Wie KI die Grafik moderner Spiele verändert – und wie du das für dich nutzt | Anzeige

Moderne Spiele setzen auf KI, um bessere Grafik mit weniger Rechenaufwand zu ermöglichen – auch auf Gaming-Laptops.

Alan Awake 2 AMD 01 Remedy Entertainment
Games wie Alan Awake 2 profitieren in Sachen Grafik von AI – und ihr mit dem richtigen Gerät auch. | © Remedy Entertainment

Mehr Details, höhere Auflösungen und realistischere Lichteffekte: Moderne Spiele sehen immer besser aus, verlangen der Hardware aber auch immer mehr Leistung ab. Gleichzeitig erwarten Spieler hohe Bildraten und kurze Ladezeiten – selbst auf kompakten Gaming-Laptops .

Eine Schlüsselrolle übernimmt dabei künstliche Intelligenz. Sie hilft nicht nur dabei, Bilder hochzuskalieren oder zusätzliche Frames zu erzeugen. KI verändert zunehmend den gesamten Prozess, mit dem Spielgrafik entwickelt, berechnet und auf dem Bildschirm dargestellt wird.

Warum klassische Grafikberechnung an ihre Grenzen kommt

Ein modernes Spielbild besteht aus Millionen einzelner Pixel. Bei einer 4K-Auflösung müssen für jeden Frame mehr als acht Millionen Bildpunkte berechnet werden. Läuft ein Spiel mit 60 Bildern pro Sekunde, entstehen in jeder Sekunde fast 500 Millionen Pixel.

Dazu kommen Texturen, Schatten, Spiegelungen, Partikeleffekte, Animationen und aufwendige Beleuchtung. Technologien wie Raytracing oder Path Tracing erhöhen die Belastung zusätzlich, weil virtuelle Lichtstrahlen durch die Spielwelt verfolgt werden.

Die Hardware könnte zwar jeden einzelnen Bildpunkt vollständig berechnen, doch dafür wäre enorm viel Leistung nötig. KI-basierte Verfahren setzen deshalb an einer anderen Stelle an: Sie versuchen, mit weniger vollständig berechneten Informationen ein möglichst hochwertiges Endergebnis zu erzeugen.

KI-Upscaling: Mehr Auflösung mit weniger Rechenaufwand

Eine der bekanntesten KI-Anwendungen in modernen Spielen ist das sogenannte Upscaling. Dabei berechnet die Grafikkarte das Spiel zunächst in einer niedrigeren internen Auflösung. Anschließend wird das Bild auf die gewünschte Ausgabeauflösung hochskaliert.

Ein Spiel kann beispielsweise intern in 1440p gerendert und danach in 4K ausgegeben werden. Ein intelligenter Algorithmus analysiert dafür Kanten, Bewegungen, Tiefeninformationen und frühere Frames. Auf dieser Grundlage rekonstruiert er Bilddetails, die in der niedrigeren Ausgangsauflösung nicht vollständig vorhanden waren.

Das Ziel besteht darin, eine Bildqualität zu erreichen, die möglichst nah an einer nativen Darstellung liegt, dafür aber deutlich weniger Rechenleistung benötigt.

AMD bietet mit FidelityFX Super Resolution, kurz FSR, eine entsprechende Technologie an. Je nach Spiel und gewähltem Modus können Nutzer zwischen einer höheren Bildqualität und einem größeren Leistungsgewinn wählen.

Frame Generation erzeugt zusätzliche Bilder

KI und intelligente Algorithmen können nicht nur einzelne Bilder verbessern, sondern auch neue Frames erzeugen. Bei der Frame Generation analysiert das System zwei vollständig berechnete Bilder und erstellt daraus ein zusätzliches Zwischenbild.

Dadurch kann die auf dem Bildschirm dargestellte Bildrate deutlich steigen. Ein Spiel, das intern beispielsweise 50 Bilder pro Sekunde berechnet, kann mit zusätzlichen Zwischenbildern wesentlich flüssiger wirken.

