Hideo Kojima will ein Spiel ausschließlich für KI entwickeln

Hideo Kojima ist dafür bekannt, immer wieder zu hinterfragen, was Spiele eigentlich sein können. Jetzt stellt er die Frage, für wen sie überhaupt gemacht sind.

Kojimas game for AI
Hideo Kojima denkt über ein Spiel nach, das nur für KI gemacht ist. | © thegameawards

Während immer mehr Entwickler KI zur Entwicklung von Spielen einsetzen, möchte Hideo Kojima etwas ererschaffen, das ausschließlich von KI gezockt wird.

Ein Spiel nicht für Menschen, sondern für KI

Der kreative Kopf hinter der Metal Gear-Reihe und Death Stranding hat eine neue Idee für ein Videospiel. Hideo Kojima ist bekannt für seine unkonventionellen Ansätze im Gaming, doch diesmal schlägt er eine völlig andere Richtung ein. Statt ein Spiel mit Hilfe von KI zu entwickeln, möchte er eines erschaffen, das ausschließlich von künstlicher Intelligenz gespielt wird.

Kojima teilte diese Idee in einem Interview mit dem japanischen Medium Nikkei Xtrend. Seiner Ansicht nach könnte ein solches Spiel dabei helfen, künstliche Intelligenz weiterzuentwickeln und dazuzulernen:

Im Moment weiß KI noch nicht viel, und ich denke, sie muss mehr lernen. Es wäre ein Spiel, das als Lernmaterial für KI dient.

Das Spiel, so wie Kojima es sich vorstellt, wäre als interaktive Erfahrung aufgebaut, aus der KI gezielt lernen soll. Derzeit basieren die meisten KI-Systeme auf großen Sprachmodellen, die riesige Mengen an Informationen aus dem Internet aufnehmen. Kojimas Idee deutet einen anderen Ansatz an, bei dem Lernen nicht nur auf Daten beruht, sondern auf Interaktion.

In diesem Sinne denkt Kojima digitale Erfahrungen nicht mehr nur für Menschen, sondern auch für künstliche Intelligenz weiter.

Warum KI im Gaming zu einem so sensiblen Thema geworden ist

Der Einsatz von KI hat in diesem Jahr mehr als nur eine Kontroverse ausgelöst. Allein in den vergangenen zwei Monaten gab es mehrere Debatten rund um Spiele, die KI in ihrer Entwicklung nutzen. Arc Raiders sah sich Kritik ausgesetzt, weil generative KI für Sprachzeilen verwendet wurde. Call of Duty: Black Ops 7 geriet ebenfalls in die Kritik, da dem Spiel der Einsatz KI-generierter Inhalte vorgeworfen wurde. Zuletzt sorgten Larian Studios für Schlagzeilen, nachdem das Studio einräumte, KI lediglich für sehr einfache und untergeordnete Aufgaben im Entwicklungsprozess zu nutzen. Expedition 33 wiederum wurde wegen kleiner KI-bezogener Elemente im Spiel von den Indie Awards ausgeschlossen.

Diese Fälle zeigen, wie sensibel das Thema innerhalb der Gaming-Community geworden ist. Selbst begrenzte oder nicht-kreative Einsätze von KI stoßen häufig auf starke Reaktionen, unabhängig davon, welchen tatsächlichen Einfluss sie auf das fertige Spiel haben. Vor diesem Hintergrund sticht Kojimas Idee besonders hervor. Statt KI als Abkürzung im Entwicklungsprozess zu nutzen, verschiebt sein Vorschlag die Diskussion grundlegend. Der Fokus liegt nicht darauf, menschliche Arbeit zu ersetzen, sondern KI selbst zum Gegenstand des Spiels zu machen.

IIn diesem Sinne reiht sich Kojimas Konzept nicht in die aktuellen Kontroversen rund um KI-generierte Inhalte ein. Stattdessen lenkt es die Diskussion in eine andere Richtung und wirft eine neue Frage auf: nicht, wie KI genutzt werden sollte, um Spiele schneller oder günstiger zu produzieren, sondern wie Spiele selbst dazu dienen könnten, künstliche Intelligenz zu erforschen und besser zu verstehen.

Was haltet ihr von Kojimas neuester Idee? Schreibt es uns in die Kommentare!

Luis Scharringhausen

Videospiele sind meine Leidenschaft, besonders Elden Ring. Nebenbei studiere ich Journalismus und schaue gerne Serien....