KubaFPS zieht für Casino-Streams auf Twitch nach Malta. Creator verurteilen die Flucht ins illegale Glücksspiel scharf.
Der plötzliche Wechsel des ehemaligen Valorant-Profis Jakub Dogan, alias KubaFPS, ins maltesische Casino-Streaming sorgt in der deutschen Creator-Szene weiterhin für heftige Beben. Während Kollegen wie Trymacs vor allem den moralischen Ausverkauf einer jahrelang aufgebauten Gaming-Karriere anprangern, lenkt der YouTuber Klengan den Fokus auf eine weitaus drastischere, rechtliche Komponente. Seine unmissverständliche Warnung richtet sich dabei direkt an die Zuschauer: Wer in den Online-Casinos von Kuba zockt, beteiligt sich an illegalem Glücksspiel.
Malta als Steueroase
Die Inselgruppe Malta ist nicht nur landschaftlich betrachtet eine Oase: Durch niedrige Steuersätze und extrem lockere Regulierungen im Bereich der Glücksspiele gilt das Land als europäisches Steuerparadies. Genau das hat sich Jakub Dogan zunutze gemacht, als er im Juli 2026 einen Casino-Deal annahm und gemeinsam mit seiner Freundin dorthin auswanderte. Auch wenn Dogan den Schritt laut eigenen Angaben als Neuanfang betrachtet, verurteilen ihn Streaming-Größen wie Trymacs oder Chefstrobel scharf. Die Casino-Streams stiften nämlich vermehrt junge Zuschauer zum Glücksspiel an, wobei mit riesigen Boni gelockt wird, die an hohe Einzahlungen gekoppelt sind. Die Machenschaften der Online-Casinos sind dabei nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich mehr als fragwürdig.
„Blutgeld“ als Geschäftsmodell
Das Locken mit dem großen Geld, das Kubas plötzlichen Schwenk zu Casino-Streams veranlasst hat, ist leider kein Einzelfall. Bei genauerer Betrachtung der tatsächlichen Quelle des Geldes zeigt sich ein düsteres Bild: Durch prozentuale Beteiligungen profitieren Streamer von den Verlusten ihrer eigenen Community, wodurch sie diese gezielt zum Zocken anstiften. Einzahlungsabhängige Boni und Gewinnspiele verleiten darüber hinaus zum dauerhaften Investieren. Klengan nennt die dadurch entstehenden Summen „Blutgeld“, da dieses sich aus Verlusten speist und als Lockmittel für Streamer eingesetzt wird.
Durch die aggressiven Marketingmechanismen rutschen darüber hinaus viele in eine schwere Spielsucht und werden schlimmstenfalls durch Schulden in den Ruin getrieben - ein Punkt, den Trymacs besonders anmahnt.
Da Glücksspiel in Deutschland streng reguliert ist und alle lizenzierten Anbieter auf einer behördlichen Whitelist geführt sind, verwundert es nicht, dass Kuba von Malta aus streamt: Sein in Deutschland illegales Online-Casino kann dabei aber auch für die Spieler zum Problem werden. Laut Klengan befindet man sich bereits mit einem Bein im Gefängnis, wenn man dort spielt, da die Teilnahme an illegalem Glücksspiel mit bis zu sechs Monaten Haft geahndet werden kann. In der Praxis kann Kuba selbst allerdings am meisten belangt werden: Da er sich mit deutscher Casino-Werbung offensichtlich an ein deutsches Publikum wendet, kann er durch das Auswirkungsprinzip nach deutschem Recht bestraft werden. Wie Klengan süffisant anmerkte, kann Dogan also das System nicht derart leicht „ausdribbeln.“ Dennoch bleibt es derzeit offen, ob es zur Strafverfolgung durch die deutschen Behörden kommt. Nach aktuellem Stand ist ein Twitch-Bann die einzige handfeste Strafe für den Content-Creator.