Das Verfahren ist besonders bei grafisch aufwendigen Singleplayer-Spielen interessant. In diesen Titeln sind eine flüssige Darstellung und hohe Grafikqualität häufig wichtiger als die niedrigstmögliche Eingabeverzögerung.

Frame Generation ersetzt allerdings keine solide Grundleistung. Wenn das Spiel ohne Zwischenbilder bereits sehr langsam läuft, können Eingabeverzögerungen und sichtbare Bildfehler stärker auffallen. Die Technik funktioniert am besten, wenn die Hardware bereits eine stabile Ausgangsbildrate liefert.

KI reduziert Bildrauschen bei Raytracing

Raytracing und Path Tracing simulieren, wie sich Licht in einer virtuellen Umgebung bewegt. Um ein vollständig sauberes Bild zu erzeugen, müssten sehr viele Lichtstrahlen pro Pixel berechnet werden. In Echtzeit wäre das selbst für leistungsfähige Grafikkarten kaum zu bewältigen.

Spiele berechnen deshalb nur eine begrenzte Anzahl an Strahlen. Das zunächst erzeugte Bild kann dadurch körnig oder unruhig wirken. Hier kommen sogenannte Denoiser zum Einsatz.

Diese Verfahren erkennen Bildrauschen und rekonstruieren daraus eine saubere Darstellung. Dafür analysieren sie unter anderem Bewegungsdaten, Tiefeninformationen, Oberflächen und vorherige Bilder.

Je besser die Rekonstruktion funktioniert, desto weniger Lichtstrahlen müssen tatsächlich berechnet werden. KI macht aufwendige Beleuchtungseffekte damit nicht kostenlos, reduziert aber die Rechenlast erheblich.

Intelligentere Texturen und mehr Details

Auch Texturen können mithilfe von KI verbessert werden. Ältere oder niedrig aufgelöste Oberflächen lassen sich analysieren und um zusätzliche Details ergänzen. Das ist besonders bei Remastern älterer Spiele interessant.

Statt jede Textur vollständig neu zu zeichnen, können Entwickler vorhandene Materialien hochskalieren und anschließend manuell überarbeiten. Steinwände erhalten feinere Strukturen, Kleidung wirkt schärfer und entfernte Objekte verlieren weniger Details.

KI kann außerdem dabei helfen, Daten effizienter zu komprimieren. Hochauflösende Texturen benötigen viel Speicherplatz und Grafikspeicher. Intelligentere Kompressionsverfahren können die benötigte Datenmenge reduzieren, ohne dass die Bildqualität im gleichen Verhältnis sinkt.

Das ist nicht nur für Desktop-PCs relevant. Bei Gaming-Laptops sind Speicher, Leistungsaufnahme und Kühlung stärker begrenzt. Effizientere Grafikverfahren können hier einen besonders großen Unterschied machen.

KI verändert auch die Entwicklung von Spielwelten

Künstliche Intelligenz kommt nicht erst zum Einsatz, wenn ein Spiel auf dem Rechner läuft. Sie kann Entwickler bereits während der Produktion unterstützen.

Mögliche Anwendungen sind unter anderem: das Erstellen und Überarbeiten von Texturen, die automatische Platzierung von Vegetation und Umgebungsobjekten, die Anpassung von Animationen an unterschiedliche Figuren und die Optimierung von Modellen für verschiedene Detailstufen.

Dadurch können große Spielwelten effizienter aufgebaut werden. Die Technologie ersetzt jedoch nicht automatisch die Arbeit von Designern und Artists. Generierte Inhalte müssen ausgewählt, angepasst und in den visuellen Stil des Spiels integriert werden.

Die kreative Entscheidung bleibt weiterhin entscheidend: Eine Spielwelt wirkt nicht allein deshalb überzeugend, weil sie besonders viele Details enthält.

Welche Rolle spielen Prozessor und NPU?

Viele KI-basierte Grafikfunktionen werden hauptsächlich auf der Grafikkarte ausgeführt. Trotzdem ist die restliche Hardware weiterhin wichtig.

