Weise wachsen können. Anstatt die Spieler in einen einzigen optimalen Spielstil zu drängen, lässt das Spiel Raum für soziale Interaktionen und situationsabhängige Entscheidungen, was viele als zentral für das besondere Gefühl von ARC Raiders ansehen.
Bevorzugst du PvP oder PvE? Schreib es uns in die Kommentare!