Volksverhetzung, sexuelle Belästigung und Deepfakes – dennoch kommt Somali jetzt aus dem Gefängnis

Hat die Zeit im Gefängnis den Streamer bekehrt oder geht das Chaos woanders weiter?

Johnny somali
Hat die Zeit im Gefängnis den Streamer bekehrt oder geht das Chaos woanders weiter? | © Twitch

Der IRL-Streamer Johnny Somali kommt nach sechs Monaten aus dem südkoreanischen Gefängnis frei, in welches ihn sein zerstörerisches Verhalten brachte – wie geht es für den Chaos-Creator nun weiter?

Die Streamer-"Karriere" die im Knast endete

Auch wenn es selbst in den letzten sechs Monaten nie völlig ruhig um Johnny Somali war, war es im Vergleich zu dem ohrenbetäubenden Chaos, welches er zuvor anrichtete, fast schon mucksmäuschenstill. Der Streamer verbrachte ein halbes Jahr im südkoreanischen Chenon Gefängnis, weil er zuvor konstant mit dem Gesetz in Konflikt kam, nordkoreanische Propaganda verteilte, Minderjährige sexuell belästige und Deepfake-Videos von anderen Influencern verbreitete, die diese in unzüchtigen Situationen zeigen sollten.

Zunächst war damals unklar, wie Südkorea mit seinem Verhalten umgehen würde, ob man ihn abschieben, einsperren oder ignorieren würde, doch die Verurteilung zu einer 6-monatigen Haft wirkte für alle Seiten so unbefriedigend, dass Kritiker wie Unterstützer nun gebannt auf den 2. November sehen, den Tag aus dem Somali aus dem Gefängnis entlassen wird.

Anwalt analysiert Somalis Optionen

Auch YouTuber und Anwalt Andrew Esquire beschäftigt sich seit Anfang an mit dem Fall Somali und führt in seinem neuesten Video zu der Thematik verschiedene Szenarien auf, die nun passieren könnten.

So spricht er zunächst von einem potenziell noch ausstehenden Verfahren, nachdem Somali seinem ehemaligen Freund Hank Yoo bis zu 80.000 Dollar schulden würde und wohl nicht plane, diese zurückzuzahlen. Sollte Yoo tatsächlich versuchen, Somali hierfür gerichtlich zu belangen, würde der Streamer auch nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis weiter in Südkorea feststecken.

Sollte dies nicht geschehen, würde Somali unmittelbar nach seiner Freilassung in ein Abschiebezentrum gebracht werden. Dort würden die Behörden ihn weiter festhalten, bis er seine Rückreise aus Südkorea auf eigene Kosten organisiert hätte.

Sobald dies erledigt wäre, würde man den Streamer unmittelbar in die USA abschieben.

Sorgt die Verurteilung als Sexualstraftäter endlich für Einsicht?

Unklar ist hierbei, ob Somali sich bei der Ankunft in seiner Heimat, direkt als Sexual-Straftäter registrieren müsste. Während dies in Südkorea direkt passierte und Folge der von ihm vermeintlich erstellten, auf jeden Fall aber verbreiteten Deepfake-Videos war, gibt es in den USA kein vergleichbares Gesetz, nach welchem jemand, der anzügliche Videos im Netz verbreitet, automatisch registriert würde.

Zudem kündigte der nicht minder kontroverse Streamer Ice Poseidon an, dass er im Zuge des Katze Film Festival in Israel eine Dokumentation über Johnny Somali präsentieren würde, die dort am 21. November ausgestrahlt werden solle, da Somali, vor seinen Taten in Südkorea mit ähnlichem Verhalten schon in China und Israel aufgefallen, dort aber ohne weitere Konsequenzen direkt abgeschoben worden war.

Am Ende kann nur eines sicher gesagt werden: Am 2. November wird Johnny Somali aus dem südkoreanischen Gefängnis entlassen werden. Ob und wie es danach für ihn weitergeht, liegt einerseits in der Hand ehemaliger Freunde, des Gerichts und anderer Streamer, die etwas gegen ihn in der Hand haben, vor allem aber in seiner eigenen, sofern er aus alledem endlich etwas gelernt hat und sein Leben in den Griff bekommt oder sich das nächste Land sucht, in dem das Chaos weitergeht und er seine eigene Existenz noch weiter zerstört.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....