Der Prozessor berechnet unter anderem Spiellogik, Physik, Animationen und Hintergrundprozesse. In offenen Spielwelten muss er große Mengen an Objekten und Figuren verwalten, während die Grafikkarte das Bild erzeugt. Eine schwache CPU kann deshalb auch eine leistungsfähige GPU ausbremsen.

Einige moderne Prozessoren verfügen zusätzlich über eine Neural Processing Unit, kurz NPU. Dabei handelt es sich um eine spezialisierte Recheneinheit für KI-Aufgaben. In Spielen wird sie derzeit noch nicht so umfassend genutzt wie CPU und GPU, könnte künftig aber zusätzliche Aufgaben übernehmen – etwa Hintergrundeffekte, Sprachverarbeitung oder bestimmte Assistenzfunktionen. Moderne Laptops mit AMD-Ryzen-Prozessoren , wie etwa MediaMarkt sie aktuell günstig im Angebot haben, bieten hier eine interessante Grundlage.

Je nach Modell kombinieren sie leistungsfähige CPU-Kerne mit integrierter Grafik und speziellen Funktionen für KI-Berechnungen. Zusammen mit einer passenden dedizierten Grafikkarte entsteht ein System, das sowohl aktuelle Spiele als auch parallele Anwendungen bewältigen kann.

Das ist beispielsweise relevant, wenn während des Spielens gleichzeitig gestreamt, aufgenommen oder über einen zweiten Bildschirm gearbeitet wird.

Warum Effizienz bei Gaming-Laptops besonders wichtig ist

Bei einem Desktop-PC lassen sich große Kühler und leistungsstarke Netzteile verbauen. Ein Gaming-Laptop muss dieselbe Rechenarbeit in einem deutlich kleineren Gehäuse bewältigen.

CPU und GPU teilen sich dabei ein begrenztes Energie- und Temperaturbudget. Wird eine Komponente zu heiß, kann das System ihre Leistung reduzieren. Für die tatsächliche Gaming-Performance ist deshalb nicht nur entscheidend, welche Hardware verbaut ist, sondern auch, wie effizient sie arbeitet.

KI-Upscaling und Frame Generation können hier helfen, weil sie eine hohe sichtbare Bildqualität ermöglichen, ohne jeden Pixel und jeden Frame vollständig berechnen zu müssen.

Auch bei der Wahl des Prozessors lohnt sich ein Blick auf das Verhältnis aus Leistung und Energieverbrauch. Ein aktueller AMD-Ryzen-Prozessor kann in einem ausgewogenen Gaming-Laptop genügend Leistung für Spiele und Hintergrundanwendungen liefern, ohne dass das gesamte Gerät allein auf maximale Leistungsaufnahme ausgelegt sein muss.

KI wird zum festen Bestandteil moderner Spielegrafik

Künstliche Intelligenz ersetzt die klassische Grafikberechnung nicht. Sie ergänzt sie und hilft dabei, die vorhandene Hardware effizienter zu nutzen.

Upscaling rekonstruiert höhere Auflösungen, Frame Generation erzeugt zusätzliche Bilder und Denoiser machen Raytracing mit einer begrenzten Zahl an Lichtstrahlen nutzbar. Gleichzeitig unterstützt KI Entwickler bei Texturen, Animationen und dem Aufbau großer Spielwelten.

Für Spieler bedeutet das: Ein besseres Bild muss künftig nicht ausschließlich durch immer höheren Stromverbrauch und größere Hardware entstehen. Intelligente Rekonstruktion wird mindestens genauso wichtig wie rohe Rechenleistung.

Beim Kauf eines Gaming-Laptops sollte deshalb das gesamte System betrachtet werden. Eine moderne Grafikkarte bleibt für anspruchsvolle Grafik entscheidend. Ein effizienter AMD-Ryzen-Prozessor, ausreichend Speicher und eine gute Kühlung schaffen jedoch die Grundlage dafür, dass KI-gestützte Grafikfunktionen ihre Vorteile zuverlässig ausspielen können.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....